FIFA U-20-Weltmeisterschaft Türkei 2013

FIFA U-20-Weltmeisterschaft Türkei 2013

21 Juni - 13 Juli

FIFA U-20 Weltmeisterschaft 2013

Mankowski: Sieben Spiele, sieben Schlüsselszenen

Pierre Mankowski of France looks on prior to the FIFA U-20 World Cup Semi-Final match between France and Ghana at the Ataturk Stadium on July 10, 2013 in Bursa, Turkey.  (Photo by Jamie McDonald - FIFA/FIFA via Getty Images)
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Pierre Mankowski sagt es selbst: seine Mannschaft bereite ihm "großen Spaß". Der Trainer, der die französische Auswahl seit drei Jahren betreut, ließ im Gespräch mit FIFA.com die Begegnungen seiner Mannschaft bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Türkei 2013 Revue passieren.

In einem spannenden Gespräch ging Mankowski auf die entscheidenden Szenen der vergangenen drei Wochen ein und demonstrierte sowohl seine herausragende Sachkenntnis als auch die Freude, den französischen Nachwuchs trainieren zu dürfen. Das Interview in Auszügen:

Frankreich - Ghana 3:1 (0:0), 21. Juni - 18:00 Uhr, Istanbul
Die Schlüsselszene: Langer Einwurf von Lucas Digne und Torabschluss von Geoffrey Kondogbia
"Lucas [Digne] macht Einwürfe, die wie Ecken reinkommen. Aus Standardsituationen resultieren im modernen Fussball zahlreiche Torchancen. Aus dem Spiel heraus ergeben sich nur wenige Möglichkeiten zum Torabschluss. Eckbälle gibt es dagegen viele und man kommt auf diese Weise schnell vor das Tor. Die Mannschaft ist diesbezüglich dermaßen stark, dass wir das einfach nutzen müssen. Ich habe ihnen schon oft gesagt: 'Versetzt euch in die Lage eurer Gegner, die fünf Spieler auf sie zukommen sehen, die allesamt über 1,90 Meter groß sind. Natürlich werden die unsicher.' Das ist ein großer Vorteil für uns, auch wenn wir bislang noch nicht allzu viele Treffer nach ruhenden Bällen erzielt haben."

Frankreich – USA 1:1 (0:0), 24. Juni - 18:00 Uhr, Istanbul
Die Schlüsselszene: Die Amerikaner verzichten auf Pressing und stehen tief
"Von diesem Spiel war ich enttäuscht, da wir es hätten gewinnen müssen. Wir haben erwartet, dass sie uns früh stören würden, doch stattdessen ließen sie uns gewähren. Wir ändern aber nicht unsere Spielweise in Abhängigkeit vom Gegner. Wir, der Trainerstab, analysieren den Gegner, stopfen die Spieler aber nicht mit Informationen voll. Am Abend vor dem Spiel gibt es eine etwa zehnminütige Präsentation, um ihnen einen kleinen Eindruck zu vermitteln. Das war’s. Wir sagen ihnen immer, dass sich der Gegner nach uns richten muss und nicht umgekehrt. Folglich haben wir uns daran gewöhnt, in den Begegnungen das Heft in die Hand zu nehmen."

Spanien – Frankreich 2:1 (1:0), 27. Juni - 20:00 Uhr, Istanbul
Die Schlüsselszene: Das Fehlen von Paul Pogba
"Schlecht gespielt haben wir eigentlich nicht. In der ersten Halbzeit standen wir gut. Sie hatten zwar mehr Ballbesitz, aber so ist ihre Spielweise. Es war eine sehr enge Begegnung, die mir aber nicht unbedingt Sorgen bereitet hat. Paul ist aufgrund seiner Präsenz zweifellos einer der Schlüsselspieler im Mittelfeld. Er beruhigt das Spiel. Wenn er nicht dabei ist, fehlt etwas. Diese Ruhe überträgt sich auch auf die anderen Spieler."

Frankreich – Türkei 4:1 (2:0), 2. Juli - 21:00 Uhr, Gaziantep
Die Schlüsselszene: Bewegung über die Flügel
"In dieser Begegnung haben sich Lucas Digne und Dimitri Foulquier mehr am Spiel beteiligt, was alles änderte. Im ersten Spiel waren sie noch sehr zurückhaltend. Ein Großteil unseres Offensivspiels hängt indes von ihrem Einsatz ab. Unsere Flügelspieler haben aber die ersten Bälle verloren, sind in die Dribblings gegangen und haben nicht auf die Außenbahnen gespielt, wo wiederum keiner mit nach vorne gelaufen war, sondern alle sehr tief standen. So kam eins zum anderen. Es ist im Grunde eine Frage des Vertrauens. Man muss effiziente Entscheidungen treffen: Wenn sich die Angreifer lösen, um den Ball zu bekommen, müssen sie nicht sofort losdribbeln, sondern können sich auf die aufgerückten Außenverteidiger stützen, die mit nach vorne kommen."

Frankreich –Usbekistan4:0 (3:0), 6. Juli - 18:00 Uhr, Rize
Die Schlüsselszene: Florian Thauvin verwandelt einen Strafstoß
"Unser erster Elfmeterschütze ist Paul [Pogba], gefolgt von Yaya [Sanogo] und danach entscheiden wir spontan. Ich habe Paul gefragt, warum Florian geschossen hatte. Er hat mir gesagt, dass er ihm damit das Selbstvertrauen zurückgeben wollte, da er gegen die Türkei verschossen hatte. Das ist schon gewagt, so etwas bei einer WM zu machen, schließlich kann man es sich nicht erlauben, mit dem Feuer zu spielen. Es war aber dennoch eine tolle Geste seiner Mitspieler, was die Stärke dieser Mannschaft zum Ausdruck bringt. Ich weiß nicht, ob Florian dadurch entspannter wurde. Ich glaube aber, dass er im Laufe des Turniers zunehmend befreiter aufgespielt hat. Und das hat sicherlich dazu beigetragen."

Frankreich –Ghana2:1 (1:0), 10. Juli - 18:00 Uhr, Bursa
Die Schlüsselszene: Drei überragende Paraden von Alphonse Areola
"Als Samuel [Umtiti] die rote Karte sah, waren wir etwas unruhig. Sie hatten uns im Griff, unser zweiter Treffer fiel nach einem Konter. Danach waren noch zehn Minuten zu spielen, und Alphonse [Areola] hat schließlich den Sieg festgehalten. Bis dahin hatte er zwar recht ruhige Abende verlebt, der Abwehr aber immer die nötige Sicherheit vermittelt. An diesem Tag kam die Effizienz hinzu und er hat im richtigen Moment sein ganzes Können aufgeboten."

Frankreich – Uruguay, 13. Juli – 21:00 Uhr,Istanbul*Schlüsselszene: Uruguay destabilisieren
*"Wir werden spielen. Seit dem Ende der Gruppenphase gehen wir mehr Risiken ein. Das setzen wir fort. Sie stehen dermaßen gut, dass es schwierig werden wird, sie durch unser kollektives Spiel zu destabilisieren. Wir müssen variieren, das Spiel in die Breite ziehen und unsere Außenspieler in den Lücken, die sich bei Raumdeckung ergeben, suchen. Wir verfügen über Spieler, die in Eins-gegen-Eins-Situationen den Unterschied ausmachen können."

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