Frauenfussball

Der Ball rollt wieder in der Frauen-Bundesliga

Sara Bjoerk Gunnarsdottir and Alexandra Popp of VfL Wolfsburg 
© Getty Images
  • Am 29. Mai rollt der Ball in der Deutschen Frauen-Bundesliga wieder
  • Auftakt: VfL Wolfsburg - 1. FC Köln & 1. FFC Frankfurt – FC Sand
  • Auch der DFB-Pokal wird fortgesetzt

Das Warten hat ein Ende!

Nachdem in der Männer-Bundesliga bereits seit vergangener Woche der Ball wieder rollt, nimmt auch das deutsche Oberhaus der Frauen am 29. Mai ihren Betrieb wieder auf. Grundlage hierfür ist das Hygienekonzepts "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb". Dieses wurde gemeinsam vom DFB und der DFL erarbeitet und sieht unter anderem strenge Hygienevorgaben, engmaschige Testungen sowie ein Monitoring vor.

Fortgesetzt wird die Liga mit dem 17. Spieltag. Den Anfang machen am Freitag Titelverteidiger VfL Wolfsburg und der 1. FC Köln, sowie der siebenmalige deutsche Meister 1. FFC Frankfurt und der FC Sand.

Aktuelle Situation

So wie in vielen Ligen rund um den Globus wurde Mitte März beschlossen, den Spielbetrieb in der Frauen-Bundesliga auszusetzen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Dank eines deutlichen 6:0-Sieges gegen den Tabellenletzten FF USV Jena festigte der VfL Wolfsburg vor der Zwangspause seine Spitzenposition und feierte damit den 15. Sieg in der Saison. Die Frauen des FC Bayern kamen gegen den MSV Duisburg hingegen nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus – konnten Platz zwei in der Tabelle jedoch verteidigen und rangieren einen Zähler vor Verfolger Hoffenheim - dem Heimspielgegner am ersten Spieltag nach der Pause.

Besagter Gegner avancierte in dieser Saison zur absoluten Überraschungsmannschaft. Die TSG hat sich im Vergleich zur Vorsaison, die man erstmalig auf dem sechsten Rang abschloss, deutlich verbessert und peilt die UEFA Champions League an. "Der Kern spielt inzwischen schon einige Jahre zusammen. Die Mädels kennen unsere Philosophie in- und auswendig. Das zahlt sich aus. Außerdem ist der Zusammenhalt im Team überragend und die Spielerinnen sind extrem ehrgeizig und fleißig", erklärt TSG-Trainer Jürgen Ehrmann das Erfolgsrezept auf kicker.de. Es bleibt abzuwarten, wie sein Team die Zwangspause verkraftet hat.

So geht es weiter

Das Saisonfinale ist für den 28. Juni geplant. Insgesamt sind noch sechs Spieltage zu absolvieren, hinzu kommen zwei Nachholpartien.

Mit 46 Punkten auf der Habenseite und einem Vorsprung von acht Zählern auf den Tabellenzweiten, gehen die Wölfinnen in den Liga-Endspurt und haben damit die besten Voraussetzungen, sich zum vierten Mal in Folge und zum sechsten Mal insgesamt den Meistertitel zu sichern.

Spannender sieht es hingegen im Kampf um die Champions-League-Plätze aus. Nur einen Punkt trennen die ärgsten Konkurrenten Bayern München und Hoffenheim, die sich am Samstag gegenüberstehen.

Am unteren Ende der Tabelle hat der 1. FC Köln das rettende Ufer fest im Blick. Zwei Punkte trennen die Mannschaft von Trainer Sascha Glas, die noch zwei Spiele nachzuholen hat, von einem Nichtabstiegsplatz.

Doch nicht nur in der Liga wird der Ball wieder rollen, auch der DFB-Pokal der Frauen wird fortgesetzt. Das Viertelfinale ist für den 2./3. Juni angesetzt. Folgende Begegnungen finden dort statt;

  • Bayer 04 Leverkusen – TSG Hoffenheim
  • Arminia Bielefeld – SC Sand
  • Turbine Potsdam - SGS Essen
  • FSC Gütersloh 2009 – VfL Wolfsburg

Das Halbfinale ist für den 10./11. Juni angesetzt, das Endspiel in Köln soll am 4. Juli stattfinden. Da Großveranstaltungen aufgrund eines Beschlusses der Bundesregierung wegen der Corona-Krise bis mindestens 31. August 2020 untersagt sind, würde auch das Endspiel ohne Zuschauer stattfinden müssen.

Zitate

"Ich als Fussballerin freue mich sehr, dass es jetzt endlich weitergeht. Die Pause war schon sehr lang. Jetzt können wir endlich wieder das machen, woran wir Spaß haben. Für mich ist es auch wichtig, dass wieder der geregelte Alltag mit der Mannschaft begonnen hat. Und wir haben nun ein Ziel vor Augen. Wir wissen jetzt ganz genau, wofür wir trainieren. Deshalb bin ich sehr glücklich über diese Entscheidung."
Maximiliane Rall (TSG 1899 Hoffenheim)

"Die Fortsetzung der Saison ist ein starkes Signal für den Frauenfussball und die Gleichbehandlung von Berufssportlerinnen und Berufssportlern. Wir sind uns der großen Verantwortung bewusst, die die Wiederaufnahme der Saison nach sich zieht. Ich bin davon überzeugt, dass unsere Vereine die Vorgaben des Hygienekonzeptes diszipliniert umsetzen."
Hannelore Ratzeburg (DFB-Vizepräsidentin)

"Es ist eine Erleichterung, dass wir wieder anfangen. Es wird bis Juni sehr intensiv. Aber wir haben viel trainiert. Wir haben angefangen mit dem Team zu trainieren und sind alle in Topform. Wir sind alle Profis und haben unsere Arbeit gemacht. Ich fühle mich gut, ich fühle mich bereit - das gilt auch für meine Teamkolleginnen."
Sara Björk Gunnarsdottir (VfL Wolfsburg) im Interview mit FIFA.com

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