Über die FIFA

Júlio César: "Wunderbar, die Kraft des Fussballs zu sehen"

Julio Cesar in Bangladesh
  • FIFA-Legende Júlio César besuchte Bangladesch
  • Der ehemalige Torhüter traf einige Zukunftshoffnungen des Landes
  • Brasilianer bemerkt beträchtliches Wachstumspotenzial des Fussballs in Asien

Im Laufe seiner 20-jährigen Profikarriere lebte der Brasilianer Júlio César in fünf unterschiedlichen Ländern und besuchte anlässlich von Länderspielen viele weitere. In Bangladesch war er allerdings noch nie gewesen.

Nun hatte der ehemalige Torhüter in seiner Eigenschaft als FIFA-Legende die Möglichkeit, das südasiatische Land zu besuchen. Er schaute sich am 23. Januar das Halbfinale des Bangabandhu Gold Cups an und gab seine Erfahrungen auf dem Platz an Torhüter von Erstligateams und Frauenfussball-Nachwuchsteams weiter.

Júlio César, was hat Sie bei Ihrem ersten Besuch in Bangladesch überrascht?

Die große Fussballleidenschaft der Menschen! Das war wirklich bemerkenswert, ebenso wie die Trennung in zwei Lager, nämlich Brasilien- und Argentinien-Fans! Leider habe ich nicht sehr viel Zeit in Dhaka verbracht, aber ich konnte die Intensität der Stadt spüren. Auch der Verkehr war auf jeden Fall eindrucksvoll. Es war eine schöne Reise.

Während Ihres Aufenthalts hatten Sie Gelegenheit, mit Kazi Salahuddin zu sprechen, dem Präsidenten des Fussballverbands von Bangladesch.

Es war nur ein kurzes Zusammentreffen, aber er hat mich gefragt, ob ich ihm einen Rat dazu geben könnte, wie sich die physische Kondition der Nationalspieler des Landes verbessern ließe. Ich habe ihm geraten, mehr in Personal zu investieren. Insbesondere habe ich vorgeschlagen, im Alltag qualifizierte Trainer und gute Fachkräfte einzubinden, um mehr Profis ein besseres Training zukommen zu lassen.

Sie sind auch mit einigen Nationalteams zusammengetroffen, darunter auch das Frauenteam. Wie bewerten Sie das Talent und die Leidenschaft dieser Spielerinnengeneration?

Es ist wunderbar, die Kraft des Fussballs zu sehen und wie er Kinder in allen Ländern der Welt zu dem Traum inspiriert, eines Tages Profispieler zu werden. Ich habe mich sehr gefreut zu sehen, dass sich in einem weltweit so wichtigen Moment für den Frauenfussball so viele Mädchen dieser Sportart verschrieben haben.

Die Kinder haben Sie sicher um Rat gefragt, weil sie hoffen, etwas von den Besten lernen zu können. Aber konnten Sie vielleicht auch etwas von ihnen lernen?

Ich habe dort gelernt, und zwar nicht nur von den Kindern, sondern generell von den Menschen in Bangladesch, dass sie trotz der Schwierigkeiten, mit denen sie Tag für Tag konfrontiert sind, niemals aufhören zu lächeln. Ich habe während meines Aufenthalt so viele lächelnde Gesichter gesehen!

Auf der Anlage des Verbands hat auch eine Gruppe von Torhütern trainiert. Haben Sie ihnen Ratschläge gegeben?

Es war eine sehr kurze, wenn auch sehr bereichernde Begegnung. Wir haben viel darüber gesprochen, wie konzentriert ein Torhüter während des Spiels sein muss.

Júlio Césars Agenda in Bangladesch

  • Führung durch das Bangabandhu Memorial Museum
  • Besuch des Verbandssitzes
  • Besuch des Halbfinales des Bangabandhu Gold Cup 2020 (internationales Fussballturnier)

Nach vielen Jahren als aktiver Fussballer haben Sie nun eine neue Rolle als FIFA-Legende. Machen Ihnen die internationalen Aktivitäten, die diese Aufgabe mit sich bringt, Spaß? Und was gefällt Ihnen an Ihrer neuen Rolle am besten?

Es ist auf jeden Fall ein großes Privileg, zu den FIFA-Legenden zu gehören. Zunächst einmal gibt es mir die Möglichkeit, wieder mit einigen ehemaligen Teamkameraden in Kontakt zu kommen, die Teil meiner persönlichen Geschichte sind. Ab und zu schwelgen wir in Erinnerungen an große Momente. Außerdem können wir gemeinsam viele Menschen auf der ganzen Welt inspirieren und ihnen eine Freude machen. Die FIFA bei der Stärkung des Fussballs in Entwicklungsländern zu unterstützen, ist eine sehr interessante Aufgabe. Mir ist bewusst geworden, dass der Fussball auf Kontinenten wie Asien und Afrika ein enormes Wachstumspotenzial hat. Und dann organisieren und bestreiten wir noch Spiele. Das gefällt mir am besten. Es ist ein wichtiges Element, das wir alle am liebsten mögen.

Während Ihrer Bangladesch-Reise wurden Sie zu Ihrem guten Englisch beglückwünscht. Haben Sie viel Zeit dafür investiert?

[Lacht] Ich weiß, dass mein Englisch noch sehr verbesserungswürdig ist, aber ich gebe mein Bestes! Ich kann ganz gut kommunizieren, aber mir fehlt noch immer etwas Selbstvertrauen, wenn ich vor Kameras sprechen soll. Ich versuche, jeden Tag etwas besser zu werden, weil ich weiß, dass es für meine Zukunft eine wichtige Rolle spielt.

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