FIFA U-20-Weltmeisterschaft Polen 2019

FIFA U-20-Weltmeisterschaft Polen 2019

23 Mai - 15 Juni

FIFA U-20 WM 2019

Vom Balljungen zum WM-Star: Der unglaubliche Weg des Ben Waine

Ben Waine of New Zealand celebrates victory 
© Getty Images
  • Vor vier Jahren war Ben Waine als Balljunge bei der WM
  • Seine Familie flog um den halben Erdball, um ihn ihn Polen zu unterstützen
  • Waine hofft auf ein einmaliges Geburtstageschenk am 11. Juni

Es ist das Jahr 2015 und Neuseeland richtet die FIFA U-20-Weltmeisterschaft aus. Der 13-jährige Ben Waine erlebt als Balljunge am Spielfeldrand, wie die Stars von morgen sich auf der Weltbühne präsentieren und hofft, eines Tages das Gleiche zu tun. Vier Jahre später ist es tatsächlich so weit: Der Youngster ist selbst einer der Akteure bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Polen 2019. Seine Eltern sind ihm viele tausend Kilometer nachgereist und erleben mit, wie er von Spiel zu Spiel reift. Und da wir gerade vom Alter und vom Reifen sprechen: Waine wird am 11. Juni 18 Jahre alt und hofft, dass er diesen Geburtstag hier in Polen feiern kann.

Ben Waine of New Zealand celebrates scoring
© Getty Images

Waine spielte im Auftaktspiel der Neuseeländer eine wichtige Rolle. Er trug zwei Treffer zum 5:0-Sieg der Junior All Whites gegen Honduras bei. Wir fragten ihn, ob die Arbeit als Balljunge oder die aktive Teilnahme an der WM mehr Stress verursacht.

"Spielen bedeutet mehr Stress. Man wird auf dem Platz ziemlich schnell nervös", so Waine in einem Exklusiv-Interview mit FIFA.com. "Als Balljunge war ich bei recht vielen Spielen eingesetzt. Ich erinnere mich noch, dass eines davon ein Spiel Neuseelands war. Und ich war auch bei Spielen von Argentinien im Einsatz. Ich war natürlich ganz aufgeregt, dass ich die Chance hatte, so nah an diese großartigen Akteure heranzukommen. Und natürlich habe ich angefangen, darüber nachzudenken oder besser davon zu träumen, wie fantastisch es wäre, selbst auf der anderen Seite der weißen Linie zu stehen und zu spielen."

Waine hat seinen Traum wahr gemacht. Allerdings war er bis vor Kurzem noch nicht ganz sicher, ob er denn einen Platz im WM-Kader Neuseelands bekommen würde. "Das stimmt. Es ist noch nicht lange her, da wusste ich noch nicht, ob ich mit im Flugzeug sitzen würde. Aber ich bin sehr glücklich, dass ich den Trainer überzeugen konnte. Ich bin der jüngste Spieler im Team aber ich fühle mich sehr wohl, fast wie zu Hause. Die Stimmung in der Gruppe ist fantastisch. Das ist einer unserer Erfolgsfaktoren. Wir sind wie eine Familie, die anderen Jungs sind wie Brüder für mich", so der Youngster mit einem leichten Glitzern in den Augen.

Ben Waine of New Zealand celebrates victory with his family
© Getty Images

Waine ist zum ersten Mal in Polen. Einsam wird er sich allerdings ganz gewiss nicht fühlen, denn er hat nicht nur die Unterstützung seiner Teamkameraden sondern auch die seiner Familie, die ebenfalls die knapp 18.000 Kilometer lange Reise von Neuseeland hinter sich gebracht haben.

"Als klar war, dass ich zur WM fahre, hat meine Familie sofort angefangen, nach Flügen zu suchen und Tickets zu buchen. Es hieß einfach "Alle Mann an Bord." Und nun sind also meine Mutter und mein Vater, meine Schwester, meine Cousins und meine Onkel hier, und außerdem noch ein paar Familienmitglieder, die in England leben. Insgesamt habe ich also meinen ganz privaten Fanklub mit zwölf Mitgliedern", so Ben mit einem stolzen Lächeln im Gesicht. Waines Stimmung ist zum einen durch die Unterstützung seiner Familie so gut, doch auch die bisherigen fussballerischen Ergebnisse Neuseelands geben Anlass zur Freude. Denn auf den 5:0-Auftaktsieg gegen Honduras ließen die *Junior All Whites* einen 2:0-Sieg gegen Norwegen folgen, so dass sie bereits sicher in der nächsten Runde stehen. "Das haben die Leute vor dem Turnier vielleicht nicht unbedingt erwartet, denn Neuseeland ist ja nicht unbedingt als große Fussballnation bekannt. Aber jetzt zeigen wir allen, was wir leisten können. Neben der tollen Atmosphäre haben wir natürlich auch wirklich gute Spieler", so Waine. Mit Blick auf seinen 18. Geburtstag am 11. Juni meint er:

"Wo ich diesen ganz besonderen Tag feiern möchte? Na, hier in Polen natürlich! Denn das würde bedeuten, dass wir beim Turnier noch deutlich weiter gekommen sind. Was mein liebstes Geburtstagsgeschenk wäre? Dass ich auch spiele, aber das ist eigentlich gar nicht so wichtig. Ich denke, wir sollten uns keine besonderen Ziele setzen. Das beste Geschenk wäre es, wenn wir vom Feld gehen und sagen können, dass wir unser Bestes gegeben haben. Das ist das Gefühl, mit dem ich die Heimreise antreten will. Dann können wir mit Fug und Recht sagen: "Wir haben dort in Polen wirklich alles gegeben."

Neuseeland hat zum dritten Mal in Folge die K.o.-Runden einer FIFA U-20-Weltmeisterschaft erreicht. Doch bislang kam jedes Mal im ersten K.o.-Duell das Aus. Ist das Team bereit, den nächsten historischen Schritt zu tun? "Zunächst einmal müssen wir gegen Uruguay antreten. Wir wollen auch dieses Spiel gewinnen. Das ist die Mentalität, die bei uns im Team herrscht", so der Stürmer, der David Beckham und Marcus Rashford als seine Vorbilder nennt. "Und danach? Im Fussball ist in K.o.-Duellen alles möglich. Wer uns unterschätzt, tut das auf eigenes Risiko. Das haben wir ja schon bewiesen. Ich hoffe, wir haben mit unserem Ansatz schon viele neue Fans gewonnen und ich hoffe, dass es noch viel mehr werden."

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