QUALIFIKATION #WEURO2022

Der internationale Frauenfussball kehrt auf die große Bühne zurück

Lena Sophie Oberdorf of Germany celebrates after scoring her team`s second goal with team mates 
© Getty Images
  • Der internationale Frauenfussball kehrt auf die große Bühne zurück
  • Deutschland und Schweden stehen vor wichtigen Duellen
  • Alexia Putellas und Jill Roord, zwei Spielerinnen, die man im Auge behalten sollte

Es begann mit den Partien im Männerfussball im Rahmen der UEFA Nations League. Jetzt, sechs Monate nach den letzten Länderspielen, unter anderem im #SheBelievesCup, im Algarve-Cup und in der Asien-Qualifikation für Tokio 2020 und nachdem die UEFA EURO der Frauen aufgrund von COVID-19 auf 2022 verschoben wurde, kehrt der internationale Frauenfussball mit den Qualifikationsspielen wieder auf die große Bühne zurück.

Welches sind die engsten Gruppen und die Spiele, auf die man besonders achten sollte? Welche Spielerinnen sollte man im Blick behalten? Wir fassen all das zusammen, was uns in den nächsten Tagen erwartet, damit Sie nichts verpassen.

EURO 2022 – Zur Erinnerung:

  • Termine: Das Turnier wird vom 6. bis zum 31. Juli 2022 in England ausgetragen.
  • Teilnehmende Teams: 16 (England ist als Gastgeber bereits qualifiziert).
  • Qualifikationsmodus: Die 47 Auswahlmannschaften treten in neun Gruppen gegeneinander an. Die Gruppensieger und die drei besten Zweitplatzierten lösen das direkte Ticket. Die übrigen zweitplatzierten Teams müssen in die Playoff-Runde.
Manager Vera Pauw - Republic of Ireland
© imago images

Herausragende Spiele:

Unter den 28 Spielen an diesem doppelten Spieltag im September kommt dreien eine besondere Bedeutung zu:

Deutschland – Republik Irland

19. September, Georg-Melches-Stadion, Essen

Auf den ersten Blick überrascht es, dass die Spielerinnen von Martina Voss-Tecklenburg nicht ganz oben in Gruppe I zu sehen sind, vor allem, wenn man bedenkt, dass sie noch eine weiße Weste und ein spektakuläres Torverhältnis von 31:0 aufzuweisen haben. Das Team aus Irland hat jedoch ein Spiel mehr bestritten und bis auf ein Remis gegen Griechenland ebenfalls alle Partien gewonnen.

Wird den Irinnen die Überraschung gelingen? Werden sie die deutsche Angriffsmaschinerie stoppen können? Ein Punktgewinn wäre bereits ein historischer Erfolg für Irland, das bislang alle Partien gegen den Gegner vom Samstag verloren hat.

Elin Jensen of Iceland (L-R), Sara Bjork Gunnarsdottir, Katrin Asbjornsdottir
© Getty Images

Island – Schweden

22. September, Laugarddalsvöllur, Reykiavik

Gegenwärtig stehen die Teams aus Schweden und Island punktgleich an der Spitze der Gruppe F, wobei die Skandinavierinnen das bessere Torverhältnis vorweisen können. Das kann sich in den nächsten Spielen jedoch durchaus ändern, vor allem nach dem direkten Duell zwischen beiden Kontrahenten in der kommenden Woche.

Die Schwedinnen, Fünfte im FIFA-Ranking und Dritte bei der letzten WM, sind das favorisierte Team. In der Tat hat Island bislang noch kein Spiel gegen sie gewonnen (das beste Ergebnis in sieben Duellen war ein Unentschieden). Dennoch könnte sich das Blatt jetzt wenden, denn die Mittelfeldspielerin Sara Björk Gunnarsdóttir, der große Star des Teams, zieht geschickt die Fäden und Elin Jensen sorgt im Angriff für die Tore (vier Treffer in drei Spielen).

Tine De Caigny of Belgium and Tessa Wullaert of Belgium 

Schweiz – Belgien

22. September, Thun-Arena, Thun

Einiges könnte sich auch in Gruppe H ändern, denn dort kämpfen Belgien und die Schweiz um die Tabellenspitze. Beide haben bislang nur Siege verzeichnen können, doch die Belgierinnen haben aufgrund des besseren Torverhältnisses die Nase vorn.

Wie wird die Partie am nächsten Dienstag ausgehen? Wenn wir der Statistik Glauben schenken, riecht es nach einem Unentschieden (dem Ergebnis von fünf der letzten acht Spiele zwischen beiden). Beide setzen jedoch auf starke Spielerinnen, um genau das zu vermeiden. Vor dem Lockdown hatte die Belgierin Tine De Caigny es bereits auf sieben Treffer gebracht, während bei den Schweizerinnen die Hälfte aller Tore von Sturmduo des FC Barcelona Ana-Maria Crnogorčević und Ramona Bachmann erzielt wurde.

Spielerinnen im Fokus:

Alexia Putellas

Als wir Putellas das letzte Mal im Trikot von Spanien sahen, nahm sie die Auszeichnung als MVP beim #SheBelievesCup entgegen. Vor dem durch COVID-19 bedingten Lockdown präsentierte sich die Mittelfeldspielerin in der Form ihres Lebens. Oder wie ihr Trainer Jorge Vilda es formulierte: "Jedes Mal, wenn sie den Ball bekam, wussten die Zuschauer, dass etwas Spektakuläres passieren würde." Die Spanierinnen, die üblicherweise Probleme gegen sehr defensiv eingestellte Teams haben, wie vermutlich Moldawien am Samstag, werden auf jeden Fall ihre Qualität beim entscheidenden letzten Pass benötigen.

Die Spanierinnen liegen in Gruppe D nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses auf dem zweiten Platz hinter Polen.

Jill Roord

Es dürfte wohl kaum eine Spielerin geben, die im Augenblick besser in Form ist als der niederländische Mittelfeldstar. Ihre Ausbeute aus den ersten beiden Spielen für Arsenal in der englischen Frauenliga ist in der Tat beeindruckend: zehn Schüsse aufs Tor und sechs Treffer in 180 Minuten Spielzeit.

Wird Trainerin Sarina Wiegman von Anfang an auf sie setzen? Der aktuelle Europameister, der die Gruppe A mit Abstand anführt, könnte mit einem Sieg gegen den aktuellen Gruppenzweiten Russland schon den entscheidenden Schritt hin zur Qualifikation für die EURO machen. Die Russinnen haben zwar noch zwei Partien mehr zu bestreiten, würden dann jedoch volle neun Punkte hinter den Niederländerinnen liegen.

Jill Roord takes a selfie with fans after her last-gasp goal won the Netherlands their France 2019 opener against New Zealand
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