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Mijatovic mit Serbien auf der Jagd nach einem historischem Erfolg

Serbia attacker Milica Mijatovic in an international against Finland, March 2017
© imago images
  • Milica Mijatovic glänzte im W-League-Team von Melbourne City
  • Sie hofft mit Serbien auf einen Durchbruch in der EURO-Qualifikation
  • "Serbien hat schon immer hochklassige Spielerinnen gehabt"

Als der W-League-Klub Melbourne City seinen Kader für die jüngste Saison vorstellte, sprang ein Name sofort ins Auge. Denn der viermalige Meister der australischen Frauenliga ist dafür bekannt, immer wieder internationale Topstars zu verpflichten, beispielsweise die japanische Weltmeisterin Yukari Kinga, die rund um die Welt gefeierte Schottin Kim Little oder die überaus zuverlässige Spielführerin des walisischen Nationalteams Jessica Fishlock.

Milica Mijatovic allerdings, die vom norwegischen Klub Arna-Bjornar kam, schien da zunächst nicht ganz ins Bild zu passen. Doch die serbische Stürmerin bewies ihre Qualitäten in dem ambitionierten australischen Team nahezu unverzüglich.

Sie trug mit zahlreichen wunderschönen Toren maßgeblich dazu bei, dass Melbourne City die gesamte Saison ohne Niederlage blieb. Die in Belgrad aufgewachsene Mijatovic wirkte an der Seite zahlreicher enorm erfahrener Nationalspielerinnen wie der Japanerin Kinga und den Australierinnen Emily van Egmond und Steph Catley keineswegs fehl am Platz.

Mijatovic stand den gestandenen Stars mit ihrer starken Technik und Erfahrung in nichts nach. Eigentlich nicht überraschend, kommt sie doch aus einem Teil der Welt, in dem hochklassiger Fussball gespielt wird. Mijatovics Erfolge in einem hochklassigen Team deuten jedenfalls darauf hin, dass Serbien die Voraussetzungen erfüllt, sich zu einer führenden Macht im Frauenfussball zu entwickeln.

Dieser Einschätzung stimmt 'Millie', wie sie überall genannt wird, uneingeschränkt zu. "Als ich zum Nationalteam kam, mangelte es uns noch an Fitness und Wettkampfhärte. Doch mittlerweile haben wir diese Stärken dank mehrerer Spielerinnen, die im Ausland aktiv sind. Das macht einen enormen Unterschied", so Mijatovic im Gespräch mit FIFA.com. "Serbien hat schon immer hochklassige Spielerinnen gehabt."

Mijatovics technische Stärke zeigt sich auch in ihrer außerordentlichen Vielseitigkeit. In der Angriffsreihe von Melbourne City kam sie schon auf allen Positionen zum Einsatz. Im serbischen Nationalteam spielte Mijatovic ursprünglich auf ihrer Lieblingsposition im offensiven Mittelfeld, doch in jüngster Zeit kommt sie auch etwas zurückgezogen oder aber als Stürmerin zum Einsatz.

Nun hofft Mijatovic, dass der Optimismus sich auch auf der internationalen Bühne als berechtigt erweist. Serbien hat sich bislang noch nicht für ein großes internationales Turnier qualifizieren können.

Um in der Qualifikation für die nächste UEFA EURO der Frauen im Rennen zu bleiben, müssen die Serbinnen in Gruppe G einen Auswärtssieg beim Rivalen Österreich holen – eine schwere, aber nicht unlösbare Aufgabe für das Team.

"Ich denke, wir sind im Vergleich mit den Vorjahren mit dem Nationalteam auf einem guten Weg", so Mijatovic. "Wir haben ein relativ junges, aber dennoch starkes Team. Fast 80 Prozent unseres Kaders spielt bei guten Klubs und in starken Ligen."

"Der Frauenfussball in Serbien entwickelt sich derzeit enorm. Noch allerdings liegen wir deutlich hinter den führenden Nationen zurück. Wir bekommen jetzt mehr Unterstützung durch den Fussballverband, doch ich denke, dass gerade bei den Strukturen noch eine ganze Menge zu tun ist.

Vieles ändert sich im Moment, zum einen durch die Unterstützung, aber auch dank unserer verbesserten Spielstärke."

Mijatovics Wechsel nach Australien ist die jüngste Station ihrer abwechslungsreichen Karriere. Sie spielte schon in Frankreich, Schweden, Norwegen und sogar in Kasachstan. Sie kehrte gerade rechtzeitig vom 8:1-Kantersieg im EURO-Qualifikationsspiel gegen Nordmazedonien Anfang März zurück, um mit Melbourne City den Sieg im Entscheidungsspiel um die Meisterschaft zu holen.

Allerdings ergab sich danach ein Problem. Denn am selben Wochenende, an dem Melbourne City die Siegertrophäe der W-League errang, schloss Australien seine Grenzen, so dass die Serbin seitdem in Melbourne festsitzt.

Und so trainiert Mijatovic nun unter veränderten Bedingungen bei dem Klub, den sie mittlerweile liebt. In der zehnjährigen Geschichte der W-League finden sich Spielerinnen aus rund 30 Nationen. Kurioserweise ist Mijatovic dennoch die erste aus dem gesamten osteuropäischen Raum.

"Professionalität wird bei unserem Klub ganz groß geschrieben. Wir haben eine tolle Klubkultur", so die 28-Jährige. "Für mich ist das hier die perfekte Chance, meine Ambitionen deutlich zu machen."

"Ich habe mich offensiv deutlich verbessert und bin jetzt torgefährlicher im Abschluss. Ich will in einer der Topligen Europas oder in den USA spielen und denke, dass ich auch die dafür nötige Qualität mitbringe."

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