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Positives Feedback zum Task Force-Treffen

FIFA Task force football 2014 and press conference
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Zum ersten Mal traf am Dienstag, 10. Mai 2011, die neu gegründete Task Force 2014 am FIFA-Hauptsitz in Zürich zusammen. FIFA.com sammelte im Anschluss an die erste Sitzung dieses Gremiums Stimmen der Teilnehmer.

Joseph S. Blatter (FIFA-Präsident) *"Das Ziel der FIFA ist es, die Attraktivität des Spiels fortan zu verbessern, um auch den veränderten Ansprüchen der Fans gerecht zu werden. Es gibt eine Menge Themen, die in der Task Force 2014 diskutiert werden, so zum Beispiel das Schiedsrichterwesen, die Wettbewerbsformate oder die Spielkontrolle. Wir erwarten uns produktive Vorschläge, die an die verschiedenen Gremien wie das FIFA-Exekutivkomitee sowie das International Football Association Board herangetragen werden."
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*Franz Beckenbauer (Vorsitzender, Deutschland)
*"Ich bedauere sehr, dass ich an der heutigen Sitzung aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen kann. Die Task Force 2014 ist ein immens wichtiges Projekt. Die Einberufung dieser Arbeitsgruppe, welche die Weichen der Zukunft für den Fussball stellen soll, war eine hervorragende Idee von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter. Die Arbeit an diesem Projekt ist mir eine echte Herzensangelegenheit und ich habe mich sehr auf die heutige Sitzung gefreut. Vor allem darauf, meine Kollegen und Experten aus dem Fussballkreis wieder zu treffen. Wir haben in den vergangenen Wochen bereits alles detailliert vorbereitet. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen und das Projekt ist bestens aufgegleist. Es gilt, wichtige sportliche Fragen zu beantworten, Lösungen zu finden und konkrete Entscheidungen zu treffen."

Kalusha Bwalya (Sambia)
"Ich fühle mich geehrt, heute den Vorsitz dieser Task Force geführt zu haben. Diese Arbeitsgruppe ist ein wichtiger Schritt, um die Attraktivität des Fussballs zu verbessern. Sie soll wichtige Themen des Spiels diskutieren und Vorschläge zur Verbesserung bringen. Ich bin stolz, dass wir bereits konkrete Vorschläge für vier wichtige Themen erörtert haben. Zum einen schlagen wir die Zulassung einer vierten Auswechslung in der Verlängerung vor, insbesondere bei Jugendwettbewerben. Zudem soll die Auslegung von Regel 11, Abseits hinsichtlich der Beeinflussung eines Gegners, besonders ohne körperliche Beeinflussung überprüft werden. Schließlich haben wir Vorschläge für die Problematik der Dreifachbestrafung sowie die Professionalisierung des Schiedsrichterwesens erarbeitet."

*Demetrio Albertini (Italien) *"Es war ein sehr wichtiges Meeting heute, denn solch ein Komitee traf seit 1990 nicht mehr zusammen. Die Konferenz dauerte länger als geplant, und wir haben noch nicht einmal alle Punkte der Agenda diskutieren können, einfach weil die Debatte sehr intensiv und interessant war. Aus meiner Sicht haben wir heute drei wichtige Dinge besprochen: die sogenannte Dreifachbestrafung - Rote Karte, Elfmeter und Sperre - von der wir denken, dass sie zu hart gegen den Spieler ist. Als zweites die Arbeit an der Torlinien-Technologie, von der wir zwar nicht zu 100 Prozent wissen, wie diese im Endeffekt aussehen wird, aber es ist wichtig, sich darüber auszutauschen. Denn wir sind uns alle einig, dass wir diesen Weg gehen müssen. Und letztlich das Thema der Abseitsregel in Bezug auf aktives und passives Abseits. Wir würden diese Regel gerne vereinfachen um den Schiedsrichtern das Leben etwas einfacher zu machen."

Massimo Bussacca (Schweiz)
"Fussball ist eine einfache Sportart, bei der nicht allzu viel geändert werden muss. Aber wir sind uns im Klaren darüber, dass man auch Sachen verbessern kann. Im Schiedsrichterwesen können wir beispielsweise die Leistung während des Spiels verbessern. Unser Ziel ist es, 2014 mit wirklich guten Schiedsrichtern in Brasilien anzutreten. Ich bin seit 22 Jahren Schiedsrichter, seit fast zehn Jahren auf hohem Niveau. Ich kann meine Erfahrungen einbringen und Empfehlungen geben, was ich beispielsweise in meiner Vorbereitung vermisst habe und wie wir das verbessern können. Es ist klar, dass wir professionelle Schiedsrichter brauchen, aber nicht nur auf dem Papier, sondern vor allem mit guten Qualitäten auf dem Spielfeld."

