Frauenfussball

Alle gegen "Barça" bei Madrids Einstand in "La Liga"

Marta Torrejon of FC Barcelona celebrates with teammates after scoring her team's 
© Getty Images
  • Am Samstag beginnt in Spanien der Spielbetrieb der Primera División mit Barcelona als Favorit
  • Real Madrid schickt erstmals ein Team ins Rennen
  • Die letzte Saison wurde aufgrund der Pandemie abgebrochen

Der Elite-Frauenfussball in Spanien ist zurück. Dieses Wochenende nimmt die Primera Division als letzte der großen europäischen Ligen den Spielbetrieb wieder auf, nachdem die letzte Saison aufgrund der Pandemie vorzeitig beendet worden war – mit dem FC Barcelona als Meister und ohne Absteiger.

Die Azulgrana haben den Kern des Teams gehalten und sind auch in dieser Saison wieder favorisiert. Schärfster Rivale der letzten Jahre ist Atlético Madrid. Mit Spannung erwartet wird die erste Saison von Real Madrid. Der Hauptstadtklub steigt mit Pauken und Trompeten in die Liga ein, denn gleich zum Auftakt steht der Clásico gegen Barça auf dem Programm.

Wir beleuchten den Titelkampf, vielversprechende Spielerinnen und Teams und werfen auch einen Blick auf die Trainerbänke. Möge der Ball rollen!

La Liga – Schon gewusst?

  • 18 Teams: Bis jetzt waren in der Primera División höchstens 16 Teams am Start. Diesmal gesellen sich zu den Klubs der letzten Spielzeit, in der der FC Valencia und Espanyol Barcelona aufgrund des Turnierabbruchs nicht abgestiegen sind, die Aufsteiger Santa Teresa CD und SD Eibar.
  • 34 Spieltage: Das Turnier startet am 3. Oktober und endet am 27. Juni 2021.
  • 3 Startplätze für Europa: Zum ersten Mal qualifizieren sich die ersten drei Teams für die nächste Auflage der UEFA Champions League der Frauen.
  • 2 Frauen auf den Trainerbänken: Nur zwei Teams werden von einer Trainerin betreut. María Pry ist weiterhin zuständig für UD Levante, den Tabellendritten des letzten Jahres, und Natalia Arroyo gibt ihr Debüt bei Real Sociedad San Sebastián.

Der Titelkampf

Atleti hatte die letzten drei Spielzeiten gewonnen, die Saison 2020 ging jedoch an Barça, das sich drückend überlegen zeigte und der Konkurrenz derzeit einen Schritt voraus ist. In den 21 Partien, die vor dem Saisonabbruch gespielt wurden, musste das Team nur zwei Unentschieden hinnehmen und erzielte 86 Tore bei gerade einmal 6 Gegentoren.

Mit seinem starken Kader, der sich aus dem Rückgrat des spanischen Nationalteams einschließlich Jenni Hermoso, der besten Torschützin des Turniers, und Sandra Paños, der besten Torfrau, sowie internationalen Stars wie Lieke Martens oder Caroline Graham Hansen zusammensetzt, ist Barça auch in dieser Saison favorisiert.

Allerdings hat Atleti sich verstärkt, um dem FC Barcelona den Titel streitig zu machen. Nach einer Runderneuerung in allen Teilen des Teams kann Atleti nun mit erfahrenen internationalen Akteurinnen wie der Torfrau Hedvig Lindahl und der Verteidigerin Alia Guagni und vielversprechenden jungen Talenten wie der Stürmerin Emelyne Laurent aufwarten. Die Colchoneras gehen aber auch geschwächt in die neue Spielzeit, denn außer Virginia Torrecilla, die sich wegen eines Hirntumors in Behandlung befindet, fallen weitere Spielerinnen verletzungsbedingt aus.

The Atletico Madrid team pose for a team photo wearing a t-shirt to show support for Virginia Torrecilla
© imago images

Mit Spannung erwartetes Debüt

Nach einer Übergangssaison als CD Tacón ist Real Madrid nun zum ersten Mal in der Primera División vertreten. Das ehrgeizige Projekt der Königlichen wird mit dem Grundstock des letztjährigen Kaders fortgesetzt, dem unter anderem das schwedische Duo Kosovare Asllani und Sofia Jakobsson angehören. Hinzu kommen viele neue Gesichter. Die spanischen Nationalspielerinnen Marta Corredera und Ivana Andrés sowie die mexikanische Nationalspielerin Kenti Robles verstärken die Abwehr, im Mittelfeld werden junge Talente wie Tere Abelleira und Maite Oroz die Geschicke lenken.

Real steigt mit einem Paukenschlag in die Liga ein, denn gleich am Sonntag steht das Duell mit dem mächtigen FC Barcelona auf dem Programm. Dieser neue Clásico könnte Anhaltspunkte dafür liefern, welche Aspirationen Madrid in diesem Turnier hegen kann.

Real Madrid new signings pose
© Real Madrid

Potenzielle Überraschungsteams

In der letzten Saison ließ Aufsteiger Deportivo La Coruña aufhorchen und belegte am Ende den vierten Platz. In der aktuellen Spielzeit möchten mehrere Teams, darunter auch La Coruña, für Gesprächsstoff sorgen. So könnte beispielsweise Madrid CFF ein eher kleiner Klub, der jedoch schon lange im Elitefussball vertreten ist, für eine Überraschung sorgen. Zu den Leistungsträgerinnen gehören Geyse Ferreira und Estela Fernández sowie die erfahrene Stürmerin Priscila Borja, die nur schwer zu stoppen ist.

UD Levante hat sich mit der Französin Sandie Toletti und der Argentinierin Aldi Cometti verstärkt und damit gute Aussichten auf den dritten Platz. Das Team verfügt jedoch über einen Kader, mit dem es zumindest auch um Platz zwei mitspielen könnte.

Spielerinnen im Fokus

Asisat Oshoala: Ihre Mitstreiterinnen im Offensivduo von Barça, Jenni Hermoso und Caroline Graham Hansen, stehen normalerweise stärker im Blickpunkt als sie, aber in der gesamten Liga findet man kaum eine Spielerin, die es in puncto Schnelligkeit und Effektivität vor dem Tor mit der Nigerianerin aufnehmen kann. Wird dies das Jahr von Oshoala werden?

Claudia Pina: Die junge Stürmerin hat mit Spanien die FIFA U-17-Weltmeisterschaft gewonnen und bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft den zweiten Platz belegt. Nun braucht sie nur noch Spielzeit, um ihr großes Talent auch in der ersten Liga unter Beweis stellen zu können. Da dies angesichts des starken Kaders bei Barça schwierig ist, spielt sie auf Leihbasis für den FC Sevilla und ist entschlossen, die Tür aufzustoßen.

Marta Cardona: Die dynamische und technisch versierte Spielerin hat sich mit ihren guten Auftritten bei Real Sociedad zunächst einen Platz im spanischen Nationalteam und dann einen Wechsel zu Real Madrid erarbeitet. Für die 25-jährige kommt die Herausforderung gerade zur rechten Zeit. Mit ihr und Jakobsson im Duo dürfte der Angriff der Königlichen für Furore sorgen.

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