FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kolumbien 2011

FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kolumbien 2011

29 Juli - 20 August

FIFA U-20 Weltmeisterschaft 2011

Gabriel: Auf den Spuren von Taffarel

Goalkeeper Gabriel of Brazil celebrates
© Getty Images

Bei Elfmeterschießen sind die Fussballgötter den Brasilianern seit vielen Jahren gewogen: Im Endspiel der WM 1994 in den USA, im Halbfinale der WM 1998 in Frankreich, in den letzten beiden Runden der Copa América 2004 sowie im Halbfinale desselben Turniers drei Jahre später hatten die Brasilianer jeweils das glücklichere Ende für sich.

Vor einem Monat fand diese unglaubliche Serie in Argentinien jedoch ein jähes Ende – und zwar weniger aufgrund der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Paraguay, sondern vor allem aufgrund der Art und Weise, wie diese Niederlage zustande kam. Elano, Thiago Silva, André Santos und Fred vergaben sämtliche Versuche der Seleção. Júlio César hingegen konnte keinen Elfmeter der Paraguayer halten, von denen zwei den Weg ins Tor fanden.

Als der Schiedsrichter die Partie am Sonntagabend in Pereira gegen Spanien im Viertelfinale der FIFA U-20-Weltmeisterschaft nach 120 Minuten beim Stand von 2:2 abpfiff, waren die Brasilianer daher pessimistisch, zumal Spanien beim Elfmeterschießen im Achtelfinale gegen die Republik Korea sechs von sieben Strafstöße verwandeln konnte.

Ein Vergleich mit einer Legende
Doch Gabriel machte den Europäern einen Strich durch die Rechnung. Der 1,93 Meter große Torhüter parierte den Schuss von Jordi Amit, ehe er auch Vázquez' Elfmeter an die Latte lenkte. Brasilien, das über weite Strecken der Partie die unterlegene Mannschaft gewesen war, konnte sich dank der großartigen Paraden des 18-jährigen Schlussmanns am Ende gegen Spanien durchsetzen. Ein neuer Taffarel – der Elfmeterkiller der 90er Jahre – schien geboren.

"Es freut mich natürlich, mit solch einem Spieler verglichen zu werden", sagte Gabriel im Gespräch mit FIFA.com. "Doch ich bin nur ein junger Torhüter, der einen guten Tag erwischte. Taffarel hingegen ist eine brasilianische Legende. Alle Brasilianer erinnern sich noch an ihn und seine Leistungen für unser Land. Er ist ein großes Vorbild. Ich würde eines Tages gerne erreichen, was er in seiner Karriere erreicht hat."

Ney Franco sagte hinsichtlich dieses Vergleichs: "Ich hatte noch nicht darüber nachgedacht, aber es stimmt. Gabriel zeigte eine ähnlich starke Leistung wie früher Taffarel", sagte der brasilianische Trainer. "Der Druck war groß, doch er zeigte zwei großartige Paraden. Ähnliches waren wir nur von Taffarel gewohnt. Gabriel war heute entscheidend. Er glänzte sowohl während des Spiels wie auch im Elfmeterschießen mit tollen Paraden."

Der Sieg gehört der ganzen Mannschaft
Gabriel, der im Vorjahr zu einem Trainingslager von Mano Menezes' A-Nationalmannschaft einberufen worden war, verriet, dass die U-20-Mannschaft intensiv Strafstöße geübt hatte, was jedoch nichts mit dem Debakel bei der Copa América im vergangenen Monat zu tun hatte. "Elfmeter können bei Turnieren über Sieg oder Niederlage entscheiden, weshalb wir hart daran arbeiteten", sagte er. "Aber wegen der Ereignisse bei der Copa América haben wir nicht mehr trainiert als sonst. Das war eine andere Mannschaft in einem anderen Turnier. Vor dem Elfmeterschießen haben wir keinen Gedanken daran verschwendet. Wir hatten hart trainiert und waren selbstbewusst."

Der Spieler von Cruzeiro Belo Horizonte, der Kaká und Júlio César zu seinen Vorbildern zählt, hatte auch vor dem Elfmeterschießen alle Hände voll zu tun. Er parierte nicht weniger als zwölf Schüsse – unter anderem von Rodrigo, Oriol Romeu, Isco und Koke – und vereitelte durch aufmerksames Herauslaufen zwei klare Torchancen von Sergi Roberto und Vázquez.

"Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden", sagte er. "Zum Glück konnte ich uns mit einigen guten Paraden in das Elfmeterschießen retten, wo ich dann zwei Strafstöße halten konnte. Doch der Sieg gehört der ganzen Mannschaft. Alle haben gut gespielt. Die Gratulationen gebühren all unseren Spielern. Ich war nur ein Teil davon."

Fokussiert und konzentriert
"Ich hatte sehr viel zu tun, denn beide Teams spielen offensiven Fussball. Es war ein sehr schönes Spiel. Es war das aufregendste Spiel, das ich bestritten habe. Für die [neutralen] Fans muss es großartig gewesen sein."

Die Mehrheit der Zuschauer unterstützte Brasilien, und am kommenden Mittwoch können die Südamerikaner in derselben Stadt mit einer ähnlichen Unterstützung rechnen, wenn es im Spiel gegen Mexiko um den Finaleinzug geht.

Gabriel sagte: "Ich denke, das wird ein sehr schweres Spiel werden. Sie stehen nicht zufällig im Halbfinale. Sie haben bislang wirklich sehr gut gespielt. Sie haben soeben den Gastgeber Kolumbien aus dem Turnier geworfen, weshalb sie vermutlich noch mehr Selbstvertrauen haben werden."

"Wir müssen fokussiert bleiben. Wir dürfen nicht selbstgefällig werden, nur weil wir mit Spanien einen Mitfavoriten geschlagen haben. Doch wenn wir konzentriert bleiben und unseren besten Fussball zeigen, bin ich zuversichtlich, dass wir gewinnen können."

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