FIFA U-20-Weltmeisterschaft Polen 2019

FIFA U-20-Weltmeisterschaft Polen 2019

23 Mai - 15 Juni

FIFA U-20 WM 2019

Gouiri: Vom Krankenbett zur WM

Amine Gouiri of France celebrates with teammate Nabil Alioui
© Getty Images
  • Amine Gouiri: Ein Tor und eine Vorbereitung gegen Saudiarabien
  • Der französische Stürmer hatte eine schwere Knieverletzung
  • "Mein Ziel war immer, bei dieser WM zu spielen"

Ein Tor geschossen, eines vorbereitet: Für einen Stürmer vom Kaliber eines Amine Gouiri fast schon Routine, zumal wenn man Mittelstürmer der französischen Auswahl ist und Gegner Saudiarabien nur noch zu zehnt spielt.

Diesen Eindruck erweckte jedenfalls Gouiris nicht gerade überschwängliche Freude, nachdem er in der Schlussviertelstunde getroffen hatte. Den so nüchternen Jubel konnte der Mann aus Lyon gegenüber FIFA.com hinterher selbst nicht so recht erklären. Es war vielleicht eine Mischung starker und widersprüchlicher Gefühle, denen er keinen rechten Ausdruck verleihen konnte. Denn Gouiri hat den Großteil der Saison in der Reha verbracht und allein seine Teilnahme an der FIFA U-20-Weltmeisterschaft in Polen ist für ihn schon ein Sieg.

Es geht noch besser

"Ich bin nicht zufrieden." Zu diesem ausgesprochen nüchternen Fazit kam Frankreichs Trainer Bernard Diomède auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Er führte aus: Ihm wäre es lieber gewesen, Boubakary Soumare hätte nicht schon nach einer Viertelstunde humpelnd den Platz verlassen müssen. Auch hätte er es gern gesehen, wenn seine Spieler mehr aus ihrer Überlegenheit gemacht hätten. In nackten Zahlen ausgedrückt: Frankreich hatte 68 Prozent Ballbesitz und 17 Abschlüsse, von denen aber lediglich fünf platziert aufs gegnerische Tor kamen. Eine frühere Führung wäre locker möglich gewesen.

Amine Gouiri darf sich von dieser Kritik wohl ausgenommen fühlen, denn durch seine feine Vorarbeit für Youssouf Fofana in der 43. Minute beseitigten die Bleuets immerhin schon vor dem Seitenwechsel die größten Zweifel. Laut Diomède war es zwar nur "ein Tor aus einer halben Chance", aber es polierte den ebenso knappen wie wichtigen Arbeitssieg der Franzosen wenigstens etwas auf.

Über Gouiri sagte der Weltmeister von 1998: "Er ist ein echter Torjäger. So was ist selten. Außerdem ist er eine Kämpfernatur. Ich freue mich für ihn. Amine hat für sein Comeback hart gearbeitet. Er wollte unbedingt mit uns zu dieser WM – und er hat sein Ziel erreicht."

Im vergangenen Sommer war der Mann aus Lyon mit vier Toren bei der UEFA U-19-Europameisterschaft einer der maßgeblichen Akteure der französischen Qualifikation für Polen 2019. Doch nach seiner Rückkehr zu Olympique hatte er einen Trainingsunfall. "Es ist ohne gegnerische Einwirkung passiert", erzählt das Eigengewächs des Klubs bei FIFA.com.

Die niederschmetternde Diagnose: Kreuzbandriss im linken Knie. Gouiri wurde im Anschluss operiert und begann danach eine sechsmonatige Reha. "Es war eine sehr schwere Zeit. Erst durfte ich das Bein zehn Tage überhaupt nicht belasten, danach begann das Rehatraining", berichtet er.

Unterstützung von Fekir

In dieser für jeden Fussballer unangenehmen Zeit fernab von Platz und Ball konnte das große Talent von Olympique Lyon auf die wertvolle Unterstützung eines Weltmeisters bauen. "Nabil Fekir hatte diese Verletzung selbst auch mal. Er ist unser Mannschaftskapitän und wir verstehen uns sehr gut. Er hat mich sehr unterstützt und mir viele Ratschläge gegeben, wie ich möglichst gut wieder in Topform komme."

Zum Auftakt in Polen spielte Gouiri dann 90 Minuten durch und war ein Fixpunkt in der französischen Offensive. Arbeit, Geduld und Fekirs Tipps sollten sich auszahlen. "Anfangs habe ich gar nicht so sehr daran gedacht, aber je näher die Rückkehr auf den Platz rückte, desto mehr wurde es auch mein Ziel, bei dieser WM zu spielen", sagt Gouiri rückblickend.

Schon bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Indien 2017 hatte er fünf Tore geschossen. Man könnte also meinen, dass es für Gouiri nichts Besonderes mehr ist, international zu glänzen. Aber eine ausgeheilte Knieverletzung ist das Eine. Was ein Stürmer aber wirklich braucht, um wieder ganz der Alte zu sein, sind Tore.

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