Über die FIFA

Blatter: Reformen werden umgesetzt

FIFA President Joseph S Blatter faces the media
© Getty Images

Im Anschluss an eine Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees am Vorabend des Endspiels der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2011 beantworteten FIFA-Präsident Joseph S. Blatter und FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke auf einer Pressekonferenz in Tokio die Fragen der zahlreichen Medienvertreter. FIFA.com fasst die Antworten zusammen.

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter*Über die FIFA Klub-Weltmeisterschaft Japan 2011
*Im morgigen Finale treffen zwei der größten Talente des heutigen Fussballs aufeinander. Auf der einen Seite haben wir den FC Barcelona mit dem berühmten Lionel Messi und vielen weiteren Stars, und auf der anderen Seite den FC Santos mit Neymar, dem aufstrebenden Star des brasilianischen Fussballs. Ich freue mich sehr, dass ich am Ende dieses Jahres mit seinen vielen großen Herausforderungen, insbesondere hier in Japan, hier sein kann. Es war wichtig und richtig von der FIFA, ihren Glauben und ihr Vertrauen in Japan nach der dreifachen Katastrophe mit Erdbeben, Tsunami und Reaktorunglück zu zeigen. Die Nachwirkungen dieser Katastrophen sind selbstverständlich noch überall zu spüren, doch es war wichtig, dass wir nur wenige Wochen nach der Katastrophe reagiert und bekräftigt haben, dass wir für die FIFA Klub-Weltmeisterschaft definitiv hierher nach Japan kommen. Ich hatte die Gelegenheit, die betroffenen Regionen persönlich zu besuchen, und ich habe das Ausmaß der Zerstörungen gesehen. Wir von der FIFA haben aus Solidarität mehrere Hilfsmaßnahmen eingeleitet. Das ist natürlich nur eine kleine Geste, doch ich war erfreut, als ich in einem mit unserer Hilfe wiederaufgebauten Stadion von einer Gruppe von 200 bis 300 jungen Fussballern begrüßt wurde. Dort habe ich gesehen, dass es in Japan Freude und Hoffnung gibt.

*Über die nächsten FIFA Klub-Weltmeisterschaften
*Im kommenden Jahr wird das Turnier erneut in Japan stattfinden. Wir bestehen allerdings gegenüber dem Ausrichter darauf, dass eines der Stadien genutzt wird, die nach der Naturkatastrophe im März instandgesetzt wurden. So wurde beispielsweise das Stadion in Sendai instandgesetzt, und wir würden es sehr begrüßen, wenn dort Spiele ausgetragen würden. Wir haben beschlossen, die FIFA Klub-Weltmeisterschaften 2013 und 2014 in Marokko auszutragen. Der marokkanische Fussballverband RMFF hat eine sehr überzeugende Präsentation gehalten, und ich gehe davon aus, dass wir ein in allen Belangen hervorragendes Turnier erleben - in logistischer, kultureller und finanzieller Hinsicht.

*Über die neuen Arbeitsgruppen (Task Forces) und die unabhängige Kommission für Governance
*Die vier Arbeitsgruppen haben bereits ihre ersten Sitzungen hinter sich, und ich bin mit den jeweiligen Vorsitzenden zusammengetroffen. Anfang des kommenden Jahres werden die Arbeitsgruppen auch alle zusammentreten. Unsere Planung ist sehr ambitioniert. Wir wollen uns genügend Zeit nehmen, um die Vorschläge der unabhängigen Kommission für Governance zu prüfen, so dass wir 2013 Ergebnisse vorweisen und konkrete Entscheidungen treffen können. Im Exekutivkomitee herrschen Einigkeit und Standfestigkeit, und man ist entschlossen, auf den FIFA-Kongress und die öffentliche Meinung einzugehen. Die FIFA wird die notwendigen Reformen umsetzen.

*Über die ISL/ISMM-Akte
*Diese Angelegenheit ist mir ganz besonders wichtig. Das Exekutivkomitee hat die Entscheidung getroffen, dass wir diese Akte veröffentlichen, und alle waren davon ausgegangen, dass wir dies heute tun könnten. Doch das ist nicht möglich, weil mindestens eine der beteiligten Parteien ein Gericht in der Schweiz angerufen hat und das Gericht seine Entscheidung noch nicht verkündet hat. Ich hätte diese Akte gern so schnell wie möglich offengelegt, denn die unabhängige Kommission für Governance mit Professor Mark Pieth muss nach vorn blicken können. Es ist wichtig, dass wir weitermachen können. Hoffentlich wird das Schweizerische Gericht uns bald erlauben, für Offenheit und Transparenz zu sorgen.

