FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kolumbien 2011

FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kolumbien 2011

29 Juli - 20 August

FIFA U-20 Weltmeisterschaft 2011

Lara: "Zwei würdige Finalisten"

Colombia Coach, Eduardo Lara walks out of the change room
© Getty Images

Der kommende Samstag, 20. August, wird für die kolumbianischen Fans ein besonderer Tag sein. Mit dem heiß ersehnten Endspiel der FIFA U‑20‑Weltmeisterschaft 2011 findet der Höhepunkt eines regelrechten Volksfestes statt, das im Laufe des vergangenen Monats eine ganze Nation in seinen Bann zog. Doch es herrschen nicht nur Freude und Ausgelassenheit: Bei vielen werden die negativen Gefühle überwiegen, nachdem die Gastgeber, die im Viertelfinale an Mexiko scheiterten, nicht mehr dabei sind.

Der Trainer der kolumbianischen Mannschaft, Eduardo Lara, ist einer davon. Unmittelbar bevor die Brasilianer und Portugiesen in Bogota um den WM-Titel spielen gab er FIFA.com ein Exklusivinterview, in dem er offen eine Bilanz des Turniers zog, über die allgemeine Leistung der Kolumbianer sprach und über die Leistungen der beiden WM-Finalisten resümierte.

Eduardo Lara, wir nähern uns nun dem Ende des Turniers.Glauben Sie, dass Brasilien und Portugal würdige Finalisten sind?
Ja, ganz bestimmt. Ich denke, dass sowohl Brasilien als auch Portugal ein großartiges Turnier gespielt haben und verdient so weit gekommen sind. Es ist schwierig, eine Prognose für Samstag zu wagen, denn in einem Endspiel kann alles passieren. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass wir ein großes Spektakel sehen werden.

Wie würden Sie diese beiden Mannschaften charakterisieren?
Die Brasilianer haben einige sehr gefährliche Spieler in ihren Reihen – das haben sie nicht zuletzt gegen Mexiko gezeigt. Vor allem in der Offensive sind sie sehr stark. Die Portugiesen zogen hingegen ohne Gegentreffer in das Endspiel ein, weshalb ihnen ebenfalls einiges zuzutrauen ist. Als Südamerikaner wünscht man sich natürlich, dass die Trophäe auf dem eigenen Kontinent bleibt, doch beide Teams hätten sich den Weltmeistertitel verdient.

Wie sehr schmerzt es, im Finale nicht dabei zu sein?
Das schmerzt natürlich sehr. Wir wollten unbedingt dabei sein und hatten hart auf dieses Ziel hingearbeitet. Als Trainer ist es natürlich bitter, wenn ein solches Spiel ohne die eigene Mannschaft stattfindet. Doch wir haben uns gegen Mexiko zu viele Fehler geleistet, die der Gegner zu nutzen wusste. Daher müssen wir uns mit dieser Niederlage abfinden.

Waren alle Halbfinalisten stärker als Kolumbien?
Sehen Sie, wir haben am Nachwuchsturnier in Toulon teilgenommen und dort Frankreich und Mexiko besiegt. Gegen Portugal haben wir immerhin ein Unentschieden erreicht. Ich denke, dass wir auf einem hohen Niveau gespielt haben. Doch so ist nun mal der Fussball. Diesmal bleibt uns nur die Zuschauerrolle. Wir können den Finalisten nur gratulieren.

Was halten Sie vom allgemeinen Niveau des Turniers?
Eine Weltmeisterschaft ist immer unberechenbar. Man weiß nie, was passieren wird. Doch ich denke, dass alle Mannschaften wertvolle Erfahrungen sammeln konnten und sich gut präsentiert haben. Unser Land hat jedenfalls ein hervorragendes Turnier auf die Beine gestellt.

Haben Sie das Ausscheiden im Viertelfinale schon verdaut?
Ehrlich gesagt war das ein schwerer Schlag. Wir hatten uns vorgenommen, weiter zu kommen. Auch das Publikum war großartig und hat uns immer unterstützt. Das Aus war natürlich sehr bitter, doch wir müssen uns damit abfinden und nach vorne blicken.

Haben Sie sich das Spiel gegen Mexiko nochmals angesehen?
Ja, ich habe es nochmals gesehen.

Nach diesem Spiel haben Sie die Schuld für das Ausscheiden auf sich genommen.Bleiben Sie dabei?Ich arbeite bereits seit vielen Jahren und bin meiner Linie treu geblieben: Wenn etwas nicht gelingt, bin ich daran schuld. Es ist die Aufgabe eines Trainers, den Spielern zu sagen, was auf dem Platz auf sie zukommen kann. Doch es ist die Aufgabe von euch Analytikern, das Geschehen auf dem Platz zu analysieren und zu kommentieren. Die Jungs befinden sich noch in einem Entwicklungsprozess, weshalb es ganz normal ist, dass sie Fehler machen. Das Wichtigste ist jedoch, dass sie aus diesen Erfahrungen lernen, damit sich diese Fehler später in der A-Nationalmannschaft nicht wiederholen.

Welche Botschaft haben Sie vor dem großen Finale für das kolumbianische Volk?
Wir können uns nur bei allen Menschen in unserem Land bedanken, die uns stets unterstützt haben. Sogar jetzt, wo wir bereits ausgeschieden sind, spricht man uns noch Mut zu und gibt sich zufrieden. Wir haben unser Bestes gegeben, unser Ziel aber leider verfehlt. Das ist für uns alle sehr schade.

Kurz vor dem Ende des Turniers fragen sich viele, wie die berufliche Zukunft von Eduardo Lara aussehen wird.Können Sie diesbezüglich etwas sagen?
Man wird sehen, wie der Verband entscheiden wird. Ich bleibe jedoch gelassen und nehme es so, wie es kommt. Was auch immer geschehen wird - ich möchte dem Verband, Präsident Luis Bedoya und dem Vorstand meinen Dank aussprechen. Ich arbeite seit neun Jahren hier und habe diese Zeit sehr genossen. Ich werde einfach abwarten und sehen, was passiert.

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