Frauenfussball

Al Bakkar schreibt in Libanon Geschichte als Schiedsrichterin

Lebanese referee Doumouh Al Bakkar in action
© LFA-Adnan Hajj Ali
  • Doumouh Al Bakkar schrieb ein Kapitel libanesischer Fussballgeschichte
  • Die junge Schiedsrichterin hat bereits mehrere Spiele bei den Männern geleitet
  • Ihr großes Ziel ist die Teilnahme an der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft

Der Frauenfussball wird auch in der arabischen Welt immer populärer. Da ist es kaum eine Überraschung, dass auch immer mehr Frauen als Schiedsrichterinnen tätig sind und Spiele leiten. Eine von ihnen, nämlich die Libanesin Doumouh Al Bakkar, ist allerdings bereits einen Schritt weiter. Sie gehört zu den führenden Schiedsrichterinnen des Landes und schrieb Fussballgeschichte, indem sie bereits mehrere Spiele bei den Männern leitete.

Al Bakkar begann ihre Karriere im Fussball als Spielerin, bevor sie beschloss, sich auf das Leiten von Spielen zu konzentrieren. 2014 wurde zum Wendepunkt im Leben der jungen Libanesin. Sie besuchte eine von ihrem nationalen Verband organisierte Schulung für die "Schiedsrichterinnen von morgen". Schon damals war sie augenblicklich begeistert und auch sechs Jahre später hat sie nichts von ihrem Enthusiasmus in Bezug auf diese Tätigkeit verloren.

Auf die Frage nach ihrem Weg von einer Spielerin über eine Trainerin zur Schiedsrichterin sagte sie FIFA.com: "2014 nahm ich an dem Kurs "Schiedsrichterinnen von morgen" teil. Das war für mich in der Welt des Fussballs eine ganz neue Herausforderung. Ich wollte mir neue Kenntnisse aneignen. Schon damals gefiel mir der Gedanke, die Leitung von Spielen zu übernehmen und für deren möglichst reibungslosen Ablauf zu sorgen. Außerdem konnte ich mich so in der Welt des Fussballs weiter entwickeln."

Lebanese referee Doumouh Al Bakkar
© Others

Al Bakkar übte ihre neue Tätigkeit sehr erfolgreich aus und leitete in der Folgezeit zahlreiche Spiele, darunter auch mehrfach das Finale der Frauenliga sowie das libanesische Pokalfinale der Frauen. Sie pfiff auch Qualifikationsspiele für die AFC U-16- und U-19-Frauen-Meisterschaften sowie für das Olympische Fussballturnier der Frauen. Daneben kam sie bei verschiedenen Frauenturnieren in Westasien sowie bei Veranstaltungen in Bahrain, den VAE, Libanon und Jordanien zum Einsatz.

Durch ihre exzellente Arbeit verdiente sich Al Bakkar 2016 ein internationales Zertifikat und wurde zu einer der bekanntesten Schiedsrichterinnen Asiens. Sie leitete dann auch einige Freundschaftsspiele im Männerbereich sowie Partien in der zweiten Liga bzw. bei Nachwuchsturnieren.

"'Frauenspiele unterscheiden sich von Männerspielen, was das Niveau, die Erfahrung der Spieler und die Taktik angeht. Fussball war ja früher ein reiner Männersport. Daher haben die Männer viel mehr Erfahrung. Sie bestreiten auch mehr Spiele, was sich auf das Niveau, die Leistungen und die Spielweise auswirkt."

"Dies wiederum erfordert mehr Laufarbeit und auch angepasste Laufwege und Bewegung auf dem Platz, und außerdem eine sehr resolute Schiedsrichterarbeit. Ich würde nicht sagen, dass Männerspiele schwieriger sind. Was das Lesen des Spiels angeht, sind sie sogar eher leichter. Aber man braucht eine straffe Leitung und eine entsprechend starke Persönlichkeit", fügte sie hinzu.

Al Bakkar ist überzeugt, dass ihr Erfolg als Schiedsrichterin andere Mädchen und Frauen motivieren wird, den gleichen Weg einzuschlagen. "Ich unterstütze jedes Mädchen, das den Fussball liebt und als Schiedsrichterin anfangen möchte. Ich biete stets meine Hilfe an und teile mein Wissen und meine Erfahrungen mit allen, die ich treffe, um sie zu ermutigen, den gleichen Weg einzuschlagen", so die Libanesin.

Lebanese referee Doumouh Al Bakkar in action
© LFA-Adnan Hajj Ali

Weitere Fortschritte

Al Bakkars Karriere wurde mit ihrer Teilnahme an der Sommer-Universiade Chinese Taipei 2017 international. Sie leitete dort mehrere Spiele des Fussballturniers der Frauen, darunter auch das Viertelfinale zwischen Kanada und Brasilien. Schließlich wurde sie auch für das Team der Offiziellen für das Finale zwischen Brasilien und Japan ausgewählt.

Sie hat überaus schöne Erinnerungen an das Turnier. "Das Finale zwischen Brasilien und Japan war das bis heute wichtigste Spiel meiner Karriere. Bei dem Turnier war ich erstmals außerhalb Libanons an der Spielleitung beteiligt. Es waren sehr viele Fans bei den Spielen und die Spielweise war ganz anders. Bis heute erinnere ich mich gern an diese wundervollen Gefühle", so die Schiedsrichterin.

"Ich habe hart gearbeitet, um für das Finale ausgewählt zu werden, und ich habe es geschafft. Ich habe dabei gelernt, dass sich Beharrlichkeit auszeichnet. Meine Liebe zum Fussball ist dadurch nur noch größer geworden", fügte sie hinzu.

Al Bakkar will sich nun auch international einen Namen machen und hofft, dass eines Tages eine Libanesin bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ zum Einsatz kommt. Sie ist überzeugt, dass es früher oder später so weit sein wird.

"Wir wollen Libanon bei einer FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ vertreten sehen. Ich hoffe sehr, dass ich das selbst tun kann. Doch auch wenn ich es nicht sein werde, dann schafft es ganz sicher eine andere Schiedsrichterin zur WM-Endrunde, denn wir lernen und verbessern uns stetig. Eines Tages wird sich diese Gelegenheit ergeben", so ihre Vorhersage.

Auf die abschließende Frage nach ihrer Zukunft antwortete Al Bakkar: "Ich möchte erfolgreich arbeiten und mir in Asien einen Namen machen, damit ich bei Endrunden eingesetzt werden kann und bei der WM dabei sein kann. Das ist ein langer Weg, der enorme Beharrlichkeit erfordert."

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