FIFA U-20-Weltmeisterschaft Türkei 2013

FIFA U-20-Weltmeisterschaft Türkei 2013

21 Juni - 13 Juli

FIFA U-20 Weltmeisterschaft 2013

Führende Instruktoren treffen sich in der Türkei

Image of attendess at the FIFA Coaching Instructors' Seminar
© FIFA.com

Eine erfolgreiche FIFA U-20-Weltmeisterschaft ist gerade zu Ende gegangen und mit ihr eine weniger bekannte, wenn auch ebenso prestigeträchtige Veranstaltung: das FIFA-Seminar für Trainerinstruktoren.

Bei der viertägigen Veranstaltung, die von der Entwicklungsabteilung der FIFA organisiert worden war, kamen technische Direktoren, führende Kräfte aus dem Entwicklungsbereich und Trainer aus allen Konföderationen zusammen. Es war seit fünf Jahren die erste Veranstaltung dieser Art. Bei dem Seminar kamen theoretische, technische und praktische Aspekte des weitreichenden Aufgabenbereichs der FIFA-Instruktoren zu Sprache. Einige der besten Vertreter dieser Zunft aus allen Ecken und Enden des Planeten hatten Gelegenheit zum Ideenaustausch und zur Verständigung.

Größen wie Gabriel Calderón, Teófilo Cubillas – dreimaliger WM-Teilnehmer und Gewinner der Copa América mit Peru – und der ecuadorianische Nationaltrainer Reinaldo Rueda waren hier vertreten und brachten ihr geballtes Know-how ein. Laut Rueda spielt diese Zusammenkunft eine entscheidende Rolle. "Jedes Seminar bringt viele Fortschritte mit sich", so Rueda. "Die Teilnahme an diesem Prozess spielt für uns alle eine wichtige Rolle und ist auch für die Zukunft wegweisend."

Dieser Zusammenhang zum Wachsen und Gedeihen des Fussballs wurde auch von den restlichen Seminarteilnehmern gesehen. "Wir haben eine enorme Verantwortung, denn unsere Aufgabe ist es, die nächste Trainergeneration zu finden und auszubilden, und diese Trainer müssen dann die nächste Spielergeneration entwickeln", so Didier Chambaron, Leiter Ausbildungs- und Trainingsprogramme bei der ozeanischen Fussballkonföderation (OFC). "Aber ich bin sehr zuversichtlich, denn wie wir hier gesehen haben, gibt es viel Engagement, Leidenschaft und Motivation."

Die Mitglieder der unterschiedlichen Konföderationen erklärten den Versammelten die Problemstellungen, mit denen sie konfrontiert sind, und die Methoden, die sie zur Anwendung bringen. Laut Govinden Thondoo, Technischer Entwicklungsbeauftragter der FIFA in Gaborone (Botswana) erhielten die Teilnehmer dadurch wertvolle Einblicke. "Wir konnten uns eine umfassendere Vorstellung davon machen, was auf den einzelnen Kontinenten vor sich geht, und gemeinsame Herausforderungen ausmachen. Davon gibt es viele und dies[es Seminar] kann uns dabei helfen, Lösungen zu finden, die auf die realen Voraussetzungen an unseren Einsatzorten zuschneidbar sind."

"Hier sind Menschen aus unterschiedlichen Konföderationen, mit unterschiedlichen Kulturen, und darin liegt die Bereicherung", so Thondoo weiter, "denn beim Fussball geht es nicht nur um Technik und Taktik, sondern auch um Erziehung und Ausbildung, Kultur und menschliche Werte. Das können wir lernen, aber vor allem können wir es auch weitergeben. Das ist sehr positiv."

Der Kurs umfasste Aktivitäten im Vortragsraum und auf dem Trainingsplatz. Daher gab es hier auch Gelegenheit, einige Teilnehmer ganz in ihrem Element zu erleben, in einer Umgebung, in der alle gleich waren. "Das Schlagwort hier war Bescheidenheit", so Chambaron. "Wir haben hier Leute, die als Spieler und Trainer an Weltmeisterschaften teilgenommen haben, aber sie sind sehr bescheiden. Sie können erkennen, was man wirklich braucht und geben einem gute Ratschläge – so stelle ich mir den Fussball vor. Im Fussball sollte es auf allen Ebenen ums Teilen gehen."

Der Austausch von Wissen ist ein essentieller Bestandteil des Programms, zusätzlich gab es für die Teilnehmer aber auch Präsentationen von Organisationen wie Interpol. Darin ging es beispielsweise um die Prävention von Spielabsprachen und es gab Einblicke in die neueste Technologie, die für beträchtliche Arbeitserleichterungen sorgen kann. John Peacock, Leiter der Coaching-Abteilung des englischen Fussballverbands (FA) und englischer U-17-Nationaltrainer, ist der Ansicht, dass Letzteres eine große Hilfe auf dem gemeinsam beschrittenen Weg sein kann.

"Die Technologie ändert sich ständig, und für Trainer und Manager auf der ganzen Welt gehen diese Entwicklungen sehr schnell. In unserer Position muss man manchmal einige dieser neuen Ideen und neuen Analysewege an Bord nehmen", meint er und fügt hinzu, dass es schon immer sehr hilfreich war zu erfahren, wie andere Instruktoren arbeiten. "Was wir in England machen unterscheidet sich mit Sicherheit zum Vorgehen in Afrika und Südamerika. Meiner Meinung nach ist es deshalb sehr schön zu erfahren, wie andere Leute arbeiten."

Das Meeting all dieser FIFA-Istruktoren eröffnete auch eine hervorragende Möglichkeit zum Aufbau eines Netzwerkes mit neuen Wegen der Zusammenarbeit. "Der Vernetzungsgedanke war toll, dadurch haben wir die Chance miteinander zu kommunizieren. Es war wundervoll, dass wir unsere Ideen austauschen konnten", meint Vaithilingam Subramaniam, Technischer Entwicklungsbeauftragter der FIFA für Südasien, der nun auf eine Koordination mit seinen Pendants in den Nachbarregionen hofft. "Man kommuniziert und findet heraus, was andere Regionen tun und natürlich kann man so auch neue Kenntnisse erwerben."

Als die Seminarteilnehmer ihre Plätze im Ali-Sami-Yen-Stadion einnahmen, um die letzten beiden Partien des Turniers zu sehen, war es sehr passend, dass vier Teams aus vier unterschiedlichen Konföderationen den letzten Spieltag bestritten. Ghana, Irak, Frankreich und Uruguay waren ein perfektes Spiegelbild der Vielfalt, die die Quintessenz des FIFA-Seminars für Trainerinstruktoren war.

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