Über die FIFA

Blatter: "Das Interesse war riesig"

FIFA President Joseph S. Blatter and the FIFA World Cup trophy
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Im Anschluss an die Sitzung des Exekutivkomitees der FIFA am Samstag, dem 30. Mai, und Sonntag, dem 31. Mai, in Nassau (Bahamas) gab FIFA-Präsident Joseph S. Blatter eine Pressekonfeerenz, auf der die zwölf Spielorte der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Brasilien 2014 bekannt gegeben wurden. Auch zahlreiche andere wichtige Fragen kamen zur Sprache.

Gemeinsam mit Blatter waren FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke und Ricardo Terra Teixeira, Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees und Präsident des brasilianischen Fussballverbandes CBF, auf dem Podium. Zum Publikum gehörte FIFA-Ehrenpräsident João Havelange.

Über die zwölf WM-Städte für 2014

Joseph S. Blatter"Ich habe das große Vergnügen, in direktem Kontakt mit dem Kontinent des Fussballs zu stehen - und damit meine ich nicht nur den Kontinent Südamerika, sondern den Kontinent Brasilien. Das Interesse seitens der Städte war riesig. Ich möchte darauf hinweisen, dass die FIFA anfänglich zehn Spielorte wollte, doch nach der Intervention von Ricardo Terra Teixeira haben wir zugestimmt, die Zahl auf zwölf zu erhöhen. Wir mussten eine Entscheidung bezüglich der Amazonasregion treffen und haben uns für Manaus entschieden. Weil wir 17 Bewerbungen hatten, stand fest, dass fünf Städte ausscheiden mussten. Aber es wird ja noch weitere Veranstaltungen geben, beispielsweise Zeremonien, Konferenzen, Schiedsrichterseminare und Workshops. Wir werden versuchen, dass alle Städte, die sich beworben haben, ein kleines Stück vom großen Kuchen der WM abbekommen. Auf politische Interventionen haben wir nicht gehört. Wir wollen einen sportlichen Erfolg und haben uns voll und ganz auf diesen Aspekt konzentriert.

Ich kann mich noch an 1950 erinnern, als Brasilien zum letzten Mal eine WM ausgerichtet hat. Natürlich habe ich insbesondere die Mannschaft der Schweiz verfolgt, die ein 2:2-Unentschieden gegen Brasilien schaffte! Seitdem hat Brasilien fünf Mal den Weltmeistertitel gewonnen. Es war also höchste Zeit, dass das Turnier nach Brasilien zurückkehrt, aber es kann nicht in allen 17 Städten gespielt werden.

Brasilien wird der Welt beweisen, dass es nicht nur gute Spieler hat, sondern auch gute Organisatoren. Wir vertrauen Euch."

Jérôme Valcke "Wir haben vom 30. Januar bis 7. Februar eine Inspektionsreise durchgeführt, auf der die FIFA und das LOK die 17 WM-Bewerberstädte besucht hat. Jede Stadt hat ihren Flughafen und ihre Pläne zur Modernisierung vorgestellt. Dann gab es einen Hubschrauberflug, auf dem wir die Infrastruktur in der Stadt und in der Umgebung des Stadions gezeigt bekamen. Wir trafen außerdem mit den Architekten der Stadien zusammen. Alle 17 Bewerberstädte legten dem LOK umfassende Informationen vor. Diese wurden von der FIFA und dem LOK umfassend geprüft und dann dem Exekutivkomitee der FIFA vorgelegt, das die endgültigen Entscheidungen traf."

Ricardo Terra Teixeira"Heute ist ein historischer Tag für Brasilien. Ich möchte mich auf drei Bereiche konzentrieren. Erstens: die Projekte der Bewerberstädte waren sehr ambitioniert und technisch hervorragend. Die Diskussion darüber erfolgte unvoreingenommen und objektiv. Zweitens: Es gibt keine Gewinner und Verlierer unter den Städten. Ganz Brasilien ist der große Gewinner. Das ganze Land wird teilhaben, nicht nur die WM-Städte. Wir werden auch für andere Gebiete in Brasilien Projekte entwickeln. Drittens: Der heutige Tag markiert nicht das Ende, sondern den Beginn der Entwicklung. Wir müssen die große Verantwortung respektieren, die die FIFA den WM-Städten übertragen hat.

Die FIFA wird die großen Entfernungen in Brasilien in die Planungen mit einbeziehen, wie auch schon 1994 in den USA, als sogar verschiedene Zeitzonen berücksichtigt werden mussten.

Es ist eine riesige Herausforderung. Ich möchte es mit dem Bestehen einer Eingangsprüfung an einer Universität vergleichen. Ab jetzt haben wir fünf Jahre Zeit, unser Diplom zu machen, und auf dem Weg dorthin müssen wir zahlreiche Prüfungen bestehen. Es gibt sehr viel zu tun und es bedeutet für uns, für Brasilien und für die FIFA eine sehr große Verantwortung."

Über die Mannschaft Großbritanniens und die Olympischen Spiele 2012

Jérôme Valcke"Am Tag vor der Sitzung des Exekutivkomitees ging ein Schreiben der vier Fussballverbände des Vereinigten Königreichs ein, in dem erklärt wird, dass es nur eine Mannschaft für ganz Großbritannien geben und diese nur aus englischen Spielern bestehen wird."

Über die Welt-Antidoping-Agentur WADA

Joseph S. Blatter"Wir haben die Bestätigung der WADA erhalten, dass der Disziplinarkodex der FIFA und die Antidoping-Regularien der FIFA mit den Regeln der WADA völlig in Einklang stehen. Es gibt lediglich einen kleinen Punkt, der noch weiterer Klärung bedarf, nämlich Artikel 54, der sich mit der Rückkehr eines gesperrten Spielers zum Training befasst. Doch es gibt kein grundsätzliches Problem zwischen der WADA und der FIFA. Uns ging es einzig darum, das Prinzip zu unterstreichen, dass die WADA ein Dienstleister für den Sport ist, und keine Polizeiorganisation. Die WADA ist der Wächter im Kampf gegen das Doping. Sportlerinnen und Sportler sollten nicht von vornherein unter einen Generalverdacht gestellt werden. Es sei daran erinnert, dass es bei den Olympischen Spielen keine Dopingfälle bei Mannschaftssportarten gab, sondern ausschließlich bei Einzelsportarten."

Über die FIFA U-17-Weltmeisterschaft Nigeria 2009

Jérôme Valcke"CAF-Präsident Issa Hayatou, der Vorsitzende der Organisationskommission Jack Warner und ich selbst reisen am 11. Juni 2009 nach Nigeria, wo wir mit dem Vizepräsidenten Dr. Goodluck Jonathan zusammentreffen werden."

Über den Fussball in der Karibik

Joseph S. Blatter"Die Zukunft der Region liegt darin, junge Spieler aufzubauen und Profiligen einzurichten. Aber das ist natürlich nicht leicht, weil viele der Inseln sehr klein sind. Bedenken Sie, dass die Mitgliedsverbände vor 1999 keine Finanzmittel von der FIFA bekamen. Seitdem erhalten sie alle vier Jahre USD 1 Mio. und die Konföderationen erhalten im gleichen Zeitraum USD 10 Mio. Hinzu kommen noch die Projekte im Rahmen des Goal-Programms, die jeweils USD 400.000 entsprechen. Die FIFA kann durch Kurse, Management- und Marketing-Maßnahmen und durch medizinische Unterstützung Hilfe leisten. Doch Ihre Verbände müssen ihre Arbeit leisten und Ihre Regierungen müssen die Infrastruktur bereitstellen."

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