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Sörsensen über Everton, Harder und Medaillenhoffnungen

Nicoline Sorensen #14 of Denmark celebrates after scoring a goal during the UEFA Women's EURO 2022 qualifier match between Italy Women's and Denmark Womens's at Stadio Carlo Castellani on October 27, 2020 in Empoli, Italy. 
© Getty Images
  • Nicoline Sörensen glänzte in Dänemarks Europameisterschaftsqualifikation
  • Die junge Stürmerin ist seit ihrem Wechsel zum FC Everton in die WSL aufgeblüht
  • Sie erklärt ihren Wechsel und warum Pernille Harder für sie die "Weltbeste" ist

In der Weltspitze ist Nicoline Sörensen noch verhältnismäßig neu. Aber zwei denkwürdige Spiele im Abstand von nur wenigen Tagen unterstreichen, dass die junge Dänin nicht nur ganz oben angekommen ist, sondern auch dort bleiben will.

Das erste der genannten Spiele fand in Empoli statt, wo Sörensen Dänemark mit einem frühen Tor zur UEFA EURO der Frauen schoss. Für Gegner Italien war es die erste Heimniederlage nach über fünf Jahren – und das nach einem direkt verwandelten Eckball. Die große Frage, die sich angesichts dessen aufdrängt: War das wirklich Absicht?

Sörensen kann damit umgehen. Lachend erklärt sie bei FIFA.com: "Das werde ich seitdem dauernd gefragt. Ich kann nur sagen, der Ball sollte auf den ersten Pfosten kommen. Und ich bin durchaus stolz auf das Tor, weil es so wichtig war und das Spiel beruhigt hat. Ab da haben wir aus meiner Sicht eines der besten Spiele einer dänischen Nationalmannschaft gemacht."

Der Jubel nach der Partie war ein Spiegel von Dänemarks Leistung, des außergewöhnlichen Fussballs, den die Mannschaft geboten hatte, sowie der hochkarätigen Gegnerinnen. "Das da auf dem Bild bin ich mit Dänemark-Hut", sagt Sörensen und lacht erneut. "Wir haben gern Spaß und an diesem Abend besonders."

"Das war der Höhepunkt meiner bisherigen Karriere. Ich bin ja jetzt schon ein paar Jahre in der Nationalmannschaft, aber so viel gespielt wie zuletzt habe ich noch nie. Und es ist toll, einen Beitrag zu einer Mannschaft zu leisten, die etwas Besonderes erreicht hat."

Doch bei aller gerechtfertigten Freude konnte Sörensen nicht allzu lange oder intensiv feiern. Denn für die 23-Jährige stand gleich das nächste große Spiel an: Das Endspiel um den FA Cup der Frauen im Wembley-Stadion.

Was folgte, waren 120 äußerst anstrengende Minuten in der riesigen Arena, und obwohl Sörensen und ihr FC Everton voll auf der Höhe waren, zogen sie am Ende den Kürzeren gegen das Starensemble von Manchester City.

"Das war eine verrückte Woche. Anstrengend, aber auch toll. Unvergesslich", so Sörensen. "Natürlich war das Ergebnis letztlich nicht das, was wir uns vorgestellt hatten, aber das ganze Drumherum, die Erfahrung Wembley, war einfach unglaublich. Nach dieser Woche war ich sehr dankbar, Fussballerin zu sein."

Nicoline Sorensen celebrates scoring for Everton.
© imago images

Für Sörensen, die letztjährige Torschützenkönigin und Spielerin des Jahres in Dänemark, war es zudem eine weitere Bestätigung, dass ihr Wechsel zu Everton die richtige Entscheidung war.

"Bei Everton passt alles – Klub, Stab, Ziele. Ich fühle mich gut aufgehoben", sagt sie. "Hinzu kommt, dass es für jede Fussballerin auf der Welt momentan nur eine Liga als Wunschziel gibt, und das ist die WSL. Die WSL ist spannend und das Niveau sehr hoch. Wer eine Herausforderung sucht und sich verbessern will, wechselt nach England.

Ich bin jedenfalls sehr glücklich, hier zu sein, bei einem Klub, der oben mitspielen will und um Titel und einen Platz in der Champions League kämpft."

Nicoline Sörensen

  • Alter: 23

  • Lieblingsposition: Obschon im Angriff flexibel einsetzbar, spielt Sörensen selbst am liebsten auf den Flügel. "So kann ich mit dem Ball am Fuß mit Anlauf ins Eins-gegen-Eins gehen."
  • Trivia: Bei Everton bildet sie ein rein dänisches Sturmduo mit Rikke Sevecke. "Rikke und ich sind seit unserem 14. Lebensjahr befreundet", so Sörensen. "Wir haben zusammen alle Jugendnationalmannschaften durchlaufen."
Nicoline Sorensen #14 of Denmark celebrates after scoring a goal during the UEFA Women's EURO 2022 qualifier match between Italy Women's and Denmark Womens's at Stadio Carlo Castellani on October 27, 2020 in Empoli, Italy. 
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Beim Blick auf den Titel führt für Everton und alle anderen Aspiranten aber kein Weg am amtierenden Meister FC Chelsea vorbei. Die von Emma Hayes trainierte Mannschaft wurde durch die Verpflichtung der Dänin Pernille Harder zuletzt gewiss nicht schlechter. Sörensen kennt die Spielführerin des dänischen Frauen-Nationalteams natürlich bestens. Ihrer Meinung nach hätte sie die Auszeichnung als The Best FIFA-Weltfussballerin mehr als verdient.

"Für mich ist sie die Beste der Welt. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, das ist sie schon seit Jahren", erklärt Sörensen. "Schon bei der letzten Europameisterschaft (als Harder bei Dänemarks Vorstoß bis ins Endspiel überragte) konnte jeder sehen, wie gut sie ist, und seitdem hat sie sich noch mal weiterentwickelt und eine neue Stufe erklommen."

Dänemarks Playoff-Niederlage gegen den späteren Finalisten Niederlande freilich verhinderte, dass Harder sich bei der letztjährigen FIFA Frauen-Weltmeisterscharft Frankreich 2019™. Mit Harder als Star und Dreh- und Angelpunkt einer verjüngten Nationalmannschaft glaubt Sörensen allerdings an gute Chancen für Dänemark bei der Europameisterschaft im nächsten Jahr.

"Ich glaube, für uns ist wieder eine Medaille drin. Der Frauenfussball hat sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt und meiner Meinung nach gibt es inzwischen in Europa zahlreiche Mannschaften auf ähnlich hohem Niveau, zu denen ich auch Dänemark zähle", sagt Sörensen. "Wir sollten uns definitiv den Titel zum Ziel setzen.

"Wir haben neben Pernille noch eine Reihe weiterer Spielerinnen, die den Ausschlag geben können. Wir brauchen uns nicht zu verstecken."

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