Cafu (Brasilien)
"Wir alle wollen, dass der Fussball so spektakulär wie möglich ist. Fussball soll Freude und Emotionen bringen. Spieler, die ein schlechtes Image für den Fussball darstellen, die ständig Schiedsrichterleistungen anfechten, sind ein schlechtes Beispiel für die Jugend. Diese Mentalität müssen wir ändern. Unser Sport ist wirklich wunderbar und darf dadurch nicht ruiniert werden. Ich habe viermal an einer Weltmeisterschaft teilgenommen und zweimal den Titel geholt. Mit dieser Erfahrung will ich mich in dieser Arbeitsgruppe einbringen."

Ivan Curkovic (Serbien)
"Der Fussball ist sehr populär geworden, und es ist sehr viel Geld involviert. Wir müssen das Spiel schützen, um Probleme in Brasilien 2014 zu verhindern. Bis dahin müssen wir einige Punkte klarstellen. Wie zum Beispiel neue Technologien. Die helfen uns zwar auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite können sie Probleme verursachen. Alles wird diskutiert und aus hunderten Blickwinkeln analysiert. Perfektion existiert nicht, aber mit einer Task Force in dieser kompetenten Zusammensetzung können wir effektive Lösungen vorschlagen. Die schwierige Aufgabe ist es, dem Spiel zu helfen, indem wir die Entwicklungen vorhersehen. Fussball ist ein dynamischer Sport, den man nicht einfach stoppen kann wie Basketball oder American Football. Fussball ist populär, weil es ein einfaches Spiel mit einfachen Regeln ist. Man kann es überall ohne große Ausrüstung spielen – das müssen wir bewahren."
*Prof. Jiri Dvorak (Schweiz) *"Für uns war das erste Treffen sehr wichtig, weil die medizinischen Angelegenheiten integrierte Teile der Task Force sind. Dies ist eine große Anerkennung der Wissenschaft und der Mitwirkung an der Verbesserung des Spiels. Ich wünsche mir, dass das Fairplay-Prinzip mehr zur Anwendung kommt, dass wir im Spiel alle Fouls, die potenziell zu Verletzungen führen, eliminieren können."

Sunil Gulati (USA)
"Wir haben heute zwar keine Lösungen für alle Probleme gefunden, aber das wird in einem ersten Meeting ja auch nicht erwartet. Als Präsident eines Nationalverbandes, der zum einen an der WM teilgenommen hat, aber auch eine Liga hat, bringe ich einen etwas anderen Blickwinkel in die Diskussionen. Ich denke, das ist es, was Präsident Blatter suchte. Personen, die verschiedene Ansichten haben, Menschen, die Fussball gespielt haben und Menschen, die Fussball verwalten. Dazu noch die Konflikte zwischen den Klubs und den Nationalmannschaften sowie den Medizinexperten. Das ist eine brillante Idee. All diese Personen waren heute in diesem Raum vereint. Und all das für ein gemeinsames Ziel – zum Wohle des Fussballs."
Fernando Hierro (Spanien) *
"Ich bin stolz, ein Teil dieser Arbeitsgruppe zu sein, und muss sagen, dass das erste Treffen eine wunderbare Erfahrung für mich war. Als Fussballer habe ich über 18 Jahre lang professionell gespielt, habe mit Spanien an Welt- und Europameisterschaften teilgenommen und bin nun Sportdirektor dieser Mannschaft. Genau dieser Mix aus Erfahrung erlaubt es mir, interessante Ideen, die dem Fussball helfen können, vorzubringen."
Charmaine Hooper (Canada) *"Ich denke, diese Task Force kann helfen, das Spiel interessanter und für Fans unterhaltsamer zu machen. Ich kann meine Erfahrungen im Frauenfussball einbringen, diesen präsenter und für Schiedsrichterinnen und Trainerinnen zugänglicher machen. Wir müssen ihnen helfen, professioneller zu werden. Doch das ist nicht einfach, denn viele haben eine Familie und es ist schwierig, ihre Karriere zu verfolgen."


Christian Karembeu (Frankreich) *"Nach 1990 könnte diese Task Force einige Veränderungen in den Fussball bringen. Einer der Haupt-Diskussionspunkte war die Dreifachbestrafung, die wir etwas entschärfen wollen, indem der Spieler nur eine Gelbe Karte bekommt, nicht direkt eine Rote Karte. Im Bereich des Frauenfussball wollen wir mehr Frauen als Trainerinnen und Schiedsrichterinnen involvieren, denn der Frauenfussball wächst immer mehr."


Ioan Lupescu (Rumänien) "Ich denke, dass wir mit der Task Force im Sinne des Fussballs etwas verändern können. Es ist eine gute Mischung aus ehemaligen Spielern, die jetzt in der Administration arbeiten, Schiedsrichtern und Medizinern. Für mich ist die Uniformität der Regeln und der Wettbewerbe ein wichtiges Thema."
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Theo van Seggelen (Niederlande)*

"Für die Spieler ist es unheimlich wichtig, durch FIFPro eine Stimme in dieser Task Force 2014 zu haben. Denn letztendlich gäbe es ohne Spieler kein Fussballspiel. Sie sind diejenigen auf dem Spielfeld und sie kennen die Probleme am besten. Für uns sind die Dreifachbestrafung sowie das Schiedsrichterwesen ganz wichtige Themen, die diskutiert werden müssen."

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