FIFA U-20-Weltmeisterschaft Türkei 2013

FIFA U-20-Weltmeisterschaft Türkei 2013

21 Juni - 13 Juli

FIFA U-20 Weltmeisterschaft 2013

Frankreich setzt sich die Krone auf

Players of France celebrate winning the FIFA U-20 World Cup
© Getty Images

Frankreich behielt am Finaltag der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Türkei 2013 das bessere Ende für sich. Die "Bleuets" schlugen Uruguay im Elfmeterschießen, nachdem es nach der regulären Spielzeit unentschieden gestanden hatte.

Das war sicherlich ein passender Schlusspunkt für ein Turnier, bei dem so viele Partien bis zum Ende hart umkämpft waren. Letztendlich machten zwei wunderbar gehaltene Elfmeter den Unterschied zwischen zwei Teams aus, die wirklich alles gaben.

Zuvor hatte Ghana sich mit einem 3:0-Sieg gegen Irak den dritten Platz gesichert und fährt daher mit der Bronzemedaille im Gepäck nach Hause. Damit endete die Hoffnung der Mannschaft aus dem Nahen Osten, die beste Platzierung aller Zeiten bei einem FIFA-Turnier zu erreichen. Die Iraker mussten sich stattdessen mit demselben Platz zufriedengeben, den sie beim Olympischen Fussballturnier 2004 erreicht hatten. Allerdings war dies ihr bester Auftritt überhaupt bei FIFA U-20-Weltmeisterschaften.

Über individuelle Auszeichnungen durften sich Paul Pogba (Goldener Ball von adidas), Ebenezer Assifuah (Goldenen Schuh von adidas) und Guillermo De Amores (Goldenen Handschuh von adidas) freuen. Für den Torhüter der Uruguayer war dies zumindest ein kleines Trostpflaster.

Die Ergebnisse:
Spiel um Platz drei
Ghana – Irak 3:0 (Joseph Attamah [35.], Ebenezer Assifuah [45.+1], Frank Acheampong [78.])

Finale
Frankreich – Uruguay 0:0 n.V. (4:1 n.E.)

Bewegende Momente
Das atemberaubende A-Team
Der letzte Spieltag der FIFA U-20-Weltmeisterschaft schien vor allem auf die Spieler zugeschnitten zu sein, deren Namen in den alphabetischen Kaderlisten ganz oben stehen. Während Ghana vor allem durch das "Alpha"-Torschützentrio Attamah, Acheampong und Assifuah Auftrieb bekam, wurde Letzterer am Ende auch noch als Torschützenkönig des Turniers mit dem Goldenen Schuh von adidas ausgezeichnet. Außerdem gab es im Finale noch herausragende Leistungen von Torhütern der "A"-Klasse. Guillermo De Amores wurde als bester Torwart des Turniers mit dem Goldenen Handschuh von adidas ausgezeichnet. Sein Gegenüber Alphonse Areola parierte auf dem Weg zum Finalsieg derweil zwei Elfmeter mit spektakulären Aktionen. Auch Axel Ngando hatte heute besonderen Grund zur Freude, denn er verwandelte seinen Elfer im Elfmeterschießen und machte sich damit selbst das schönste Geschenk zum 20. Geburtstag.

*Assifuahs goldenes Tor
*Assifuah belegte vor dem heutigen Tag Platz drei in der Torjägertabelle und wusste daher, dass er durchaus die Chance hatte, die Türkei mit Gold im Gepäck zu verlassen. Schließlich hatte er nur hinter Bruma (Portugal) und Jesé (Spanien) gelegen, weil er weniger Vorlagen geliefert hatte als das Duo. Nach der Halbfinal-Niederlage gegen Frankreich hatte Assifuah in einem Interview mit FIFA.com erklärt, er hoffe, dass er noch Gelegenheit bekommen würde, sich vorbeizuschieben. "Hoffentlich denken meine Teamkollegen an mich, wenn wir vor dem gegnerischen Tor sind, aber ich werde natürlich auch versuchen, mir selbst Chancen zu erarbeiten", meinte er. Gegen Irak machte er diese Ankündigung dann wahr, erzielte seinen sechsten Treffer und sicherte sich damit den Goldenen Schuh von adidas. Mit dem Ball am linken Fuß und einem schnellen Vorstoß schaltete er die gegnerische Abwehr aus und setzte dann einen zentimetergenauen Rechtsschuss in die unter Ecke von Mohammed Hameeds Kasten. Allein dieser Schuss war schon eine Auszeichnung wert.