Über die FIFA-Exekutivkomitee-Mitglieder Worawi Makudi und Issa Hayatou
*Das Exekutivkomitee hat sich mit den Untersuchungen in Bezug auf Herrn Makudi und die Immobiliengeschäfte und *Goal
-Projekte beschäftigt und festgestellt, dass alles in Ordnung ist. Die erforderlichen Dokumente wurden von den thailändischen Behörden in Bangkok zur Verfügung gestellt. Der Fall ist damit abgeschlossen. Was Herrn Hayatou angeht, so sind in diesem Fall keine Maßnahmen erforderlich. Das IOC hat in Bezug auf einen sehr alten Fall eine Verwarnung gegen ihn ausgesprochen, doch er ist weiterhin ein hoch angesehenes Mitglied des IOC und auch der FIFA. Es besteht keine Notwendigkeit, eine Untersuchung einzuleiten, denn das Exekutivkomitee vertraut ihm und unterstützt ihn vorbehaltlos.

*Zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022
*Ich habe bereits mehrfach gesagt und wiederhole es auch heute, dass die FIFA einig ist, wenn Entscheidungen getroffen wurden, und dass diese Entscheidungen umgesetzt und realisiert werden. Die Entscheidungen, die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2018 an Russland und die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar zu vergeben, bleiben unverändert. Und wenn Personen innerhalb der FIFA und Mitglieder des Exekutivkomitees weiterhin solch abträgliche Erklärungen verbreiten, werde ich persönlich intervenieren. Wir sollten uns auf diese WM-Turniere freuen. Dabei muss unterstrichen werden, dass die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2022 für alle Kulturen zugänglich sein wird. Nachdem wir die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft nach Afrika gebracht haben, bringen wir sie nun in die arabische Welt.

*Über bedauerliche Entwicklungen in diesem Jahr
*Ich hatte bereits gesagt, dass die Entscheidung, zwei FIFA WM-Turniere gleichzeitig zu vergeben, nicht unbedingt die beste und intelligenteste Entscheidung war, die wir getroffen haben. Ein Großteil der Turbulenzen im vergangenen Jahr war dadurch verursacht. Ich denke zurück an den Kongress, auf dem ich mit großer Mehrheit wiedergewählt wurde. Sie werden sich erinnern, dass ich damals sagte, dass wir das FIFA-Schiff aus den unruhigen Gewässern wieder in einen sicheren Hafen bringen müssen. Mit der unabhängigen Kommission für Governance tun wir nun genau dies. Bedauerliche Entwicklungen? Ja, die gab es. Doch ich vertrete einen positiven Ansatz und habe genügend Energie, den Weg bis zum Ende meines Mandats im Jahr 2015 weiter zu gehen.

*Über die Tatsache, dass die CONCACAF seit dem Abgang von Jack Warner noch keinen neuen Präsidenten ernannt hat
*Diese Situation ist für uns unangenehm und nicht akzeptabel. Es gibt verschiedene Probleme in dieser Organisation, doch wir hatten gehofft, dass sich der amtierende Präsident einschalten und eine Entwicklung in Gang setzen würde, die die Konföderation auf die internationale Bühne zurückbringen würde. Doch dies ist noch nicht erfolgt. Der wichtigste Grund hierfür ist, dass auf den Bahamas ein Gerichtsverfahren anhängig ist. Wenn sich die Situation in den kommenden Monaten nicht positiv entwickelt, wird die FIFA keine Wahl haben und eingreifen müssen.

FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke*Über Bedenken in Bezug auf die Vorbereitungen für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™
*Wir sind besorgt, weil wir noch keine Bestätigung des WM-Gesetzes erhalten haben. Allerdings steht in der kommenden Woche eine Parlamentssitzung an, auf der das Gesetz verabschiedet werden soll, das wir 2007 mit der brasilianischen Regierung vereinbart hatten. Es ist sicher richtig, dass Brasilien noch nicht sehr weit fortgeschritten ist. Doch auf Ebene der WM-Spielorte laufen die Vorbereitungen zufriedenstellend. Es gibt Probleme bei den Flughäfen und Straßenbauprojekten, und auch der öffentliche Personenverkehr ist noch zu wenig ausgebaut. Aber ich muss sagen, dass wir mit dem neuen Sportminister und seiner Unterstützung für die WM sehr zufrieden sind.

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