Sportmedizin

Chiampas: "Fussball auf verantwortungsvolle Weise fortsetzen"

George Chiampas, Chief Medical Officer US Soccer
© imago images
  • George Chiampas ist seit 2015 Chefarzt der Männer-Nationalmannschaft der USA
  • Das Multitalent arbeitet gleichzeitig noch beim NHL-Team der Chicago Blackhawks und beim Chicago Marathon mit
  • Im Podcast gibt er interessante Einblicke in seine Arbeits- und Denkweise

Covid-19 stellt die Weltgemeinschaft und natürlich auch die Sportlandschaft weiterhin vor ganz besondere Herausforderungen. Der US-amerikanische Fussballverband (U.S. Soccer) hat nun Richtlinien zur verantwortungsvollen Fortsetzung des Fussballsports herausgebracht, an denen George Chiampas, seit 2015 der Chefarzt der Männer-Nationalmannschaft der USA, beteiligt war.

Im Podcast unterhielt sich Andrew Massey, der Direktor der Medizinischen Abteilung der FIFA, mit Chiampas nicht nur über diese Richtlinien, sondern auch über die vielfältigen Interessen des amerikanischen Arztes, der neben seiner Tätigkeit im Fussball auch noch für die Northwestern University, im medizinischen Team der Chicago Blackhawks (NHL) und als medizinischer Direktor des Chicago Marathons tätig ist.

"Ich bin auf vielen Gebieten tätig, von Marathon bis Fussball. Ich liebe alle Aspekte davon, wie die Möglichkeit, mit der FIFA auf dem höchsten Level rund um den Globus zu arbeiten. Fussball ist so ein wunderbares Spiel", sagt Chiampas. "Ich weiß, dass das jeder sagt. Aber als jemand, der als Kind mit American Football und anderen Sportarten aufwuchs, bin ich 100 Prozent vom Fussball angezogen worden. Es hat diesen globalen Aspekt, die verschiedenen Sprachen und Kulturen. Man kann überall jemanden finden und mit ihm über Fussball reden."

Können Sie uns von den Richtlinien erzählen, die Sie im Zusammenhang mit Covid-19 und Fussball herausgebracht haben?

Quer durch die USA haben wir so viele Spieler. Wir versuchen, unsere Eltern, Klubs, Trainer, Spieler und Schiedsrichter anzuleiten, wie sie während Covid vorgehen und weiter Fussball spielen können. Es ist ein stufenweiser Plan. Er versucht, bewährte Methoden anzuwenden und das Risiko von Covid in der Bevölkerung so gut wie möglich abzuschwächen. Wir betonen den Spaß, die Aktivität, Fussball zu spielen und zu lieben – aber auf eine verantwortungsvolle Art und Weise.

Wie ist es um die Sportmedizin in den USA bestellt?

Eine der Herausforderungen in den USA ist es, dass die Teams ihre Ärzte annehmen und diese wirklich zu 100 Prozent Teil des Teams sind. In Europa ist das schon so. Das habe ich bei U.S. Soccer forciert, denn dort habe ich mich so eingebracht. Ich denke, dass das einer der wichtigsten Aspekte überhaupt ist.

Die Verbindung mit dem Eishockey ist faszinierend. Wie gut muss man einen Sport kennen, um dort Mannschaftsarzt zu sein?

Ich denke, dass sich Eishockey und Fussball sehr ähnlich sind. Zuerst einmal sind die Persönlichkeiten ähnlich: Beides sind Sportarten, bei denen Spieler aus der ganzen Welt zusammenspielen. Aus physiologischer Sicht ist es auch sehr ähnlich: Es gibt viele Beschleunigungen und Abbremsungen, schnelle Bewegungen. Ich bin nun seit sieben, acht Jahren bei den Chicago Blackhawks dabei und weiß nicht so viel über den Sport, wie man vermuten würde. Es ist ein Sport mit vielen Verletzungen, einige davon sehr schwer. Es kann in einer Sekunde von 0 auf 100 gehen.

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Dieser Text ist Teil einer losen Serie von Podcasts aus der Medizinischen Abteilung der FIFA.

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