FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kolumbien 2011

FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kolumbien 2011

29 Juli - 20 August

FIFA U-20 Weltmeisterschaft 2011

Valencia: Auf den Spuren des Vaters

Jose Valencia of Colombia celebrates scoring
© Getty Images

Im Namen des Vaters und des Sohnes - und des kolumbianischen Fussballs!

Vor sieben Jahren hängte Adolfo Valencia seine Stiefel an den Nagel, nachdem er in den Top-Ligen Spaniens, Italiens und Deutschlands erfolgreich auf Torejagd gegangen war. Der große Torjäger, der an zwei FIFA Fussball-Weltmeisterschaften™ teilgenommen hatte, hat dem Fussball seines Landes ein besonderes Vermächtnis hinterlassen: seinen Sohn José, Schlüsselspieler der Mannschaft von Eduardo Lara, die gegenwärtig um den Titel bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft 2011 im eigenen Land spielt.

José Valencia wurde am 18. Dezember 1991 geboren. Von seinem Vater hat er einige herausragende Eigenschaft geerbt: etwa die Dynamik, die Liebe zum Nationaltrikot und, wie man bei seinem zweiten Auftritt in der Partie gegen Mali sehen konnte, die Abgeklärtheit im Abschluss. "Ja, das war ein schönes Tor", erzählte er FIFA.com. "Es war eine tolle Kombination und ein wunderbarer Pass, den Michael Ortega auf mich spielte. Ich konnte nur auf den Torhüter draufhalten und musste mich dann beim Abpraller gegen einen Verteidiger durchsetzen", fügt er hinzu und räumt dann lachend ein, dass sein Vater "das Tor sicherlich besser erzielt hätte."

"Manchmal ist es hart"Immer wieder wird er auf seinen berühmten Vater angesprochen, auf den er selbst auch große Stücke hält: "Mein Vater war ein ganz Großer im Abschluss. Ich bewundere ihn sehr dafür. Ich trainiere hart, um ihn eines Tages zu übertreffen", erzählt er uns. Dennoch lastet damit auch eine Bürde auf seinen Schultern: "Manchmal ist es sehr hart, der Sohn meines Vaters zu sein, denn er war ein berühmter Spieler, auf den das ganze Land stolz war. Immer wieder werden deswegen Vergleiche angestellt, im Guten wie im Schlechten."

In der Tat kann es Vor- wie auch Nachteile haben, in der Familie eines berühmten Fussballers aufzuwachsen. Zum einen das wirtschaftliche Wohlergehen und die Möglichkeit, immer wieder große Stars um sich zu haben. Zum anderen die ständigen Vergleiche, die Umzüge und immer wieder die Anpassung an andere Kulturen. Deswegen verweist José, der bei Santa Fe mit dem Sohn von Carlos Valderrama in einem Team spielt, auf die wichtige Rolle, die seine Mutter María Nelsy während seiner ganzen Entwicklung gespielt hat.

"Sie war mir immer eine Stütze und hat dafür gesorgt, dass ich mit beiden Beinen auf dem Boden bleibe", gesteht er. Was sie ihm geraten haben? "Ich soll bescheiden und ruhig bleiben. Und wenn es gut läuft, soll ich versuchen, noch mehr zu erreichen, um immer besser zu werden."

Interna aus der FamilieDie Beziehung zu seiner Mutter war immer schon besonders eng. So sehr, dass die ersten Tritte des kleinen José nicht dem Ball, sondern seinem Vater galten. "Wenn meine Eltern gestritten haben, ich weiß jetzt nicht, ob wir da in Deutschland oder Spanien lebten, sei ich wie aus dem Nichts erschienen, um meinem Vater gegen das Schienbein zu treten", erzählt er lachend.

Der Bewunderer von Adrián Ramos (Hertha BSC Berlin) räumt aber auch ein, dass sein Vater es mit Humor aufgenommen habe und ihm ansonsten viele gute Ratschläge im Hinblick auf seine wohl vielversprechende Zukunft gegeben habe: "Er hat mir gesagt, dass ich meine Karriere mit Bescheidenheit und Klugheit verfolgen solle, denn am Ende sei sie sehr kurz."

Wenige Stunden vor der Partie gegen die Republik Korea, einem Spiel, "in das wir mit viel Verantwortungsbewusstsein und Respekt gehen müssen, um Gruppenerster zu werden", weiß José auch, dass er vor der einmaligen Gelegenheit steht, das Vermächtnis seines Vaters zu vollenden und einen WM‑Titel zu holen, was es bislang in der Familie Valencia noch nicht gegeben hat. Kein Wunder, dass er ausruft: "Stell dir vor! Er hat so viel gewonnen, ist aber noch nie Weltmeister geworden. Jetzt bin ich derjenige, der eine Chance hat, den Titel zu holen! Hoffentlich gelingt es mir. Ich werde alles dafür geben, ihn zu holen, um ihm meinem Vater zu widmen."

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