FIFA-Präsident

Den afrikanischen Fussball an die Weltspitze heranführen

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat in einer Ansprache anlässlich eines richtungsweisenden Seminars zur Entwicklung der Wettbewerbe und Infrastruktur des afrikanischen Fussballs seinen Wunsch bekräftigt, "den afrikanischen Fussball an die Weltspitze heranzuführen".

An dem Seminar, das im marokkanischen Rabat stattfand, nahmen außer dem FIFA-Präsidenten auch der Präsident der afrikanischen Fussballkonföderation (CAF), Vertreter aller 54 Mitgliedsverbände der CAF, afrikanische Fussballlegenden, Repräsentanten der internationalen Banken- und Investitionsbranche sowie Medienvertreter teil. Die Veranstaltung zielte darauf ab, das Engagement, die Entschlossenheit und die Leidenschaft aller Interessenträger zu nutzen, um den afrikanischen Fussball auf das höchste Niveau des Weltfussballs zu heben.

In seiner Ansprache vor den Delegierten unterstrich der FIFA-Präsident seinen Glauben an das immense positive Wachstums- und Expansionspotenzial des afrikanischen Fussballs. "Unser Ziel muss es sein, den afrikanischen Fussball an die Weltspitze heranzuführen", erklärte er. "Wir sprechen seit vielen Jahren über die Entwicklung des afrikanischen Fussballs. Pelé hat einmal gesagt, dass ein afrikanisches Team die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft gewinnen würde, doch dazu ist es nicht gekommen, und wir scheinen keine Fortschritte zu machen. Am heutigen Tag muss es uns gelingen, das Blatt zu wenden."

Anschließend stellte der FIFA-Präsident eine von der FIFA gemeinsam mit der CAF entwickelte Strategie zur Förderung des afrikanischen Fussballs vor, die auf folgenden drei Stützpfeilern basiert: Schiedsrichterwesen, Investitionsmobilisierung und Wettbewerbsentwicklung. 

Zur Stärkung des Schiedsrichterwesens soll eine Gruppe professioneller Schiedsrichter aufgebaut werden. Die Finanzierung und Organisation übernimmt die FIFA in Partnerschaft mit der CAF. "Schiedsrichter müssen über jeden Zweifel erhaben sein, und dazu müssen wir sie schützen", so der FIFA-Präsident. "Wir werden 20 der besten afrikanischen FIFA-Schiedsrichter auswählen, professionalisieren und mit unbefristeten Profiverträgen ausstatten. Sie sollen als Hüter der Spielregeln fungieren. Daher müssen wir sie schützen und dafür sorgen, dass sie völlig unabhängig sind."

Zur Investitionsmobilisierung werden die FIFA und die CAF eine Gruppe von Partnern vereinen und einen Mindestbetrag von USD 1 Milliarde bereitstellen, um in Afrika massive und nachhaltige Investitionen in die Infrastruktur vornehmen zu können. Die FIFA wird dafür sorgen, dass diese Mittel über transparente Verfahren verwaltet werden und der Rechenschaftspflicht unterliegen. "Wir arbeiten einen Vorschlag zur Mobilisierung von USD 1 Milliarde aus, um in jedem Land der 54 Mitgliedsverbände von FIFA und CAF mindestens ein erstklassiges Stadion bauen zu können", so Infantino weiter. "In den Ländern, in denen es bereits mindestens ein sehr gutes Stadion gibt, können die Investitionen anderen Infrastrukturelementen zugutekommen."

Bezüglich der Wettbewerbsentwicklung strebt die FIFA eine Reihe neuer Initiativen an, nämlich die Schaffung einer globalen Nations League für den Frauenfussball, häufigere Jugend-Weltmeisterschaften, mehr Kategorien für Jugendwettbewerbe, eine Neupositionierung des Afrikanischen Nationen-Pokals mit Austragung im Vierjahresrhythmus sowie die Schaffung eines neuen pan-afrikanischen Klubwettbewerbs.

Der vom FIFA-Präsidenten vorgeschlagene neue pan-afrikanische Klubwettbewerb würde 20 ständige Mitgliedsklubs umfassen, weitere Klubs würden sich über regionale Wettbewerbe qualifizieren. Die ständigen Mitgliedsklubs sollen aufgefordert werden, über einen Zeitraum von fünf Jahren jährlich USD 20 Millionen in das Projekt zu investieren; ihre Gesamtinvestition beliefe sich demnach auf USD 100 Millionen. Sie müssten darüber hinaus weitere Teilnahmekriterien erfüllen, beispielsweise Investitionen in den Jugend- und Frauenfussball. Auf diese Weise hätte der Wettbewerb das Potenzial, in einem Fünfjahreszyklus Einnahmen von USD 3 Milliarden zu generieren. Gleichzeitig würde der afrikanische Fussball damit in die Lage versetzt, einige der größten Fussballtalente des Kontinents zu halten.

"Wir müssen darüber nachdenken, wie wir den afrikanischen Fussball revolutionieren können", so der FIFA-Präsident. "Ich möchte eine echte pan-afrikanische Liga schaffen, an der 20 bis 24 Klubs teilnehmen, vielleicht maximal zwei Klubs pro Land. Diese würden trotzdem in ihren nationalen Ligen spielen, aber auch über das Jahr verteilt in der pan-afrikanischen Liga, damit wir am Ende wirklich den Klubmeister Afrikas krönen können."

Abschließend richtete der FIFA-Präsident einen eindringlichen Appell an die Interessenträger des afrikanischen Fussballs: "Lassen Sie uns der Welt zeigen, was wir können. Dies ist ein besonderer Tag. Er markiert den Beginn eines neuen Kapitels für den afrikanischen Fussball."

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