Über die FIFA

Infantino diskutiert in Doha Ideen für den Weltfussball

  • Der FIFA-Präsident legt seine Gedanken zur Zukunft globaler Klubwettbewerbe dar
  • Lob für Katar als Ausrichter der FIFA Klub-Weltmeisterschaft und für die Vorbereitungen für 2022
  • Diskussion über den Vorschlag, die FIFA Frauen-WM alle zwei Jahre auszutragen

Am Vorabend des letzten Spiels des diesjährigen FIFA-Kalenders – das Finale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Katar 2019™ – hat FIFA-Präsident Gianni Infantino seine Sicht auf das Turnier, den Stand der Vorbereitungen Katars auf die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2022™ und die Zukunft der globalen Fussball-Wettbewerbe dargelegt, die 2021 mit der ersten Auflage der neuen FIFA Klub-Weltmeisterschaft in der VR China beginnt.

Klubfussball rund um den Globus

"Ich habe mit sehr vielen Leuten gesprochen, die ganz unterschiedliche Interessen vertreten, und ich kann Ihnen sagen, dass eigentlich niemand mit der aktuellen Situation wirklich zufrieden ist: mit dem System, dem Spielkalender... Es wird oft darüber gesprochen, dass die nationalen Ligen zu berechenbar sind, dass viele Länderspiele nicht interessant genug sind, dass insgesamt zu viele Partien gespielt werden... Wenn wir eine Lösung für solche Probleme finden wollen, müssen wir darüber diskutieren. Wir müssen debattieren. Und ich denke, ich als FIFA-Präsident habe die Aufgabe, solche Debatten zu fördern.

Fakt ist, dass sich der globale Fussball verändert: bis vor 50 Jahren spielte sich alles auf nationaler Ebene ab. Dann kam die kontinentale Komponente hinzu, die stärker und stärker wurde. Heute sind die Klubs globale Fussballmächte, die Interessen rund um die Welt haben. Wir haben heute zehn, zwölf Klubs aus fünf europäischen Ländern, die ein bestimmtes Niveau haben. Der Rest der Welt liegt weit, weit dahinter zurück.

Nach meiner Vision sollten wir rund 50 Klubs von allen Kontinenten haben, die auf ungefähr dem gleichen Niveau sind. Das heißt nicht, dass 50 Vereine an der Klub-WM teilnehmen, sondern dass die Fans auf allen Kontinenten sich so mit ihnen identifizieren, wie sie es heute mit den wenigen europäischen Klubs tun. Wenn wir den Fussball rund um die Welt entwickeln wollen – und das ist die Mission der FIFA – dann müssen wir darüber nachdenken.

Wie sieht der beste Weg zur Umsetzung aus? Darüber müssen wir diskutieren. Die FIFA Klub-Weltmeisterschaft im neuen Format ist sicher eine gute Plattform dafür. Schon jetzt erkennen wir ein enormes Interesse. Die FIFA hat eine Angebotsanfrage für Unternehmen herausgegeben, die mit uns an dem neuen Turnier arbeiten möchten: 16 Unternehmen bekundeten ihr Interesse und wir haben neun Angebote bekommen, die wir derzeit auswerten. Es handelt sich um Unternehmen, die Partner beim besten Klub-Turnier der Welt sein möchten, einem Turnier, das uneingeschränkt der FIFA gehört, einschließlich des geistigen Eigentums.

Das Fazit lautet, dass wir nach Lösungen suchen müssen. Wir müssen uns zusammensetzen und all die verschiedenen Interessen diskutieren und den internationalen Spielkalender entsprechend anpassen. Bisher kamen im Fussball stets nur weitere Spiele und neue Turniere dazu. Doch wir können über den Fussball nicht einfach sagen, dass er nun völlig ausgebucht sei und es damit bewenden lassen. Wir müssen offen dafür sein, bei den Konzepten der globalen Fussballstrukturen umzudenken."

Katar als Gastgeber

"Ich bin sehr zufrieden mit allem, was ich bisher während der FIFA Klub-Weltmeisterschaft gesehen habe und auch mit dem Stand der Vorbereitungen für 2022. Die FIFA Klub-Weltmeisterschaft ist ein wichtiger Testlauf für einige Elemente, die auch bei der WM zum Einsatz kommen werden. Jeder kann hier sehen, wie weit die Vorbereitungen bereits fortgeschritten sind. Ich bin seit 20 Jahren an der Organisation großer Fussballturniere beteiligt und ich muss sagen, dass die Fortschritte bei den Arbeiten hier in Katar beispiellos sind. Ich habe noch nie ein Gastgeberland erlebt, das jedes Infrastrukturprojekt für das Turnier bereits zwei Jahre vor dem Beginn fertiggestellt hat. Doch Katar ist auf dem besten Wege, dies zu schaffen. Ich bin sicher, dass es eine fantastische Veranstaltung wird und ich glaube, dass eine WM in Katar, im Nahen Osten, die Fähigkeit hat, die Sichtweise der Welt auf diese Region zu verändern."

Frauenfussball

"Bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2019™ hatten wir mehr als eine Milliarde Zuschauer rund um die Welt und geradezu unglaubliche Zahlen in Ländern, in denen der Frauenfussball normalerweise nicht einmal in die Nähe des Männerfussballs kommt, beispielsweise Italien, Brasilien und England. Der enorme Erfolg hat zu einer Reihe von Vorschlägen geführt, mit denen wir uns bereits beschäftigen. Zudem legte [der Präsident des französischen Fussballverbandes Noël] Le Graët einen Vorschlag vor, der ein bisschen unterging: nämlich die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ künftig alle zwei statt alle vier Jahre auszutragen. Dies würde Vorteile und Dynamik erzeugen, die genau zu dem passen, was der Frauenfussball derzeit braucht. Diesen Vorschlag sollten wir auf jeden Fall diskutieren."

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