Entwicklung

Beach-Soccer-Seminar in Vanuatu: Die nächste Entwicklungsphase

Spätestens als im Jahr 2006 die großartige Mannschaft von den Salomon-Inseln einen 5:2-Erfolg über Kamerun feierte - der erste Sieg einer Mannschaft der Ozeanischen Fussballkonföderation (OFC) bei einer FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft - und dabei die Herzen von Tausenden Fans in Rio de Janeiro eroberte, wurde deutlich, dass diese Region über ein enormes Potenzial in dieser Sportart verfügt.

Seither konnte Beach Soccer in Ozeanien kontinuierliche Fortschritte verzeichnen, und die Mannschaften der OFC-Zone wurden technisch immer stärker und entwickelten eine immer größere Leidenschaft für diesen Sport. Diese Begeisterung erreichte mit dem enormen Erfolg der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft Tahiti 2013 ihren vorläufigen Höhepunkt: Das Stadion in Papeete wurde von den Zuschauern regelrecht gestürmt und die Gastgeber beendeten das Turnier auf dem beachtlichen vierten Platz, nachdem sie sich im Spiel um Platz drei dem viermaligen Weltmeister Brasilien erst im Neunmeterschießen geschlagen geben mussten.

Um diese Fortschritte weiter zu fördern und die ganze Region zu erreichen, bündelten die Entwicklungsabteilung der FIFA, die OFC und der Fussballverband von Tahiti während des Turniers 2013 ihre Kräfte und organisierten ein Beach-Soccer-Seminar mit Technischen Leitern und Beach-Soccer-Interessensvertretern der Mitgliedsverbände der Konföderation. Die Ergebnisse sind spürbar, das Interesse ist gestiegen. Es folgten Initiativen wie der jüngste FIFA Beach-Soccer-Trainingskurs, zu dem vom 1. bis 5. Dezember 25 Teilnehmer in Vanuatu zusammenkamen.

"Das vorrangige Ziel des Kurses bestand darin, eine neue Entwicklungsphase des Beach Soccer in Vanuatu einzuläuten. Das Hauptaugenmerk war auf die langfristige Planung gerichtet: Erfassung von Beach-Soccer-Einrichtungen, Entwicklung von Basisaktivitäten und Organisation regelmäßiger Wettbewerbe auf allen Ebenen, insbesondere als Erweiterung der bestehenden Fussballsaison", erklärte Paul Toohey, Beach-Soccer-Instruktor der FIFA, der im vergangenen Mai in Tonga bereits einen ähnlichen Kurs geleitet hatte.

"In naher Zukunft rechne ich mit weiteren Kursen in Neukaledonien und Tahiti", sagte Toohey. "Und es wäre großartig, wenn auch Fidschi in diesem Sport wieder aktiv werden würde. Neuseeland ist ein weiteres Land mit beträchtlichem Potenzial, sofern es wieder in die Beach-Soccer-Familie zurückkehren sollte."

Die geografischen Besonderheiten der Region sowie die Leidenschaft für den herkömmlichen Fussball mit elf Spielern pro Mannschaft sind der ideale Nährboden für die Weiterentwicklung des Beach-Soccer-Sports. Oftmals sind großartige Beach-Soccer-Spieler der Ozeanien-Zone auch in anderen Variationen des Fussballsports im Einsatz, wie dies bei zwei Seminarteilnehmern der Fall ist: Richard Iwai und Chickau Mansale bestritten mit Vanuatu die WM-Qualifikation - im Fussball, im Beach Soccer und zudem auch noch im Futsal!

Es liegt auf der Hand, dass ein Land mit einer Einwohnerzahl von nur knapp über 266.000 bestrebt ist, größtmöglichen Nutzen aus seinem Talentepool zu ziehen. Der Einsatz besonders talentierter Akteure in unterschiedlichen Fussballvarianten ist dabei durchaus clever.

"Mit Theorie- und Praxiskursen führten wir eine neue Generation von Trainern an den Beach-Soccer-Sport heran, und parallel zu den Kursen organisierten wir auch eine Reihe von Turnieren", erklärte Toohey. "Das Potenzial für Beach Soccer ist in Ozeanien sehr groß. Für viele Kinder in unserer Region ist das Fussballspielen am Strand etwas Selbstverständliches, sie sind von klein auf mit dem Sand vertraut. Wir sagen oftmals, dass unsere Spieler 'am Strand geboren werden', und daher sind die Gegebenheiten unserer Region ideal."

Es ist jedoch alles andere als einfach, mit der enormen Geschwindigkeit Schritt zu halten, mit der sich der Beach-Soccer-Sport weltweit entwickelt. Dies erfordert jenes Engagement, das die Tahitianer innerhalb weniger Jahre von einem unbekannten Underdog zu einer der besten Mannschaften der Welt machte.

"Wir können uns nicht einfach auf das natürliche Umfeld und unsere Leidenschaft verlassen. Wir benötigen ein langfristiges Konzept, um den Sport weiterzuentwickeln: Organisation und Förderung von mehr Wettbewerben und Aufbau der nächsten Spielergeneration, die auf höchstem Niveau spielen wird", betonte Toohey. "Wenn unsere Mitgliedsverbände dem Beispiel Tahitis und Neukaledoniens folgen, neue Wettbewerbe einführen und Beach Soccer in ihre Grassroot-Programme aufnehmen würden, würde dies die Entwicklung des Spiels enorm vorantreiben."

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