FIFA U-20-Weltmeisterschaft Polen 2019

FIFA U-20-Weltmeisterschaft Polen 2019

23 Mai - 15 Juni

FIFA U-20 WM 2019

Ecuador: Porträt des Südamerikameisters

Ecuador player Daniel Segura, celebrates his goal against Venezuela 
© imago
  • Ecuador reist als Südamerikameister zur FIFA U-20-Weltmeisterschaft
  • In der Vorrunde warten Japan, Italien und Mexiko
  • "Wir sollten den Respekt, den dieser Titel mit sich bringt, nutzen"

Ecuador hat allen Grund, mit großen Hoffnungen nach Polen zu reisen, denn bei der vierten Teilnahme an einer U-20-Weltmeisterschaft tritt das Land erstmals als Südamerikameister in dieser Altersklasse an.

Das ist auch für Coach Jorge Célico ein nicht zu unterschätzender Faktor. "Wir sollten den Respekt, den dieser Titel mit sich bringt, nutzen", erklärte der 57-jährige Argentinier, der seit 2017 im Amt ist, gegenüber FIFA.com. "Ich weiß, was das bei den Gegnern für ein Gefühl verursacht. Ich habe meinen Spielern damals zwar keine Angst eingeredet, doch der Respekt ist auf jeden Fall da."

Ein Turnier gegen Teams wie Argentinien, Uruguay oder Brasilien gewonnen zu haben, ist jedoch nur ein Teil der Herausforderung, versichert Célico, der darüber hinaus auch als Koordinator für die Jugendauswahlmannschaften des ecuadorianischen Fussballverbands FEF zuständig ist.

"Was du einmal auf dem Platz erreicht hast, musst du dann auch in jedem Spiel bestätigen. Erfolge haben im Fussball nun einmal nicht sehr lange Bestand. Wenn dir das nicht klar ist, hast du ein Problem."

Célico, der in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ vorübergehend auch die A-Nationalmannschaft betreut hatte, fürchtet jedoch nicht, dass der große Erfolg seinen Spielern aus dem U-20-Team zu Kopf gestiegen ist. "Die Gruppe ist ziemlich reif für ihr Alter, die Spieler haben an Selbstbewusstsein gewonnen ohne abzuheben. Sie wissen genau, dass Erfolg nur durch Demut und Engagement zu erreichen ist."

Ecuador head coach Jose Celico gives intructions to his players during U-20 South American Championship 
© imago

Die Grundlagen eines Meisters

In fussballerischer Hinsicht ist Célico von seinem Team überzeugt. "Das ist eine aggressive Mannschaft, technisch beschlagen, die immer wieder nach vorne spielt. Die Taktik dient dazu, diese Stärken herauszustellen." Angesichts der Leistungen beim Südamerika-Turnier hat FIFA.com den Trainer zu den Leistungsträgern Ecuadors befragt.

Moisés Ramírez (Torhüter, Real Sociedad in Spanien)

  • Angaben zum Spieler: Fünf Mal hat er seinen Kasten in der Qualifikation sauber gehalten. In den letzten 298 Minuten des Finalturniers blieb er ohne Gegentreffer.

"Er könnte einer der besten Torhüter in der Geschichte Ecuadors werden. Für einen gerade erst 18 Jahre alten Spieler sind seine physischen Fähigkeiten, seine Schnelligkeit, seine Reflexe und auch seine Persönlichkeit außergewöhnlich. Außerdem kennt er keine Angst."

Jackson Porozo (Innenverteidiger, FC Santos in Brasilien)

  • Angaben zum Spieler: Er ist der Spieler, der in der Qualifikation die meisten gegnerischen Angriffe unterband (32); er gewann 69% seiner Zweikämpfe (40/58) und war der Spieler des Teams mit den meisten Abwehraktionen (59).

"Er beeindruckt mit seiner Stärke in der Luft, er ist schnell und im direkten Zweikampf kaum zu umspielen. Er ist im positiven Sinne aggressiv. Mit 18 Jahren hat er es verstanden, sich immer anpassen zu können."

Ecuador's Jose Cifuentes (C) celebrates after scoring against Argentina 
© AFP

José Cifuentes (Mittelfeldspieler, América de Quito)

  • Angaben zum Spieler: Er war in allen neun Spielen der Südamerikameisterschaft dabei, spielte 799 von 810 Minuten, erzielte ein Tor und war zwei Mal Spielführer des Teams.

"Er ist ein vielseitiger Mittelfeldspieler, fast eine Art Relaisstation hinter dem zentralen Spielmacher. Er versteht es nicht nur, Bälle zu erobern, sondern auch den entscheidenden Pass in die Tiefe zu spielen."

Leonardo Campana (Angreifer, SC Barcelona)

  • Angaben zum Spieler: Er war mit sechs Toren der erfolgreichste Schütze der Südamerikameisterschaft. Von seinen 18 versuchten Torschüssen waren zehn platziert.

"Er ist ein anderer Neuner, allein schon wegen seiner Technik und Spielweise. Er könnte auch hinter den Spitzen oder auf den Außenbahnen spielen. Er kann sich jeder Spielweise anpassen. Talentierte Spieler wie er müssen nicht an eine feste Position gebunden sein."

**Die Gruppe und die Ziele**

Gegner Datum Austragrungsort Anpfiff (Ortszeit)
Japan 23. Mai Bydgoszcz 20.30 Uhr
Italien 26. Mai Bydgoszcz 18.00 Uhr
Mexiko 29. Mai Gdyinia 18.00 Uhr

"Es sind ganz unterschiedliche Typen, sowohl in fussballerischer wie auch kultureller Hinsicht. Man könnte aber auch keinen als den kompliziertesten Typen bezeichnen, das wäre ungerecht."

In der Vorbereitung auf jedes Spiel wendet der Trainer stets das gleiche, grundlegende Konzept an: "Die Gegner müssen sich uns anpassen. Das heißt nicht, dass wir keinerlei Umstellungen vornehmen können, aber wir ändern nicht unsere Spielweise." Das Ziel ist klar: "Wir wollen den WM-Titel mit nach Hause nehmen. In diesem Job ist alles schwierig und es wäre falsch, solange man die Chance hat, nicht bis zum Ende zu träumen."

Und auch wenn er weiß, dass es "trotz des sehr hohen Niveaus" schwierig werden dürfte, vertraut er auf seine Spieler: "Auch wir sind stark. Wir sind Südamerikameister. Das ist eine Verantwortung, der wir gerecht werden müssen."

Mehr zu diesem Thema erfahren

Empfohlene Artikel

Brasilien 2014: Honduras - Ecuador 1:2

FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2014™

Brasilien 2014: Honduras - Ecuador 1:2

21 Apr 2018