Entwicklung

Governance-Prinzipien im Mittelpunkt der FIFA-Entwicklungsprogramme

Football development in Mexico
© FIFA.com

Zum Abschluss eines enorm bedeutsamen Jahres führte die FIFA kürzlich ein zweitägiges Seminar in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba durch, an dem Vertreter von 18 ostafrikanischen Fussballverbänden teilnahmen. Das mit Beteiligung des zentralen FIFA-Programmbuchprüfers KPMG Zürich organisierte Seminar erfolgte im Rahmen zweijährigen Zeitraums, in dem die FIFA ihren Mitgliedsverbänden Unterstützung bei der Einführung der neuen Governance-Prinzipien und bei der Umsetzung der neuen allgemeinen Regularien für die FIFA-Entwicklungsprogramme gewährt.

Bei den Kongressen 2012 und 2013, bei denen die FIFA ihren 209 Mitgliedsverbänden offiziell das neue Rahmen-Regelwerk für Entwicklungsaktivitäten vorstellte, hatte sich der Weltfussballverband gleichzeitig verpflichtet, den Mitgliedsverbänden mit wichtigen Informationen und Hilfestellungen zur Seite zu stehen.

Die FIFA veranstaltete in der Folge zwölf Informationsseminare und schlug denjenigen Mitgliedsverbänden, für die die Umsetzung eine besonders große Herausforderung darstellte, einen entsprechenden Maßnahmenkatalog vor.

"Bei den Reformen und den neuen Anforderungen seitens der FIFA geht es nicht um Kontrolle um der Kontrolle willen", erläuterte Thierry Regenass, FIFA-Direktor für Mitgliedsverbände und Entwicklung. "Es geht vielmehr um die Optimierung der Investitionen der FIFA, die wiederum die Investitionen der Nationalverbände sind."

Zu den von der FIFA angeregten neuen Initiativen gehörten die regionalen Seminare zum Thema Finanzverwaltung, von denen das letzte des Jahres für die Region Ostafrika nun in Addis Abeba stattfand. Für die englischsprachigen Mitgliedsverbände im Bereich der CONCACAF-Zone wurde ein weiteres Seminar organisiert. Künftige Seminare werden in Westafrika, in den spanischsprachigen Mitgliedsverbänden der CONCACAF-Zone, im Nahen Osten, in Südasien und in Südostasien organisiert. Bei den Seminaren geht es in erster Linie um die Vermittlung bewährter Praktiken der Finanzverwaltung für Verbände, besondere Herausforderungen sowie den Weg bis zur vollständigen Umsetzung der neuen FIFA-Anforderungen.

Fredy Luthiger von KPMG Zürich nahm als Experte für Finanzverwaltung am Seminar teil. Er sagte: "Der direkte Kontakt ist für uns sehr wertvoll, da wir dann die Situation der Mitgliedsverbände und die speziellen Herausforderungen besser kennen und verstehen lernen. Die Mitgliedsverbände ihrerseits müssen verstehen, dass es für die FIFA und für sie selbst wichtig ist, dass die Finanzmittel der FIFA in Übereinstimmung mit dem FIFA-Ethikkodex und allen weiteren FIFA-Regularien eingesetzt werden. Diese Finanzmittel sollen zum Erreichen der FIFA-Entwicklungsziele dienen. Daher müssen wir alle sicherstellen, dass sie nicht fehlerhaft verwendet werden, denn letztlich kann die fehlerhafte Verwendung von Finanzmitteln für die Entwicklung den Ruf der FIFA und ihrer Mitgliedsverbände schädigen – und das ist für keinen der Beteiligten von Vorteil."

KPMG und FIFA arbeiten auch bei der Aufgabe zusammen, einigen FIFA-Mitgliedsverbänden Unterstützung bei der Revision ihrer Finanzstrukturen zu gewähren, falls erforderlich. Diese Unterstützung ist in zwei Phasen aufgegliedert: Zunächst werden die allgemeinen Finanzstrukturen des Mitgliedsverbandes unter die Lupe genommen und Verfahren, Prozesse, Strukturen, Mitarbeiter, Systeme und Software analysiert und mögliche Schwachstellen identifiziert, an denen Verbesserungen erforderlich sind. In einer zweiten Phase wird dann ein Aktionsplan aufgestellt, um die identifizierten Schwachstellen zu verbessern.

2014 erhielten insgesamt 25 Mitgliedsverbände Unterstützung. Insgesamt investierte die FIFA im zu Ende gehenden Vierjahreszeitraum von 2011 bis 2014 USD 800 Mio. Für den jetzt beginnenden Vierjahreszeitraum von 2015 bis 2018 hat der FIFA-Kongress ein Budget von insgesamt USD 900 Mio. für Entwicklungsaktivitäten genehmigt. Ab 1. Januar 2015 wird dabei die vollständige Umsetzung aller Vorschriften der allgemeinen Regularien für die FIFA-Entwicklungsprogramme durchgesetzt. Die wichtigsten Änderungen, die durch die allgemeinen Regularien für die FIFA-Entwicklungsprogramme eingeführt werden, betreffen Governance-Fragen sowie das Finanzmanagement der Mitgliedsverbände. Insbesondere sind der FIFA nun jährlich von allen Mitgliedsverbänden, die in den Genuss von Fördermitteln kommen wollen, drei wichtige Dokumente vorzulegen, nämlich ein FIFA-Programmkontobericht für die Entwicklungsprogramme, - ein Audit-Bericht mit der allgemeinen Jahresbilanz sowie – ein Protokoll der Hauptversammlung des Verbandes.

2014 hat die FIFA insgesamt 60 Goal-Projekte, 27 Challenger-Projekte für weniger entwickelte Verbände und 17 Win-Win-Projekte zur Generierung von Einkommen genehmigt. 163 Mitgliedsverbände waren an Aktivitäten im Rahmen des PERFORMANCE-Programms beteiligt. Zudem wurden fast 600 Maßnahmen im Bereich Ausbildung (Trainer, Schiedsrichter, Frauenfussball, Grassroots, Beach Soccer, Futsal) durchgeführt.

Im Laufe des Jahres wurde bei den Investitionen für Förderung und Entwicklung des Fussballs durch die FIFA die Marke von USD 2 Mrd. seit 1999 erreicht.

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