FIFA U-20-Weltmeisterschaft Türkei 2013

FIFA U-20-Weltmeisterschaft Türkei 2013

21 Juni - 13 Juli

FIFA U-20 Weltmeisterschaft 2013

Garcia: "Es ist wichtig, voll konzentriert zu bleiben"

Referee Roberto Garcia gestures
© Getty Images

Der mexikanische Schiedsrichter Roberto Garcia wird an diesem Samstag, 13. Juli,  in Istanbul das mit Spannung erwartete Endspiel der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Türkei 2013 zwischen Frankreich und Uruguay leiten. Assistiert wird der 38-Jährige von seinen beiden Landsleuten Jose Luis Camargo und Alberto Morin. Zudem wird der Ivorer Noumandiez Doue als vierter Offizieller fungieren.

Für Garcia ist diese Nominierung ein weiterer großer Schritt in seiner Karriere, nachdem er bisher unter anderem bei der FIFA U-17-WM 2011 in seinem Heimatland das Spiel um Platz drei geleitet hatte. Vor dem Finale nahm er sich Zeit für ein Gespräch mit FIFA.com.

Herr Garcia, was bedeutet es für Sie, das Finale der FIFA U-20-WM 2013 leiten zu dürfen?Im ersten Moment, als ich darüber informiert wurde, war ich einfach nur unglaublich stolz und glücklich. Ich freute mich für meine Familie und meine zwei Assistenten. Es ist ohne Zweifel das bisherige Highlight meiner Schiedsrichterkarriere und auch ein großer nächster Schritt für mich im Hinblick auf die Zukunft. Aber ich vergesse niemals, dass auch sehr harte Arbeit dahintersteckt, dieses Endspiel als Schiedsrichter erreicht zu haben.

Wie reagierte Ihre Familie zu Hause?Gott sei Dank ist meine Familie ein großer Rückhalt für mich. Sie unterstützt mich immer und jederzeit. Natürlich haben sie sich alle wahnsinnig für mich gefreut, als ich sie sofort anrief, nachdem man mir mitgeteilt hatte, dass ich das Endspiel leiten würde. Sie sind vor Freude alle ausgeflippt.

Frankreich gegen Uruguay: Welche Sorte von Begegnung erwarten Sie?Ich erwarte eine Partie, die sehr fordernd sein wird. Es stehen sich zwei großartige Teams mit außergewöhnlich guten und vor allem auch erfahrenen Spielern gegenüber. Ich denke, dass wir ein sehr temporeiches und laufintensives Spiel sehen.

Wie bereiten Sie sich mental und taktisch auf dieses Finale vor?Zunächst einmal ist es wichtig, nicht zu überdrehen und voll konzentriert zu bleiben. Man muss versuchen, das gleiche Level an gesunder Anspannung, das man bereits in den Wochen zuvor in diesem Turnier hatte, zu halten. Mein Team und ich sind ein erfahrenes Gespann, und wir blicken mit Vorfreude auf dieses Endspiel und die damit verbundene Verantwortung, die wir bewusst und gerne tragen. Aber auch die taktische Vorbereitung ist wichtig. Wir werden optimal von den Instruktoren der FIFA-Abteilung Schiedsrichterwesen vorbereitet, indem wir unter anderem zahlreiche Video-Clips von den bisherigen Spielen gemeinsam analysieren und gewisse Spielsituationen in den täglichen praktischen Trainings mit Fussballspielern simulieren und trainieren. Für eine optimale Spielvorbereitung haben wir im Weiteren auch Zugriff auf alle DVDs der bisherigen WM-Spiele hier. Und darüber hinaus haben wir auch die Technische Studien-Gruppe der FIFA, die mit uns ein spiel- und taktikrelevantes Gespräch führt.

Wie wichtig ist für Sie das Teamwork und der Zusammenhalt zwischen Ihnen und Ihren Kollegen?Für mich ist dies von unschätzbarem Wert! Dazu gehören natürlich auch alle administrativen, technischen und medizinischen Dinge, die rund um ein Spiel erledigt werden müssen. Ohne einen starken Zusammenhalt und eine sehr gute Stimmung im Kollektiv wäre ein optimaler Ablauf nur schwer möglich. Für meine zwei Assistenten, den vierten Offiziellen und mich ist dies ganz wichtig. Deshalb haben wir auch ein spezielles Ritual: Unmittelbar vor jedem Spiel bilden wir einen engen, geschlossenen Kreis, halten uns in den Armen und sprechen uns Mut zu.

Wie kam es dazu, dass Sie Schiedsrichter wurden?Eine riesige Leidenschaft für den Fussball hatte ich schon immer, eigentlich seitdem ich ein kleiner Junge war. Als Spieler habe ich es dann immerhin in die zweite mexikanische Profiliga geschafft. Als ich 23 war, hat mich ein guter Freund überredet, die Schiedsrichter-Basiskurse zu absolvieren. Sie haben mir von Beginn an großen Spaß gemacht, das gebe ich sehr gerne zu.

Das "Freistoß-Spray" wurde hier in der Türkei bei der U-20-WM 2013 erstmals bei einem FIFA-Turnier eingesetzt. Wie waren Ihre ersten Erfahrungen?Es ist ohne Zweifel eine große Hilfe für uns, vor allem wenn es darum geht, die vorgeschriebene Entfernung von 9,15 Metern bei Freistößen zwischen dem Ball und der Mauer einzuhalten. Ich denke, wir werden dadurch in der Zukunft sicherlich mehr Freistoß-Tore sehen.

Wie haben sich die Schiedsrichter vor diesem Turnier speziell auf den Einsatz des Sprays vorbereitet?Wir hatten im vergangenen Mai ein Seminar zu diesem Thema in Rio de Janeiro mit allen 52 Schiedsrichter-Kandidaten. Dabei hatten wir auch eine sehr interessante und gute Instruktion bezüglich des Sprays erhalten. Darüber hinaus haben wir dann hier in der Türkei in der ersten Woche einige praktische Trainingseinheiten mit dem Spray abgehalten, um sich daran zu gewöhnen, es während den Spielen zu benutzen.

Nach dem Turnier in der Türkei gerät Brasilien in den Fokus...Allerdings! Ich würde mich natürlich riesig freuen, bei der FIFA WM 2014 in Brasilien dabei zu sein. Mit Massimo Bussaca haben wir schließlich auch einen großartigen Trainer, der uns auf ideale Weise darauf vorbereitet, und die Philosophie, die wir gemeinsam als Schiedsrichter vertreten, auf eine tolle Art vermittelt. Aber um ehrlich zu sein, drehen sich meine Gedanken nun erst einmal ausnahmslos um das U-20-Finale in Istanbul. Das ist momentan das Wichtigste!

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