• Mauro Coppolaro ist ein vielversprechender Innenverteidiger der italienischen U-20-Auswahl
  • Er war beim verlorenen Finale der letzten U-19-EM gegen Frankreich dabei
  • Im Achtelfinale der FIFA U-20-Weltmeisterschaft 2017 strebt er nach Revanche

Für die Franzosen ist die Squadra Azzurra vor allem dasjenige Team, das sie im Finale der UEFA EURO 2000 in der Verlängerung bezwungen haben. Aufseiten der Italiener sind Les Bleus vor allem diejenigen Spieler, auf deren Kosten sie an einem Abend im Juli 2006 in Deutschland im WM-Finale zu Ruhm gelangten. Vor einem Jahr hat Frankreich in dieser Dauerfehde den Handschuh zurückgeworfen und die Azzurrini im Finale der U-19-EM geschlagen.  Am 1. Juni sehen sich die beiden Teams im Rahmen der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Republik Korea 2017 wieder. Nicht im Finale, aber es fühlt sich genauso an.

"Das ist der ideale Moment, um das Kapitel dieses verlorenen Finales endgültig abzuschließen. Es ist gleichzeitig eine Revanche und ein WM-Achtelfinale - eine bessere Motivation gibt es nicht. Wir wollen unseren Ruf wiederherstellen", sagt Mauro Coppolaro. "Die Spiele zwischen Frankreich und Italien sind immer etwas Besonderes. Für mich als Italiener ist jenes von 2006 natürlich eine meiner ersten großen Erinnerungen! Diese Duelle gehören zur Fussballtradition. Es ist ein Derby. Ich hoffe, dass das Glück auf unserer Seite ist." 

Aber während die früheren Endspiele zwischen Italien und Frankreich meist knappe Angelegenheiten waren, ist das bei der U-19-EM eine demütigende Erfahrung gewesen: 0:4 ging die Nazionale unter. Und für ein Land, in dem der Catenaccio den Status einer Religion innehat, ist ein in solcher Höhe verlorenes Finale natürlich schwer zu verdauen. "Das stimmt. Ich glaube, dass Italien in der Defensive ein Maßstab ist. An diesem Tag konnten wir unserem Ruf nicht gerecht werden.  Aber ohne falsche Ausreden zu suchen, lag es auch am Spielverlauf. Sie waren schnell in Führung gegangen und wir gezwungen, früh die Deckung aufzugeben."

Als Verteidiger geboren
Der kräftige, 1,89 Meter lange Coppolaro ist im Eins-gegen-eins schwer zu bezwingen und stark in der Spieleröffnung. Er ist damit geradezu der Archetyp eines italienischen Verteidigers. Als tragende Säule der U-20-Auswahl stand er bisher in allen drei Partien auf dem Platz. Es war indes eine Gruppenphase, in der Italien mit der Auftaktniederlage gegen Uruguay einen schlechten Start erwischte. Mit dem anschließenden Sieg gegen Südafrika (2:0) und einem Unentschieden gegen Japan (2:2) sicherten sich die Azzurrini das Weiterkommen. "Wir haben unser Bestes gegeben. Es hat gereicht, um in die zweite Runde einzuziehen. Ich habe das Gefühl, dass wir uns gut geschlagen haben", sagt er.

Sich zu schlagen scheint in der DNA des jungen Italieners zu liegen. "Ich liebe den Kampf. Das ist typisch für meine Position. Ich bin Abwehrspieler, seit ich klein bin. Ich habe den Eindruck, dass ich als Verteidiger geboren worden bin! Ich kann nichts anderes. Es ergab sich von selbst, und ich liebe es. Das Duell zwischen Stürmer und Verteidiger ist etwas, das mich berauscht", betont der Spieler von Udinese, der in der letzten Saison auf Leihbasis bei Latina in der Serie B Erfahrung sammelte.

Das trifft sich gut, denn in Cheonan wird ihm in der Person von Jean-Kevin Augustin ein furchtloser Rivale gegenüberstehen. Der dreifache Torschütze in Korea 2017 und mit sechs Treffern erfolgreichste Torjäger der U-19-EM hatte seinen italienischen Kontrahenten im Finale des kontinentalen Wettbewerbs mit seiner Schnelligkeit überrumpelt und die Führung für die Franzosen erzielt. Doch glaubt man an Zyklen, sind dieses Mal die Italiener und Coppolaro an der Reihe.