FIFA U-20-Weltmeisterschaft Neuseeland 2015

FIFA U-20-Weltmeisterschaft Neuseeland 2015

30 Mai - 20 Juni

FIFA U-20 Weltmeisterschaft 2015

Serbien setzt sich die Krone auf

Serbia celebrate with the FIFA U20 trophy following the FIFA U-20 World Cup
© Getty Images

TAGESRÜCKBLICK – Ein Turnier voller Überraschungen und späten, oft dramatischen Entscheidungen fand ein passendes Ende. Serbien, das erstmals als unabhängige Nation zu einer FIFA U-20-Weltmeisterschaft anreiste, fährt als neuer Weltmeister wieder nach Hause. Die Entscheidung an diesem packenden letzten Spieltag fiel vor mehr als 25.000 Zuschauern im ausverkauften North Harbour Stadium in Auckland. Nemanja Maksimovic sorgte mit seinem Treffer in der 118. Minute für den 2:1-Sieg der Europäer. Der fünfmalige Weltmeister Brasilien musste sich mit der Silbermedaille zufriedengeben.

Auch die Spieler aus Mali kehren mit Medaillen um den Hals heim, nachdem sie das rein afrikanische kleine Finale gegen Senegal für sich entscheiden konnten. Die Bilanz der Partie mit vier Toren und zwei gehaltenen Elfmetern lässt zumindest erahnen, welch mitreißenden, dramatischen und offensiv ausgerichteten Fussball beide Teams zeigten. Auch in ihrem letzten Spiel zeigten sie somit noch einmal, warum sie hier in Neuseeland zu den großen Publikumslieblingen gehörten.

Malis großer Held Adama Traore durfte sich zudem als bester Spieler des Turniers über den Goldenen Ball von adidas freuen. Der Goldene Handschuh für den besten Torhüter ging an Serbiens Schlussmann Predrag Rajkovic, während Viktor Kovalenko aus der Ukraine als erfolgreichster Torjäger des Turniers den Goldenen Schuh erhielt.

Die Ergebnisse
*
Spiel um Platz drei
*Senegal – Mali 1:3
*
Finale
*Brasilien – Serbien 1:2 n.V.

Die Tore des Tages
*
Senegal – Mali, 1:2, Adama Traore (83.)
*Adama Traore verwandelte einen Freistoß aus knapp 23 Metern mit einem perfekten Schuss in den Winkel. Dass er 16 Minuten vor Schluss noch einen weiteren fantastischen Treffer nachlegen würde, konnte zu diesem Zeitpunkt niemand erahnen. Doch Mali und der enorm talentierte Akteur mit der Rückennummer 19 haben die Fans schon so manches Mal überrascht, und auch heute gab es keine Ausnahme. Auch die drei senegalesischen Verteidiger, die Traore vom eigenen Tor fernhalten wollten, waren völlig überrumpelt, als er sich einfach um 180 Grad drehte und ihnen so entwischte. Dann beförderte er den Ball mit seinem eigentlich schwächeren Fuß mit einem perfekt platzierten Flachschuss genau neben dem Pfosten in die Maschen.

*Brasilien – Serbien 1:1, Andreas Pereira (74.)
*Das Team von Rogerio Micale will Brasiliens verlorenen Ruf als Ballzauberer wiederherstellen, und Tore wie dieses sind bestens geeignet, dieses Ziel zu erreichen. Wie Traore schien auch Andreas Pereiras Angriff zum Scheitern verurteilt, doch dann setzte er sich ebenso gegen drei Verteidiger durch. Milan Gajic, Andrija Zivkovic und auch der spätere Matchwinner Maksimovic konnten nur zusehen, wie der Einwechselspieler seinen Alleingang auf der linken Seite mit einem cleveren Richtungswechsel und einem erfolgreichen Torschuss abschloss.