Aberglaube überall
Wo auch immer man im weiten Rund der Ali-Sami-Yen-Arena hinschaute, gab es Anzeichen dafür, dass die Zukunft möglicherweise in den Sternen steht. Zumindest versuchten die Beteiligten, das Glück ein wenig auf ihre Seite zu ziehen. Wie auch immer, für die abergläubischen Fans unter den Zuschauern gab es zweifellos viele Faktoren, aus denen sie zusätzliche Hoffnung schöpfen konnten – wobei am Ende nur einige positive Vorzeichen auch tatsächlich Früchte trugen. Was das Finale betrifft, so hatte Frankreich zuvor nie verloren, wenn es in einer Partie den ersten Treffer erzielen konnte. Die einzige Niederlage in diesem Turnier war das 1:2 gegen Spanien, bei dem die Spanier bereits früh in Führung gegangen waren. Aber auch für Uruguay gab es Hoffnung, denn die bis dato einzige Partie, die die Urus in der Türkei in weißen Trikots bestritten hatten, hatte mit einem 4:0-Sieg (gegen Usbekistan) geendet. Außerdem schaute den Franzosen Willy Sagnol von der Tribüne aus zu, der bei der einzigen vorherigen Begegnung der beiden Team im Rahmen einer FIFA U-20-Weltmeisterschaft auf dem Platz gestanden hatte. Diese hatte sich bei der Auflage von 1997 ereignet, und Uruguay hatte im Elfmeterschießen gewonnen. Im Spiel um Platz drei sah man hingegen beide Trainer im gleichen Outfit, das sie bereits bei den Halbfinal-Niederlagen ihrer Teams getragen hatten. Dachten sie vielleicht, dass kein Shirt zwei Mal Pech bringen kann? Assifuah hüpfte auf dem rechten Bein auf das Spielfeld, ein Ritual, das er in seiner gesamten bisherigen Karriere immer beibehalten hat und das ihm eine Extraportion Glück vor dem Tor bringen sollte. Inzwischen wissen wir, dass nur einige dieser Faktoren funktioniert haben könnten.

Die Zahl des Tages 5 - Frankreich hat mit dem Finalsieg nicht nur den ersten Titelgewinn bei einer FIFA U-20-Weltmeisterschaft perfekt gemacht, sondern auch darüber hinaus noch Fussballgeschichte geschrieben. Die Franzosen sind nämlich das erste Land, das alle fünf Titel der FIFA-Turniere für Elferteams erringen konnte. Außer ihrem jüngsten Triumph konnten Les Bleus noch den Titelgewinn der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft (1998), des FIFA Konföderationen-Pokals (2001 und 2003), der FIFA U-17-Weltmeisterschaft (2001) sowie eine Olympische Goldmedaille (1984) für sich verbuchen. Damit liegen sie vor Teams wie Argentinien und Brasilien, denen der Titel bei einer FIFA U-17-Weltmeisterschaft bzw. der Sieg beim Olympischen Fussballturnier fehlt.

Das sagten sie..."Dieser Erfolg beleuchtet die Arbeit in unseren Junioren-Altersklasen sowie die aller Trainer. Es ist auch eine Auszeichnung für diese Generation und einfach wichtig für die Zukunft des französischen Fussballs. Sie sind nun Weltmeister dieser Kategorie. Sie werden einige Hürden in der Zukunft nehmen müssen, aber sie hatten das Potential, diese WM zu gewinnen, und sie haben es geschafft, deshalb kann ich ihnen gratulieren."
Didier Deschamps (A-Nationaltrainer, Frankreich) im FIFA.com-Gespräch nach dem Finale in Istanbul.

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