Entwicklung

Somalia nach historischem FIFA-Kurs motiviert

An image from the FIFA Grassroots coaching course in Mogadishu, Somalia that took place 15-19 August 2013
© FIFA.com

Nach Jahren der Unruhen und des Bürgerkriegs beginnt für Somalias Fussball nach dem Abschluss des ersten FIFA-Entwicklungskurses in Mogadischu seit 1986 am Montag, 19. August, im Banadir-Stadium eine neue Ära.

"Dieser Kurs war ein wichtiger Meilenstein für unseren Fussball", sagte der Generalsekretär des somalischen Fussballverbands (SFF), Abdiqani Said Arab, gegenüber FIFA.com. "Er war eine großartige Plattform für eine neue Generation Somalier und ein großer Schritt in Richtung einer Normalisierung des Fussballs in unserem Land. Die Sicherheitslage in Somalia wird besser, und wir glauben daran, dass es möglich ist, die Dinge voranzubringen."

Aus Sicherheitsgründen mussten frühere FIFA-Kurse zugunsten des SFF in Dschibuti abgehalten werden. "Ich hatte die Gelegenheit, in Dschibuti zwei Kurse zu leiten, und ich kann bestätigen, dass es in diesem Moment wohl keinen Mitgliedsverband gibt, der mehr von einem solchen Programm profitieren könnte als dieser", sagte Ulric Mathiot, der verantwortliche FIFA-Instruktor des fünftägigen Kurses in Mogadischu. "Der Kurs zielt darauf auf, den Fussball in Somalia von unten aufzubauen. Der SFF hat sehr gute Arbeit geleistet, und zusammen mit der Fortführung der Grassroots-Aktivitäten bin ich mir sicher, dass der Fussball in Somalia große Fortschritte machen wird."

31 Trainer nehmen teil
Während seines Aufenthalts in Mogadischu traf Mathiot mit der somalischen Ministerin für die Entwicklung des öffentlichen Dienstes, Maryan Qasim, zusammen, welche das Engagement der FIFA im Land lobte.

31 Trainer aus ganz Somalia nahmen am historischen Programm teil. Nach Durchführung von intensiven praktischen und theoretischen Einheiten in den Bereichen Fussballtraining und Organisation fand am Montag als krönender Schlusspunkt der Aktivitäten ein Festival statt, an dem über 300 Kinder teilnahmen. Die Trainer werden ihre neu erworbenen Kenntnisse nun in Vereinen, Schulen oder Akademien anwenden.

Somalia leidet zwar seit 1991 unter den Folgen eines verheerenden Bürgerkriegs, doch der Fussball hat in dem Land am Horn von Afrika dennoch weiter eine wichtige Rolle gespielt. "Im Verlauf der letzten Jahre ist der Fussball zu einem wichtigen Werkzeug in unserem Land geworden, um junge Somalier vom Krieg fernzuhalten und damit zum Frieden beizutragen", sagte der Entwicklungs-Offizier des SFF, Ali Ahmed.

Russland 2018 als Ziel
Der Kunstrasenplatz und die Tribünen im Banadir-Stadion, deren Bau 2006 als Teil eines Goal-Projekts der FIFA mit einem Volumen von 1,6 Millionen U.S.-Dollar begonnen wurde, erlitten während des Bürgerkriegs schwere Schäden, was ein großer Rückschlag für den somalischen Fussball war. Die zweite wichtige Sportarena des Landes, das Mogadishu Stadium, wird zurzeit von der Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AMISOM) besetzt. Die instabile Sicherheitslage und das Fehlen eines ordnungsgemäßen Stadions waren der Grund dafür, dass Somalias Nationalelf keine Spiele mehr auf heimischem Boden bestreiten konnte. Die letzte WM-Qualifikationspartie, die in Somalia stattfand, wurde am 27. Juli 1980 absolviert.

Nach der teilweisen Zerstörung des Banadir-Stadions erklärte sich die FIFA bereit, den Kunstrasenplatz und die Tribünen wieder aufzubauen, um dem SFF zu ermöglichen, die Anlage für die Austragung der kommenden Auflage der Somali Football League zu nutzen, die am 5. September starten soll.

"Der Wiederaufbau des Banadir-Stadions war sehr wichtig, da wir nun einen passenden Ort für die regelmäßige Austragung von Spielen haben, und er wird eine wichtige Rolle in der weiteren allgemeinen Planung spielen", sagte der SFF-Generalsekretär Abdiqani Said Arab. "Unser großes Ziel ist Russland 2018. Es scheint eine etwas utopische Vorstellung, doch die allgemeine Situation in unserem Land hat sich verbessert, und wir sind zuversichtlich, dass wir in der Lage sein werden, eine allgemeine Entwicklung des somalischen Fussballs lostreten zu können."

Zusätzlich zu den Grassroots-Kursen und dem Wiederaufbau des Banadir-Stadions spendete die FIFA eine Million U.S.-Dollar als Nothilfe während der humanitären Krise in Somalia im August 2011.

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