Frauenfussball

Cruz Blanco: Das ist erst der Anfang

Den Absolventinnen des ersten FIFA-Programms zur Förderung von weiblichen Führungskräften (FLDP) wurde zum Abschluss ihres letzten Moduls eine wichtige Aufgabe mit auf den Weg gegeben: Im Fussball nach oben streben und die nächste weibliche Generation inspirieren.

"Denkt immer daran, was Ihr erreichen könnt, wenn Ihr heute diesen Raum verlasst und zu Euren Verbänden zurückkehrt. Das ist erst der Anfang!"

Diese Botschaft gab Mayi Cruz Blanco, die leitende FIFA-Entwicklungsbeauftragte für den Frauenfussball, den 33 Teilnehmerinnen mit auf den Weg, die in dieser Woche in Amsterdam das dritte und letzte Modul des Programms absolviert haben. Auch die Mentorinnen, die die Teilnehmerinnen während der neunmonatigen Dauer des Programms begleitet hatten, waren vor Ort und erlebten die emotionale Abschlusszeremonie mit.

"Als ich mit dem Fussball anfing, hatte ich das Gefühl, ich wäre die einzige Frau in der gesamten südlichen Hemisphäre, die im Fussball aktiv war", sagte Fran Hilton-Smith. Die ehemalige südafrikanische Nationalspielerin hat nach ihrer aktiven Karriere in zahlreichen verschiedenen Funktionen zur Förderung des Frauenfussballs beigetragen und war unter anderem Trainerin der südafrikanischen Frauen-Nationalmannschaft.

"Das FIFA-Programm zur Förderung von weiblichen Führungskräften hat eine großartige Leistung vollbracht und ein Netzwerk gleichgesinnter Frauen geschaffen. Wir müssen auch weiterhin unsere Erfahrungen miteinander teilen, damit wir und die künftigen Generationen voneinander lernen können. Jetzt haben wir als Tüpfelchen auf dem "i" auch Ansprechpartner in Zürich in der Entwicklungsabteilung der FIFA, die uns unterstützen. Wir sind also nicht länger allein."

Ziel des von nun an jährlich angebotenen Programms ist es, die Anzahl weiblicher Führungskräfte im Fussball zu steigern und damit eine größere Ausgewogenheit der Geschlechter bei Entscheidungsfindungen im Fussball zu erreichen. Dies schließt weibliche Mitglieder in den Exekutivkomitees bei allen Verbänden ein, was zu Verbesserungen bei der Führungsarbeit und somit letztlich zu Verbesserungen im gesamten Fussball führen wird. Das Programm wird in Partnerschaft mit der THNK School of Creative Leadership umgesetzt.

"Mehr Frauen in Führungspositionen führen zu besseren Resultaten für alle Anspruchsgruppen, im Fussball ebenso wie in allen anderen Bereichen. Das zeigen alle entsprechenden Untersuchungen", erläutert Natasha Bonnevalle, Partnerin bei THNK und Expertin für Frauenförderung. "Wir freuen uns sehr, dass wir diese Partnerschaft mit der FIFA im Rahmen ihres FLDP-Programms eingegangen sind, in dem die nächste Generation weiblicher Führungskräfte für den Fussball aufgebaut wird."

Die Fussballverbände und Konföderationen, die durch die Teilnehmerinnen vertreten waren, stehen nun in der Verantwortung, deren weitere Entwicklung zu fördern und sie bei der Umsetzung ihrer Projekte zu unterstützen. Die FIFA bleibt mit den Verbänden in Kontakt und erhält Fortschrittsberichte. Zudem wird eine Online-Plattform dazu beitragen, das enge Netzwerk zwischen den Teilnehmerinnen und Mentorinnen zu bewahren. Den Teilnehmerinnen stehen außerdem auch nach Abschluss des Programms weitere Schulungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Wie erfolgreich das Programm aufgenommen wird, zeigt sich auch in der Anzahl der Bewerbungen für die zweite Auflage, die in wenigen Monaten beginnen wird. Bewerbungen gingen aus mehr als 80 der 209 Mitgliedsverbände der FIFA ein, obgleich nur 35 Plätze zur Verfügung stehen. Es wird angestrebt, das Programm dauerhaft fortzusetzen und somit sicherzustellen, dass mehr und mehr geeignete weibliche Führungskräfte zur Verfügung stehen, die gut darauf vorbereitet sind, einen Platz in der oberen Führungsebene des Fussballs einzunehmen.

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