FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kanada 2007

FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kanada 2007

30 Juni - 22 Juli

FIFA U-20 Weltmeisterschaft

Fünf Gründe für Argentiniens Favoritenrolle

Die Argentinier trennen nur noch 90 Minuten von der Verlängerung ihrer souveränen Herrschaft in der Altersklasse der U-20-Nationalteams. 30 Jahre nach der ersten FIFA U-20-Weltmeisterschaft zeigt sich die Albiceleste selbstbewusst und brüstet sich stolz mit ihren fünf WM-Titeln vor dem alles entscheidenden Spiel der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kanada 2007 am Sonntag gegen die Tschechische Republik. FIFA.com nennt hier fünf Gründe, die verdeutlichen sollen, warum den Südamerikanern vor dem großen Finale der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kanada 2007 die Favoritenrolle zugeschrieben wird. Aber Vorsicht, denn die Tschechen bereiten sich darauf vor, mit einem Paukenschlag für eine weitere faustdicke Überraschung zu sorgen.

Vergangenheit: Kein anderes U-20-Team der Welt hat in dieser Altersklasse mehr Titel gewonnen, als die Argentinier, nämlich fünf. Den ersten Titel gewannen sie 1979 in Japan mit einer alles überragenden Vorstellung eines gewissen Diego Armando Maradona. Danach mussten die Gauchos 16 Jahre warten, bis sie wieder Jubelgesänge anstimmen konnten. Unter der technischen Führung von José Pekerman und Hugo Tocalli folgten jedoch dann 1995 in Katar, 1997 in Malaysia, 2001 in Argentinien und schließlich 2005 in den Niederlanden vier weitere Weltmeistertitel für die Argentinier. "Uns trennt nur noch ein kleiner Schritt von unserem großen Ziel, der Tradition der großen argentinischen Nationalteams alle Ehre zu machen", erklärt der derzeitige Nationaltrainer Tocalli, der zum ersten Mal ohne den erfahrenen Pekerman an seiner Seite ein WM-Finale bestreitet.

Gegenwart: Das Team von Hugo Tocalli hat bei diesem Turnier zwar verhalten begonnen, aber dafür ein furioses Finale hingelegt. Die Vorrundengruppe E haben die Gauchos als Tabellenerster mit zwei Siegen und einem Unentschieden abgeschlossen, wobei es das Remis gleich im Auftaktspiel gegen den morgigen Endspielgegner Tschechien gab. Im Achtelfinale drehten die Argentinier dank der überragenden Leistung von Sergio Agüero die Partie und schalteten die Polen mit 3:1 aus. Im Viertelfinale und im Halbfinale schließlich fielen ihnen zwei der Mannschaften zum Opfer, die während der Endrunde mit den besten Fussball gezeigt hatten. Mexiko wurde mit 1:0 besiegt und Chile gar mit 3:0. "In den schwierigsten Partien hat die Mannschaft ihr wahres Gesicht, die wahre Klasse gezeigt, die in ihr steckt. Diese Ergebnisse werden den Spielern das nötige Selbstbewusstsein geben. Wir sind nur noch einen kleinen Schritt vom großen Triumph entfernt", meint Maximiliano Moralez.

Bilanz: Argentinien hat bisher mit 14 erzielten Treffern die meisten Tore geschossen und mit nur einem Treffer die beste Bilanz in punkto Gegentreffer. Die einzige Partie, die die Gauchos nicht für sich entscheiden konnten, war just jene gegen die Tschechische Republik. Auf der anderen Seite waren die Polen das einzige Team, das es geschafft hat, den argentinischen Schlussmann Sergio Romero zu überwinden, wobei sich die Albiceleste bei diesem Spiel wieder aufraffen und am Ende noch den Sieg einfahren konnte. "Wenn wir uns die Namen der Spieler anschauen, die im tschechischen Team stehen werden, dann kann man davon ausgehen, dass wir auf eine offensiv eingestellte Elf treffen werden. Wir haben beim ersten Aufeinandertreffen mit den Tschechen zwar keine besonders gute Figur gemacht, aber am Ende haben wir dann doch den Fussball gezeigt, den die Fans von uns gewohnt sind und auch lieben", versichert der Trainer.

Erfahrung: Im Gegenteil zu den meisten Teams, die bei der U-20-WM in Kanada angetreten sind, stehen in den Reihen der argentinischen Mannschaft einige Akteure, die bereits eine Menge Erfahrung aus etlichen Spielen bei renommierten Erstligaklubs im eigenen Land und auch im Ausland mitbringen. Ein weiteres aussagekräftiges Detail betrifft die statistischen Einsatzwerte der Spieler: Sieben Akteure aus der Anfangsformation im Halbfinale gegen Chile sind in ihren Klubs Stammspieler, während zwei weitere immer wieder eingesetzt werden und zwei andere auf ihren Einsatz bei ihren spanischen bzw. englischen Klubs, dem FC Sevilla und dem FC Liverpool hoffen. Tocalli verbirgt seinen Stolz nicht: "Ich bin sehr glücklich, ein solches Team trainieren zu können und es am Sonntag ins WM-Finale führen zu dürfen. Mehr als auf die aktuellen Resultate richte ich mein Hauptaugenmerk jedoch auf die Zukunft. Denn ich glaube, dass in unserem Kader schon jetzt Spieler heranwachsen, die in Kürze durchaus die volle Reife erreicht haben werden, um in der argentinischen A-Nationalelf zu glänzen".

Erfolgshunger: In diesem Punkt gibt es zwischen dem tschechischen und dem argentinischen Team kaum Unterschiede. Allerdings wissen die Nachwuchstalente der Albiceleste, dass ein Endspielsieg ihr Nachrücken in das von Alfio Basile geführte A-Nationalteam beschleunigen würde. Sergio Agüero, der bereits bei der FIFA Junioren-Weltmeisterschaft 2005 in den Niederlanden mit seinem Team den Titel holen konnte und der auffälligste Spieler im argentinischen Kader bei der WM in Kanada ist, beschreibt seine Eindrücke: "Das argentinische Nationaltrikot überzustreifen und für sein Land zu kämpfen ist eine Ehre und erfüllt jeden Nationalspieler mit Stolz - ganz gleich in welcher Alterklasse. Uns allen ist bewusst, dass der Titelgewinn bei dieser WM uns zu dem notwendigen Qualitätssprung verhelfen und uns für den Einsatz in der A-Nationalelf empfehlen wird. Deswegen ist der Titel unser erklärtes Ziel."

Fünf Gründe, fünf Titel und der gleiche Traum. Die Zeit, aber auch das kämpferische tschechische Kollektiv werden mit darüber entscheiden, ob dieser Traum am Ende für die Gauchos Wirklichkeit wird.

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