FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kolumbien 2011

FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kolumbien 2011

29 Juli - 20 August

FIFA U-20 Weltmeisterschaft 2011

Portugals Hoffnungen ruhen auf Oliveira

Nélson Oliveira kann sich in den portugiesischen Nachwuchsmannschaften getrost als Routinier bezeichnen. Schließlich hat er in fast fünf Jahren über 50 Begegnungen für die Nationalmannschaft bestritten. Um sich über einen so langen Zeitraum auf einem konstanten Niveau zu halten, hat der talentierte Auswahlspieler ein ganz einfaches Rezept: Tore.

So war es in der Qualifikation zur FIFA U‑20‑Weltmeisterschaft, als er den entscheidenden Treffer beim Sieg gegen Italien beisteuerte, der das Tor nach Kolumbien weit aufstieß. Ähnlich verlief es auch in der Vorbereitung beim traditionsreichen Turnier von Toulon oder in Testspielen, als er in wichtigen Begegnungen gegen Frankreich und die Elfenbeinküste einen bleibenden Eindruck hinterließ. Beim WM‑Debüt der Portugiesen war Nélson wieder einmal unter den Besten seiner Mannschaft. Doch dieses Mal lief es nicht ganz so reibungslos, wie er – und viele andere – es erwartet hatten.

In der Begegnung gegen Kolumbien war der Angreifer von Benfica Lissabon die überragende Figur der Mannschaft von Ilídio Vale. Er dribbelte, stürmte, schoss und köpfte, doch ein Torerfolg war ihm an diesem Tag nicht vergönnt. Trotz aller Enttäuschung weiß er aber auch, dass ihm noch genug Zeit bleibt, um seine Treffsicherheit zu steigern. Eine erste Gelegenheit dazu hat er in der Begegnung gegen Kamerun, wo er wieder das machen will, was er so gut kann und die Fans an ihm schätzen. "Ich weiß auch nicht, was im ersten Spiel gefehlt hat. An der fehlenden Unterstützung hat es zumindest nicht gelegen. Ich hatte in der zweiten Halbzeit sogar eine hundertprozentige Kopfballchance und hätte das Tor machen müssen. Ich habe es aber versäumt", bedauerte der Spieler mit der Rückennummer sieben gegenüber FIFA.com. "Ich will diese Tore in den kommenden Begegnungen nachholen, um der Mannschaft zu helfen."

Obwohl er torlos ausging, hat Oliveira insbesondere nach dem Seitenwechsel das Spiel seiner Mannschaft beflügelt, als er die uruguayische Defensive ein uns andere Mal in Verlegenheit brachte und selbst in Unterzahl (sein Sturmpartner Sergio Oliveira war vom Platz gestellt worden) zahlreiche Torchancen erspielte. Seinen Worten zufolge zeugt das von der wahren Stärke dieser portugiesischen Mannschaft. "Wir sind es gewöhnt, in der zweiten Hälfte so aufzuspielen. Wir haben die nötige Qualität, um Pässe zu spielen, ohne über lange Bälle Angriffe einleiten zu müssen. Leider können wir nicht immer so spielen. Es ist aber eine Eigenschaft, die wir beibehalten sollten", so Nélson, der sich für die bevorstehenden Aufgaben durchaus Chancen ausrechnet.

"Theoretisch war Uruguay der schwerste Gegner, doch wir müssen weiterhin auf der Hut sein. Wir haben die Begegnung zischen Kamerun und Neuseeland zum Teil mitverfolgt. Das sind zwei starke Mannschaften, doch wir sind davon überzeugt, dass sie zu schlagen sind. Wir wollen einen Sieg, da wir damit den Einzug in die nächste Runde praktisch sicher hätten", betont Oliveira.

Geschlossene und ehrgeizige Mannschaftsleistung
Die Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit sieht Nélson Oliveira in einer Eigenschaft begründet, die den Portugiesen beim Abenteuer in Kolumbien behilflich sein könnte: der mannschaftlichen Geschlossenheit. Die Spieler, die in den vergangenen Jahren viel Zeit miteinander verbracht haben und gemeinsam durch die Qualifikation gegangen sind, haben diese Stärke in den Trainingseinheiten, Spielen und Interviews ein ums andere Mal offenbart. Hierin sieht Nélson Oliveira auch den Schlüssel zum Erfolg. Es war zudem eine der Stärken der Mannschaft, die 1989 und 1991 den WM-Titel holte.

"Wir haben eine sehr geschlossene Mannschaft. Wir hängen ständig zusammen rum und sind auch abseits des Platzes befreundet. Deshalb unterstützen wir uns auch gegenseitig. Das war seit Beginn der Qualifikation vor ungefähr zwei Jahren immer unsere Stärke", so Oliveira. "Deshalb zählen für mich nicht nur meine Tore. Natürlich ist so eine WM auch eine willkommene Gelegenheit, sich in den Vordergrund zu spielen, ich blicke da aber eher auf die Leistung der gesamten Mannschaft. So werden wir alle noch weit kommen."

Mit diesem klaren Ziel vor Augen beabsichtigen Nélson und seine Mannschaftskameraden, noch lange in Kolumbien für Furore zu sorgen. "Wir haben vielleicht nicht das größte Talent, können aber mit unserer Stärke aufwarten. Diese kollektive Stärke kann uns dabei helfen, Mannschaften hinter uns zu lassen, die mit mehr Talent gesegnet sind."

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