Entwicklung

"Die 11 für Gesundheit": landesweiter Start des Programms auf Mauritius

'The 11 for Health' comes to Mauritius.
© FIFA.com

Der mauritische Fussballverband und die mauritischen Ministerien für Bildung und Humankapital, für Jugend und Sport sowie für Gesundheit und Lebensqualität haben zusammen mit dem FIFA-Zentrum für medizinische Auswertung und Forschung (F-MARC) ein elfwöchiges Gesundheitsprogramm lanciert. Sämtliche Sekundarschulen des Landes nehmen daran teil.

Heute überreichten an einer offiziellen Feier im Mahatma-Gandhi-Institut in Moka auf Mauritius der Präsident des mauritischen Fussballverbandes Dinnanathlall Persunnoo und der Minister für Jugend und Sport Satyaprakash Ritoo den Sportlehrerinnen und -lehrern, die letzten Dezember das Spezialtraining "Die 11 für Gesundheit" absolviert hatten, ihre Kurszertifikate. Die Feier läutet offiziell die zweite Phase des speziell an die mauritischen Bedürfnisse angepassten Präventionsprogramms von F-MARC ein.

Fussball spielen ist gesund und kann die Risikofaktoren für viele nicht übertragbare Krankheiten ausschließen oder senken. Fussball ist aber auch ein wirksames Instrument zur Aufklärung und Prävention. Das von F-MARC entwickelte Programm "Die 11 für Gesundheit" zeigt afrikanischen Jugendlichen über den Fussball, wie sie sich vor übertragbaren und nicht übertragbaren Krankheiten schützen können.

Die Ergebnisse der von F-MARC in Südafrika durchgeführten Pilotstudie zu "Die 11 für Gesundheit" wurden im Oktober 2009 auf der medizinischen Konferenz der FIFA präsentiert. Der mauritische Verband erkannte als einer der ersten die Schlagkraft des Programms und realisierte, dass sich der Fussball – die gemeinsame Leidenschaft ganz Afrikas – auch für Mauritius als äußerst wirksames, umsetzbares und kostengünstiges Instrument zur Gesundheitsvorsorge eignen könnte.

Mauritius steht vor Herausforderungen, die durch einen veränderten Lebensstil, neue Ernährungsgewohnheiten und die alternde Bevölkerung bzw. die dadurch zunehmenden nicht übertragbaren Krankheiten bedingt sind. Gemäß verschiedenen nationalen Studien stellen diese Krankheiten und ihre Risikofaktoren eine große Gefahr für die Volksgesundheit dar: Sie machen bei den Männern 74 % aller Krankheiten aus, bei den Frauen 76 %. Die Diabetesrate auf Mauritius ist eine der höchsten der Welt. Vor einigen Jahren koordinierte das Ministerium für Gesundheit und Lebensqualität ein umfassendes Programm zur Prävention von Krankheiten und Risikofaktoren. Eine nationale Umfrage im Jahr 2004 belegte den Nutzen einiger Maßnahmen, zeigte jedoch auch, dass mehrere Ziele verfehlt wurden.

Ohne Zeit zu verlieren, wurde deshalb 2010 an elf Schulen auf Mauritius ein elfwöchiges Pilotprogramm durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler lernten dabei ähnlich viel über Gesundheitsthemen wie diejenigen der Pilotstudie in Südafrika. Und was ebenso wichtig war: Das Programm kam bei den Kindern und Ausbildern sehr gut an. Bei einer offiziellen Feier zum Kursabschluss erhielten alle jungen Teilnehmenden ein Zertifikat.

Bestärkt durch diesen Erfolg und den Enthusiasmus der Schülerinnen und Schüler beschloss das Ministerium für Gesundheit und Lebensqualität, das Programm unverzüglich auf das ganze Land auszuweiten. Der Lehrplan und die Materialien wurden an die Situation auf Mauritius angepasst. Ebenso wurde eine spezifische Botschaft zu Diabetes integriert.

Die Ausbilder des Pilotprojekts von 2010 absolvierten letzten Herbst einen Wiederholungskurs und bildeten dann in zwei fünftägigen Kursen im Dezember je zwei Sportlehrer praktisch aller Sekundarschulen des Landes aus – insgesamt rund 300 Lehrpersonen.

Die Lehrer unterrichten das Programm "Die 11 für Gesundheit" nun während elf Wochen zwischen Januar und April 2011. Alle teilnehmenden Sekundarschulen müssen das Programm ab dem 24. Januar 2011 anbieten. Für den Unterricht erhält jede Schule Trainingsmaterial: Bälle, Leibchen, Markierungen und T-Shirts.

Das Ziel ist hochgesteckt: Alle Kinder im ersten Sekundarschuljahr – insgesamt rund 20.000 – sollen 2011 am Programm "Die 11 für Gesundheit" teilnehmen. Danach entscheiden die Partner über eine Fortsetzung des Projekts.

Zur Beurteilung der Akzeptanz und Wirksamkeit des Programms müssen alle Schülerinnen und Schüler vor und nach dem Kurs einen Fragebogen ausfüllen. Der Kurs und die Resultate dieser ersten Studie zur landesweiten Einführung von "Die 11 für Gesundheit"  werden wichtige Erkenntnisse liefern und den zukünftigen Ansatz von F-MARC bei der Gesundheitsaufklärung mithilfe des Fussballs in anderen Ländern maßgeblich beeinflussen.

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