Die besonderen Momente
*
Begeisterung und Leidenschaft trotz Regen
*Die neuseeländischen Fussballfans mögen rein zahlenmäßig zwar weniger stark sein als die Anhänger von Rugby und Cricket, doch an ihrer immensen Leidenschaft kann kein Zweifel bestehen. Heute wurde diese Leidenschaft in Auckland einem harten Test unterzogen, denn statt dem erhofften Sonnenschein gab es am letzten Turniertag fast ununterbrochen Regen - und  das in einem Stadion mit drei nicht überdachten Tribünen, in dem die meisten Fans den Elementen schutzlos ausgeliefert waren. Der Regen fiel während des Spiels um Platz drei fast ununterbrochen und kehrte zur Schlussphase des Endspiels nochmals zurück. Darauf hätten die Fans und Spieler im Stadion sicher gern verzichtet. Doch die klitschnassen Fans in Auckland ließen sich von den Widrigkeiten des Wetters nicht unterkriegen, sondern genossen mit Ausdauer und Gelassenheit ihren Lieblingssport. Und das packende Geschehen auf dem Rasen entschädigte sie in der Tat für die Eskapaden des Wetters.

*Diarra und Traore als Retter in der Not
*Falaye Sacko kehrt morgen als Held nach Mali zurück, nachdem er mit seinem Team die Bronzemedaille holte. Dabei dürfte die Erleichterung bei dem Mittelfeldspieler sogar noch größer sein als die Freude, denn er hätte ebenso gut auch zum Buhmann der Nation werden können. Nicht genug, dass er einen Elfmeter verschoss - nur zehn Minuten später verursachte er auf der anderen Seite auch noch einen Strafstoß für den Gegner. Doch Sacko wurde von zwei seiner Teamkameraden gerettet, denn nach der brillanten Parade Djigui Diarras beim Elfmeter und den zwei fantastischen Treffern durch Adama Traore spricht nun niemand mehr von Sackos Fehlern.

*Der Trainer weiß es am besten
*Der Brasilianer Boschilia hat guten Grund, auf seine Leistungen bei dieser FIFA U-20-Weltmeisterschaft stolz zu sein, doch die Reaktion auf seine Auswechslung im Finale gegen Serbien - ein heftiger Fußtritt gegen die Umfassung der brasilianischen Bank - gehörte nicht zu seinen besten Momenten. Dass der Trainer jedoch genau richtig lag, als er ihn durch Andreas Pereira ersetzte, zeigte sich schon kurz danach. Denn der eingewechselte Akteur brauchte nur acht Minuten, um Brasilien den magischen Moment zu schenken, der dem Team bis dahin gefehlt hatte. Für die Fans war das Tor durch Andreas Pereira ein herausragend schöner fussballerischer Moment. Für Boschilia sollte er zudem eine wertvolle Lektion gewesen sein.

Ein fan-tastisches Finale
*In der roten Ecke Fanfaren, Flaggen und singende Fans, in der gelben Ecke Trommeln, Ballons, Tänzer und unverkennbare Samba-Rhythmen. Hier bekamen die Neuseeländer einen Eindruck der Atmosphäre, die nur eine Fussball-Weltmeisterschaft bieten kann. Kein Wunder, dass die neutralen *Kiwi
-Fans von dem farbenprächtigen und lautstarken Spektakel begeistert waren. Und auch wenn am Ende die europäischen Fans weiterjubelten, während die südamerikanischen ihre Enttäuschung nicht verbergen konnten, hatten doch beide Gruppen zu einem fantastischen Fussballabend beigetragen.

Die Zahl des Tages
*
118 –* Das Siegtor von Nemanja Maksimovic zwei Minuten vor Ende der Verlängerung war das späteste, das je in einem Finale einer FIFA U-20-Weltmeisterschaft erzielt wurde.

Das Zitat des Tages
"Ich bin sehr glücklich, dass wir bei diesem Turnier eine Botschaft in die Welt schicken konnten - eine Botschaft über Einigkeit, Leidenschaft und dem Spielen mit dem Herzen. Ich hoffe, wir können dazu beitragen, unsere Menschen zu vereinen und ein Leben voller Frieden nach 20 Jahren des Leidens zu führen."
Veljko Paunovic (Trainer, Serbien)

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