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Blatter: "Erwartungshaltung ist unbeschreiblich"

FIFA president Joseph S. Blatter looks on during the FIFA Congress Executive Committee Press Conference
© Getty Images

Nach Abschluss der zweitätigen Beratungen des FIFA-Exekutivkomitees in Johannesburg gaben FIFA-Präsident Joseph S. Blatter und FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke an diesem Montag, 7. Juni 2010, eine Pressekonferenz.

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter

Zum bevorstehenden Beginn der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™*
*Wir erleben derzeit eine schier unbeschreibliche Erwartungshaltung. Überall in Südafrika ist zu spüren, dass der Anstoß zum ersten WM-Spiel immer näher rückt. Diese Weltmeisterschaft stellt schon deshalb etwas Besonderes dar, weil sie die erste ist, die auf afrikanischem Boden stattfindet. Doch das Wichtigste dabei ist, dass dieses Turnier den Beweis dafür liefern wird, dass Südafrika und der afrikanische Kontinent überhaupt in der Lage sind, ein solch bedeutendes Sportereignis auszurichten.

Zum 60. Kongress der FIFA*
*Als FIFA-Präsident freue ich mich darüber, dass kein einziger unserer 208 Mitgliedsverbände auch nur die geringste interne Änderung bei der FIFA beantragt hat. Lediglich das FIFA-Exekutivkomitee hat einige wenige Änderungen im Reglement und in den Statuten angeregt. Ziel ist deren Anpassung an die reellen Gegebenheiten. Demnach ist die weltweite Fussballfamilie insgesamt glücklich und zufrieden.

Zur Einheit im Weltfussball*
*Nach dieser Tagung des FIFA-Exekutivkomitees kann ich Ihnen versichern, dass dabei der Gedanke der Einheit im Weltfussball trotz zahlreicher Diskussionen stets an oberster Stelle stand. Er ist in der weltweiten Fussballfamilie ebenso fest verankert wie innerhalb der Institutionen, die für unsere Sportart verantwortlich sind. Auch wenn dies vielleicht nicht immer und überall der Fall war, inzwischen gehören derartige Erscheinungen jedenfalls der Vergangenheit an. Vieles hat sich seit meiner Wahl zum FIFA-Präsidenten im Jahr 1998 weiterentwickelt. Heute überwiegt eindeutig die Einheit im Fussball, und darauf bin ich sehr stolz.

Zum Schiedsrichterwesen*
*Wir haben in den Monaten März und Mai dieses Jahres sowohl eine ordentliche als auch eine außerordentliche Sitzung mit dem IFAB abgehalten. Dabei sind wir zu der Schlussfolgerung gelangt, dass die universelle Anwendung des Regelwerkes die Anwesenheit eines Schiedsrichters auf dem Platz sowie von höchstens zwei Schiedsrichter-Assistenten voraussetzt. Andererseits wurde die Anwendung der ursprünglich geplanten Technologie nicht grundsätzlich verworfen, sondern lediglich für den jetzigen Zeitpunkt auf Eis gelegt. Wir haben akzeptiert, dass der Einsatz von zusätzlichen Schiedsrichtern weiterer Erfahrungswerte bedarf, ähnlich der Tests, wie sie im vergangenen Jahr in der UEFA Europa League durchgeführt wurden. Auch wenn dieser Versuch noch keine abschließenden Erkenntnisse brachte, so konnte zumindest eine erste positive Bilanz gezogen werden. Daher haben wir uns entschlossen, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und in den beiden nächsten Spielzeiten weiter zu testen, und zwar in verschiedenen Ligen rund um den Globus.

Zur Tätigkeit der Schiedsrichter bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™*
*Auch haben wir erneut bekräftigt, dass sich der Vierte Offizielle in keinem Fall eines Kontrollbildschirms als Hilfsmittel bedienen darf. Andererseits kann er immer dann aktiv werden, wenn er vom Hauptschiedsrichter dazu aufgefordert wird. Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass die bei dieser FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ zum Einsatz kommenden Schiedsrichter das volle Vertrauen der FIFA genießen. Sie bilden faktisch das 33. Team des Turniers und sind, ebenso wie die 736 teilnehmenden Nationalspieler, die besten Schiedsrichter der Welt.

Jérôme Valcke, Generalsekretär der FIFA

Zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014™ *
*Es wurde beschlossen, die Auslosung der Qualifikationsrunden für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™ nicht wie üblich erst für Dezember, sondern bereits für Ende Juli 2011 zu terminieren. Ziel dieser Entscheidung ist es, einigen Konföderationen die Möglichkeit zu geben, ihre WM-Qualifikation etwas früher zu beginnen und sie rechtzeitig in den Terminkalender für 2011/12 aufzunehmen.

Zum Bewerbungsverfahren für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™ 2018 und 2022*
*Die wichtigste Information dazu ist die, dass das Exekutivkomitee der FIFA grundsätzlich der gemeinsamen Ausrichtung des FIFA WM-Turniers durch zwei Länder zugestimmt hat. Wir haben die gemeinsamen Bewerbungen Spaniens und Portugals sowie Belgiens und der Niederlande erhalten. Inzwischen wurden beide Bewerbungen analysiert und es wurde festgestellt, dass diese jeweils die Bildung eines gemeinsamen Organisationskomitees vorsehen. In Korea/Japan 2002™ hatten wir es mit zwei Organisationskomitees zu tun und haben dabei die Erfahrung gemacht, dass dies den Eindruck erweckte, als ob damit auch zwei WM-Turniere zur Austragung gelangt wären. Nachdem uns die Bewerberländer versichert haben, dass sich eine solche Situation bei den Weltmeisterschaften von 2018 bzw. 2022 nicht wiederholen werde, wurde dem Prinzip der gemeinsamen Ausrichtung zugestimmt.

Zur Auslastung der Stadionkapazität in Südafrika 2010 *
*Ich meine, dass am Ende zwischen 95 und 97% aller Eintrittskarten verkauft sein werden. Derzeit verkaufen wir pro Tag mindestens 5.000 Eintrittskarten. Angesichts der Rückgabe einiger nicht verkaufter Eintrittskarten ist die Nachfrage sogar noch weiter gestiegen. Ich sage nicht, dass alle Stadien bis auf den letzten Platz gefüllt sein werden, aber ich versichere Ihnen, dass wir ein ganz außergewöhnliches Turnier erleben werden.

Zum Auswahlverfahren der Austragungsländer für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™ 2018 und 2022*
*Jeder der neun Bewerber wird Gelegenheit haben, seine Bewerbung am 10. Juni dieses Jahres den Mitgliedern des FIFA-Exekutivkomitees vorzustellen. Jeder Delegation aus den Bewerbungsländern werden drei oder vier Experten zur Seite gestellt, die in Südafrika 2010 für zehn Tage als persönliche Begleiter dieser Delegationen fungieren. Ziel der Maßnahme ist es, den Mitgliedern der Bewerbungsdelegationen einen konkreten Einblick in die Organisationsstrukturen eines solch bedeutenden Großereignisses zu vermitteln. Es sind alle Vorbereitungen getroffen, damit jeder einzelne Bewerber hier in Südafrika die gleiche Behandlung erfährt. Gleiches gilt für die Zeit bis zur Entscheidung am 2. Dezember dieses Jahres.

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