FIFA U-20-Weltmeisterschaft Neuseeland 2015

FIFA U-20-Weltmeisterschaft Neuseeland 2015

30 Mai - 20 Juni

FIFA U-20 Weltmeisterschaft 2015

Quer durch Neuseeland: Ein ganz besonderes Fan-Abenteuer

Yellow Fever's Dave Richardson, Tracey Hodge and Dale Warbuton cheer for New Zealand at Hamilton's Waikato Stadium. Image courtesy of Enzo Giordani.
© Others

Heute geht in Neuseeland mit dem Finale die jüngste Auflage der FIFA U-20-Weltmeisterschaft zu Ende. Für drei Fans stellt das Endspiel zwischen Brasilien und Serbien auch das Ende einer gigantischen Rundfahrt dar, in deren Verlauf sie nicht weniger als 23 WM-Spiele besucht haben.

An der Reise, die ihren Höhepunkt in 16 Begegnungen innerhalb neun völlig verrückter Tage fand und in deren Verlauf die Teilnehmer für das Spiel zwischen Katar und Senegal in Hamilton unter anderem um vier Uhr morgens aufstehen mussten, nahmen Tracey Hodge, Dave Richardson und Dale Warburton teil: die drei Mitglieder von Yellow Fever.

"Wir sind eine ziemlich chaotische und völlig inoffizielle Fangruppe von Wellington Phoenix", erläutert Warbuton. "Angesichts der bevorstehenden WM haben wir uns darüber ausgetauscht und gedacht, 'Warum eigentlich nicht?' Wir waren jeden Tag ziemlich lang auf der Straße. Das Gute an Neuseeland ist, dass es relativ klein ist, sodass wir gedacht haben, dass es machbar wäre, ziemlich viele Begegnungen zu sehen, wenn wir uns auf die fünf Austragungsorte auf der Nordinsel beschränkten. In anderen Ländern, wie beispielsweise bei der Frauen-Weltmeisterschaft in Kanada, wäre so etwas schlicht und ergreifend unmöglich. Hier hingegen war es zwar auch eine große, aber eine lösbare Herausforderung."

Die Reiseroute war dennoch durchaus ehrgeizig, schließlich fanden in der Gruppenphase an neun aufeinander folgenden Tagen jeweils vier Begegnungen statt, sodass sich das Trio gezwungen sah, zwischen Auckland, Hamilton, New Plymouth, Wellington und Whangarei hin- und herzupendeln. Da alleine die beiden letzten Städte fast 800 Kilometer voneinander entfernt sind, waren lange gemeinsame Stunden auf einsamen Straßen vorprogrammiert.

"Das war manchmal schon eine ganz schöne Ochsentour", gesteht Warburton. "An manchen Tagen mussten wir erst einmal überlegen, welchen Tag wir hatten oder wohin wir gerade unterwegs waren." Richardson nickt zustimmend und gesteht, dass zahlreiche Freunde und Familienmitglieder die Ansicht vertreten hätten, sie seien nicht ganz bei Trost, sich in ein solches Abenteuer zu stürzen. "Meine Arbeitskollegen denken das mit Sicherheit! Sich vier Wochen freizunehmen, um kreuz und quer durch Neuseeland zu fahren und Fussball zu gucken, ist etwas, das keiner so richtig verstehen kann."

Doch trotz aller Herausforderungen, dem frühen Aufstehen, den langen Abenden und kräftezehrenden Reisen wird das Ende des Turniers – und damit auch die Rückkehr zur Normalität – nicht gefeiert. "Ich bin traurig, dass das bald alles vorbei sein wird", so Hodge. "Natürlich gibt es positive Dinge, wie länger als eine Nacht im eigenen Bett zu schlafen, aber ich werde das dennoch alles vermissen."

Als Fussballfans in einem Land, das von anderen Sportarten beherrscht wird, war die Gelegenheit, so viele Eindrücke vom schönen Spiel zu sammeln und 19 der 24 Mannschaften zu sehen, die Strapazen durchaus wert. Darüber hinaus haben sie einige hochattraktive Begegnungen gesehen, insbesondere den sehr unterhaltsamen 4:2-Sieg der Brasilianer gegen Nigeria, die verdeutlicht haben, welche Anziehungskraft von einer WM ausgeht. "Das war ein Highlight, zumindest aus fussballerischer Sicht", gesteht Hodge. "Es hat Spaß gemacht, vor Ort zu sein."

Und wie das so oft der Fall ist, wenn man die Begegnungen vor Ort verfolgt, sind dem Trio auch die Erlebnisse außerhalb der Stadien in Erinnerung geblieben. Warburton dazu: "Für mich war das Beste, mich mit den verschiedenen Fangruppen aus Myanmar, Uruguay und Kolumbien zu treffen."

"Die Kolumbianer waren großartig", stimmt Richardson zu. "Das war schon etwas Besonderes, wenn die Musik aufhörte und sie ihre Nationalhymne einfach weiter sangen." "Definitiv", meint auch Hodge. "Ich habe keine Beziehung zu Kolumbien, hatte aber Tränen in den Augen!" Die vier Begegnungen Neuseelands waren natürlich ein absolutes Muss. Das knappe Aus der Neuseeländer gegen Portugal hätte die Gruppe beinahe in ein größeres Dilemma gestürzt.

"Bei einem Sieg im Viertelfinale hätten wir unsere komplette Route überarbeiten müssen, da Neuseeland in Hamilton geblieben wäre", so Richardson. "Das wäre zwar schön gewesen, nur gab es dort keinerlei Übernachtungsmöglichkeiten mehr. Dort fand eine der für Neuseeland typischen Landwirtschaftausstellungen statt, sodass alles ausgebucht war. Wir hätten also zwei Nächte im Auto übernachten oder pro Strecke eine siebenstündige Autofahrt in Kauf nehmen müssen."

Auch ohne dieses kleine Problem waren sie kaum voneinander getrennt - "nur, wenn wir im Bad waren", so Richardson lachend – wodurch ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt wurde. "Wir haben uns zumindest nicht geschlagen", betont Hodge. "Das hat aber auch schon etwas, wochenlang zusammen abzuhängen."

Und während sich diese Fussballreise nun dem Ende zuneigt, wird mindestens ein Mitglied des Trios schon bald seine nächste Reise antreten. "Ich muss demnächst auf eine Hochzeit nach Vancouver", so Warburton. "Da dort gerade die Frauen-WM stattfindet, wäre es doch eine Schande, wenn ich nicht noch einige Spiele besuchen könnte!"

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