FIFA U-20-Weltmeisterschaft Türkei 2013

FIFA U-20-Weltmeisterschaft Türkei 2013

21 Juni - 13 Juli

FIFA U-20 Weltmeisterschaft 2013

López sagt Spanien den Kampf an

Nicolas Lopez of Uruguay celebrates his goal
© Getty Images

"Ich hatte das schon im Sinn und hatte mit meinen Teamkameraden darüber gesprochen. Als ich mir den Ball dann zurechtlegte, habe ich mir gesagt: 'Ich lupfe ihn.' Ich fühlte mich sicher und hatte das im Training schon ausprobiert. Und zum Glück hat es geklappt!" So erklärt Nicolás López sein per Lupfer erzieltes Elfmetertor gegen Nigeria, mit dem er Uruguay ins Viertelfinale schoss.

Zuvor hatten die Nigerianer die Charrúas arg in Bedrängnis gebracht, obwohl sie nur noch zehn Mann auf dem Platz hatten. Beim Spielstand von 1:1 entschied der Schiedsrichter dann in der 84. Minute auf Elfmeter. Da kam der Torjäger der Celeste auf die Idee, Sebastián El Loco Abreu zu imitieren. Der Stürmer wird wohl immer für den genialen und gleichzeitig riskanten Elfmeter in Erinnerung bleiben, mit dem er Uruguay bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010™ in Südafrika ins Halbfinale schoss. Nun hatte López beschlossen, in seine Fußstapfen zu treten.

Diesen Treffer eingeschlossen hat der torgefährliche Stürmer bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft mittlerweile vier Tore auf dem Konto. Vor dem Mikrofon gibt er sich - anders als auf dem Spielfeld - eher schüchtern und zurückhaltend. Er zieht die Worte in die Länge, als wolle er Zeit gewinnen, damit das Interview möglichst schnell zu Ende geht. Dennoch erklärt er uns aber bereitwillig, warum die Fans der Celeste ihn Diente López (Zahn López) nennen.

"Das ist wegen meiner Zähne. Zu Anfang haben Sie mich El Conejo (das Kaninchen) genannt", gesteht er. Jetzt kann er mit einer Zahnspange aufwarten, wobei er versichert, dass er sie nicht etwa trägt, um seinen Spitznamen loszuwerden. "Vorher sahen meine Zähne noch schlimmer aus, sie standen noch mehr vor", erklärt er.

Der 19-jährige Stürmer, der seit zwei Jahren beim AS Rom unter Vertrag steht, hat in letzter Zeit einen kometenhaften Aufstieg hingelegt. "Das kam alles so schnell, ganz unerwartet. Mit 17 habe ich mein Debüt in der ersten Mannschaft von Nacional [Montevideo] gegeben, und sechs Monate später bin ich schon nach Rom gewechselt." Dort will er jetzt den großen Durchbruch schaffen, ähnlich wie Edinson Cavani beim SSC Neapel und Luis Suárez beim FC Liverpool.

Diese beiden erstklassigen uruguayischen Stürmer will López zwar nicht imitieren, verfolgt ihre Karriere jedoch aufmerksam. "Sie sind einfach unglaublich. Ich verfolge ihre Auftritte in der Nationalmannschaft und mit ihren Vereinen. Sie sind unglaublich stark und haben das gewisse Etwas." Über das "gewisse Etwas" scheint auch López zu verfügen.

Und dabei geht es nicht nur um seine technischen Fähigkeiten. Er scheint einfach immer zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, um das runde Leder im Tor unterzubringen. "Schon als Kind, als ich mit vier Jahren begann, war ich Stürmer und habe schon immer viele Tore geschossen. Manchmal waren es schöne Tore… und manchmal solche, wo ich den Ball nur über die Linie schieben musste."

Bei der U-20-WM in der Türkei hat er bisher alle Arten von Toren erzielt, und hofft nun, mit seinem Team weiterzukommen, um vielleicht die Chance zu haben, am Ende als bester Torschütze mit dem Goldenen Schuh ausgezeichnet zu werden. Allerdings werden ihm die Spanier die Sache sicher nicht einfach machen.

"Wir wissen, dass die Spanier gut spielen und hervorragende Spieler haben, deshalb wird es sicher ein sehr schönes Spiel werden", meint er. Aber die Urus lassen sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen und werden wie üblich kämpfen. "Wir sind ein sehr kleines Land, aber im Fussball kämpfen wir immer und sind ganz vorn mit dabei. Vielleicht haben wir nicht so gute Bedingungen wie einige europäische Mannschaften, aber wenn alle an einem Strang ziehen, kommen wir immer weiter", erklärt López in dem Versuch, das Phänomen eines relativ kleinen Landes zu erklären, das über viele erstklassige Fussballer verfügt und immer hoch hinaus will.

"Wir wissen, warum wir hergekommen sind. Wir sind eine starke, geschlossene Mannschaft und wollen hier etwas erreichen. Wir sind zwar schlecht ins Turnier gestartet, haben uns danach aber gesteigert und stehen jetzt glücklicherweise im Viertelfinale."

Der Stürmer ruft sich noch einmal die Auftaktniederlage gegen Kroatien in Erinnerung, wobei Uruguay sich seither tatsächlich im Aufwind befindet. López ist der Ansicht, dass der Schlüssel zum Erfolg gegen Spanien darin liegen könnte, sich ein Beispiel an Mexiko zu nehmen, das die Rojita am Rande der Niederlage hatte. "Ich glaube, falls es uns genau wie den Mexikanern gelingen sollte, ein Tor zu erzielen, sollten wir versuchen, den Vorsprung zu halten, aber gleichzeitig auch angreifen, um ein zweites nachzulegen."

Sollte er selbst erfolgreich sein, würde er den Treffer wie immer seinem neun Monate alten Sohn Benjamín widmen, dessen Name auf seinen Fussballschuhen steht und den er nicht einen Moment vergisst. Die Spanier sollten auf der Hut sein, denn ein Torjäger, der erwiesenermaßen in der Lage ist, eine Partie mit einem gelupften Elfmeter zu entscheiden, hat es auf sie abgesehen.

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