Frauenfussball

Deutschland zum vierten Mal in Folge Europameister

Mit einem 3:1 (2:1)-Erfolg gegen Norwegen im Finale der Frauenfussball-Europameisterschaft haben die deutschen Fussball-Damen ihrer Trainerin Tina Theune-Meyer das schönste Abschiedsgeschenk bereitet. In einem temporeichen Finale im Ewood Park von Blackburn ging Deutschland vor 21.100 Zuschauern durch einen Kopfball von Inka Grings in Führung, drei Minuten später gelang Renate Lingor mit einem Lupfer aus elf Metern über die aus ihrem Tor geeilte Bente Nordby die nur scheinbare Vorentscheidung.

Denn die Norwegerinnen bewiesen Moral und hielten dagegen. Dagny Mellgren gelang auf Zuspiel von Stine Frantzen vier Minuten vor der Pause nach einer schönen Aktion der Anschlusstreffer, kurze Zeit später jubelten die Skandinavierinnen bereits über den Ausgleich, doch die Aktion wurde wegen einer Abseitsstellung abgepfiffen. Auch nach der Pause blieb Norwegen gefährlich, doch in der 62. Minute sorgte Birgit Prinz mit einem abgefälschten 20-Meter-Schuss dafür, dass Deutschland zum sechsten Mal nach 1989, 1991, 1995, 1997 und 2001 Europameister wurde. Selbst der Finalgegner zog angesichts des neuerlichen deutschen Erfolgs den Hut vor der deutschen Mannschaft. "Deutschland war einfach den Tick besser. Wir können auch auf Silber stolz sein", meinte Norwegens Coach Bjarne Berntsen, denn die Norwegerinnen konnten zufrieden sein, nach der Flaute der vergangenen Jahre sich eindrucksvoll zurückgemeldet zu haben.

"Ich bin stolz auf meine Mannschaft, sie war die beste in diesem Turnier. Jetzt sehe ich natürlich alles mit einem lachenden und einem weinenden Auge, aber doch mehr mit einem lachenden", so die scheidende deutsche Trainerin. Theune-Meyer übergibt nach neun Jahren ihr Amt an DFB-Trainerin Silvia Neid.

Starke Skandinavier

Im Halbfinale hatten die beiden Mannschaften Überraschungsmannschaft Finnland und Vizeweltmeister Schweden hinter sich gelassen. Die Finnen hatten beim 1:4 gegen Deutschland nicht den Hauch einer Chance. Die Schwedinnen mussten sich erst nach hartem Kampf den Norwegerinnen mit 2:3 nach Verlängerung beugen. Schwedens Trainerin Marika Domanski-Lyfors gibt ebenfalls ihr Amt als Nationaltrainerin auf und meinte nach dem bitteren Aus: "Gerne hätte ich mit meinen Mädels dieses Turnier gewonnen, doch es hat nicht sollen sein. Vielleicht klappt es ja bei der WM 2007 mit einem Titel."

Für Finnland war die Halbfinalteilnahme ein voller Erfolg, nahm doch zum ersten Mal eine finnische Nationalmannschaft an einer Weltmeisterschaft teil. "Ich bin sehr stolz auf mein Team", so Trainer Michael Käld. "Wir waren das erste Mal dabei und wir müssen aus diesen Spielen lernen." Die gute Leistung der skandinavischen Team bei diesem Turnier wurde von Dänemark vervollständigt, wenngleich die Däninnen etwas unglücklich bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten mussten. Dänemarks Trainer Peter Bonde meinte: "Es war wie in einem Tennismatch, wir hatten Matchball und haben ihn nicht verwertet."

Auch Frankreich und Gastgeber England verpassten eine mögliche Halbfinalteilnahme nur knapp. Frankreichs Trainerin Elisabeth Loisel kommentierte: ""Meine Spielerinnen haben alles gegeben, ich bin sehr stolz auf sie. Ich denke, wir haben es gegen Norwegen verspielt, weiter zu kommen. Aber wir haben eine junge, viel versprechende Mannschaft für die Zukunft."

Englands Trainerin Hope Powell war enttäuscht, dass ihr Team nicht den Sprung in die Runde der letzten vier Teams schaffte, meinte aber: "Wir haben einmal schlecht gespielt und gewonnen und zweimal gut gespielt und verloren. Daraus müssen wir lernen. Wir haben ein junges Team mit einem großen Teamgeist. Ich kann meinen Spielerinnen nur gratulieren."