Frauen im Fussball

Baholo Motene - "Game Changer"

Baholo Motene (Lesotho)
  • Baholo Motene ist die jüngste Präsidentin des Lesotho Frauenfussball Exekutivkomitees
  • Die ehemalige Nationalspielerin gründete das Lesotho Defence Force Ladies Team
  • Sie verhalf Frauen durch den Fussball rentenberechtige Jobs zu finden

Mit 28 Jahren befinden sich die meisten Fussballerinnen in der Blütezeit ihrer aktiven Laufbahn. Crystal Dunn und Julie Ertz kommen in diesem Alter zusammen auf über 200 Auftritte in der Nationalmannschaft der USA, dürfen sich Weltmeisterinnen nennen. Dzsenifer Marozsan absolvierte gerade ihr 100. Länderspiel, um nur einige Beispiele zu nennen.

Baholo Motene hat in diesem Alter ebenfalls Geschichte geschrieben, in dem sie zur jüngsten Präsidentin des Lesotho Frauenfussball Exekutivkomitees (Women's Football Executive Committee) gewählt wurde. "Es war ein historischer Sieg und ein Traum. Ich wusste, dass ich es eines Tages auf die eine oder andere Weise erreichen würde", erzählt Motene nicht ohne Stolz im Interview mit FIFA.com.

"Ich habe nie erwartet, dass es dieses Jahr passiert, da ich noch in der Lernphase war. Aber die meisten Trainer und Administratoren kamen auf mich zu und baten mich, mich im Juli 2020 zur Wahl zu stellen. Sie überzeugten mich darin, dass ich die perfekte Kandidatin sei", führt sie weiter aus. "Ich habe lange und gründlich darüber nachgedacht und zu mir selbst gesagt: Gebe dich nicht mit weniger zufrieden. Ich hatte das Potenzial und die Unterstützung, um die Wahl zu gewinnen."

Dass derartiges Vertrauen in die ehemalige Nationalspielerin Lesothos gesetzt wird, ist nicht verwunderlich. Motene weiß, wovon sie spricht. Bereits in jungen Jahren begann sie ihre Karriere in einem von Männern dominierten Umfeld voranzutreiben, spielte Straßenfussball und stemmte sich gegen die typischen Geschlechterrollen. "Ein Mädchen hat nicht Fussball zu spielen, ein Männerspiel. Ein Mädchen sollte das Haus putzen, kochen und so weiter", beschreibt sie diese. "Aber dank der Menschenrechte und der Gleichstellung der Geschlechter haben Frauen die gleiche Macht und Chancen wie Männer, aber Träume können nicht ohne Regeln verwirklicht werden. Um die auftretenden Herausforderungen zu bewältigen, musste ich sicherstellen, dass mich meine Familie voll unterstützt."

Motenes Liebe zum Fussball wuchs stetig. 2007 nahm sie an den Lesotho National Vision 2020 Games teil und wurde dank ihrer guten Leistungen in die U-17-Nationalmannschaft berufen. Damit war ihre Reise jedoch noch nicht beendet. Es folgten Auftritte im A-Team Lesothos, mit dem sie viele internationale Turniere wie die WM-Vorrunden und die COSAFA-Spiele bestritt. 2019 wurde sie vom Fussballverband Lesothos zur Teammanagerin der Senioren-Nationalmannschaft der Frauen ernannt.

"Meine internationale Karriere endete, als ich 2014 in die Armee eintrat. Aber das hat mich nie daran gehindert, meine Träume zu verwirklichen. Ich gründete in der Armee ein Team. Ich sah darin auch eine Gelegenheit für meine Teamkollegen, in dem sie dem neu gegründeten Lesotho Defense Force Ladies Football Club beitraten. Viele von ihnen hatten immer noch Schwierigkeiten, Arbeit zu finden. Dies alles geschah im Jahr 2016, und mein Team dominiert seitdem. Das positive Ergebnis: 15 Akteurinnen befinden sich jetzt in einer Festanstellung. Die Unterstützung anderer Frauen durch den Fussball hat mein Leben positiv beeinflusst."

Es ist dieser Einsatz für andere Frauen und der Wille, den Frauenfussball in Lesotho weiter nach vorne zu bringen, die Motene auszeichnen. Zwar hat sich in der Entwicklung der weiblichen Seite des Sportes bereits einiges getan, die dynamische 28-Jährige ist jedoch noch längst nicht am Ziel. "Die Zahl der Frauenfussballmannschaften in Lesotho nimmt derzeit enorm zu. Es gibt eine aktive Liga, was zu einer besseren Leistung der Nationalmannschaften führt. Über 15 Spielerinnen sind international aktiv. Wir haben Spielerinnen in Südafrika und zwei in den USA. Mein Fokus liegt darauf, mehr Frauen zu bestärken, sich an diesem schönen Spiel zu beteiligen, damit wir es eines Tages selbst leiten können", zeigt sich Motene kämpferisch und erläutert die nächsten Schritte.

"Wir können mehr Teams und aktive Ligen in den Distrikten haben. In Lesotho haben wir 10 Bezirke und könnten regelmäßig Auffrischungskurse speziell für Frauenfussball und Verwaltungskurse für Manager abhalten. Damit wir Sponsoren gewinnen können. Im Moment ist es immer noch der Verband, der die Superliga der Frauen finanziert. Die Frage der Anreize muss geprüft werden, um den Spielerinnen eine Motivation zu geben. Die Fussballlandschaft hat sich wirklich verändert. Daher könnten auch Unternehmen in den Frauenfussball investieren."

Baholo Motene (Lesotho)

In den kommenden Monaten wird die FIFA den Frauenfussball in Lesotho darüber hinaus zusätzlich unterstützen. Im Rahmen des FIFA COVID-19-Hilfsfonds kann jeder der 211 Mitgliedsverbände einen Zuschuss von bis zu 500.000 USD beantragen, um in den Frauenfussball zu investieren.

Der Fussballverband von Lesotho hat einen Antrag gestellt und einen Strategieplan vorgelegt. Die Finanzierung wird auf die Unterstützung nationaler Wettbewerbe, Nationalmannschaften, den Kapazitätsaufbau und des Breitensports ausgerichtet. Alles geleitet vom jüngsten Start des neuen FIFA-Programms zur Entwicklung des Frauenfussballs.

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