• Neuseelands Spielführer Clayton Lewis zum FIFA Konföderationen-Pokal abgereist
  • Moses Dyer trägt jetzt die Kapitänsbinde
  • Ein Platz im Viertelfinale wäre ein neuer Rekord für die Kiwis

Neuseeland musste bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft einige Umstellungen im Team vornehmen. Gleichzeitig streben die Kiwis eine neue Bestmarke bei dem Turnier an. Normalerweise sind es negative Ereignisse wie Verletzungen und Sperren von Spielern, die sich bei einem intensiven Turnier als problematisch erweisen. Bei den Neuseeländern hingegen steckt etwas ganz anderes hinter den derzeit nötigen Umstellungen.

Zwei Schlüsselspieler der Kiwis, Kapitän Clayton Lewis und Dane Ingham, sind aus der Republik Korea abgereist, um mit der A-Nationalmannschaft beim FIFA Konföderationen-Pokal 2017 in Russland anzutreten.

"Wir wussten schon vorher, dass (A-Nationaltrainer) Anthony Hudson möglicherweise einige unserer Spieler nominieren würde", erläuterte U-20-Nationaltrainer Darren Bazeley nach dem letzten Gruppenspiel. "Das wussten natürlich auch die Spieler. Viele von ihnen wären liebend gern zum FIFA Konföderationen-Pokal gefahren."

Bei seiner Abreise fasste Lewis seine Eindrücke vom Turnier in der Republik Korea noch einmal zusammen, das für ihn ein echter Karrierehöhepunkt war. "Es war mir eine große Ehre", sagte er gegenüber FIFA.com. "Ich denke, alle jungen Spieler wollen für ihr Land spielen und Kapitän sein. Das war ein großes Privileg für mich. Es war eine tolle Aufgabe, die Jungs hier als Kapitän anzuführen."

Schon im letzten Gruppenspiel gegen Frankreich waren die durch die Abreise der beiden Leistungsträger entstandenen Lücken zu schließen, und nun auch im bevorstehenden Achtelfinalspiel gegen die USA. Auftritt Moses Dyer.

"Das hatte ich erwartet", lacht er auf die Frage, ob die Ernennung zum Kapitän für ihn überraschend kam. "Das war schon ein tolles Gefühl, als der Trainer zu mir kam und mir das angekündigt hat. Unglaublich! Es war wirklich klasse, die Kapitänsbinde zu tragen und all die Aufgaben des Kapitäns zu übernehmen. Eine große Ehre für mich."

In gewisser Weise wurde er für eine solche Führungsrolle geboren: "Meine Mutter hat mir erzählt, dass sie sich schon immer eine Führungsrolle für mich gewünscht hat. Deswegen hat sie mich auch Moses genannt", verrät er. "Ich glaube, ich muss als Kapitän auf dem Spielfeld gar nicht so viel mit Worten arbeiten. Ich muss einfach nur mit meiner Körpersprache, meiner Energie und meinem Kampfgeist ein Vorbild sein. Auf diese Weise kann ich meine Führungsarbeit leisten."

Nun geht es für den frisch gebackenen Kapitän und seine Teamkameraden darum, bei dieser FIFA U-20-Weltmeisterschaft ein Kapitel neuseeländischer Fussballgeschichte zu schreiben. Dabei wollen sie auf den Erfahrungen von vor zwei Jahren aufbauen, als sie (mit dem alten und dem neuen Kapitän im Team) die K.o.-Runde des Turniers im eigenen Land erreichten.

"Es ist ja bekannt, dass Neuseeland eigentlich eine Rugbynation ist. Es war für uns daher ein Riesenerfolg, als wir den Sprung aus der Gruppe geschafft haben, eine wirklich große Sache", so Lewis. "Unser Einzug ins Achtelfinale dank des Sieges gegen Myanmar im letzten Gruppenspiel war eine echte Veränderung für den Fussball in Neuseeland."

Auch sein Nachfolger hat nun eine andere Einstellung: "Unsere Mentalität hat sich dadurch verändert. Wir sind jetzt kein Außenseiterteam mehr", so Moses. "Die letzte WM hat mir sehr viel Selbstvertrauen geschenkt und mir klar gemacht, dass wir eine ganze Menge erreichen können, wenn wir nur als Team zusammenstehen."