FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kolumbien 2011

FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kolumbien 2011

29 Juli - 20 August

FIFA U-20 Weltmeisterschaft 2011

Franco: Kolumbiens Vollblutkapitän

Pedro Franco of Colombia stands with his teammates in the tunnel
© Getty Images

"Wir sind super! Absolut super! Auf geht's Kolumbien!" Die Rufe hallten in der Kabine der kolumbianischen Elf wider. Wenige Minuten später betrat das Team von Eduardo Lara das Spielfeld zur ersten Partie der FIFA U-20-Weltmeisterschaft im eigenen Land. Der Gegner hieß Frankreich. Derjenige, der die Mannschaft so anfeuerte, war nicht der Trainer. Es war auch nicht Luis Muriel, der Torjäger des Teams. Für die Ansprachen in der Kabine ist Pedro Franco zuständig, der Mannschaftskapitän der Kolumbianer.

Der Innenverteidiger, der bereits sein Debüt in der ersten Mannschaft des Club Millonarios gab, trägt etwas überraschend die Kapitänsbinde, die im Vorfeld viele am Arm von James Rodríguez vermutet hatten. Angesichts seiner ungeheuren Führungsstärke auf dem Spielfeld wurde jedoch schnell klar, warum man sich für ihn entschieden hatte.

"Ich bin sehr stolz, das ist eine schöne Verantwortung, die man annehmen muss. Ich bin dem Trainerstab und meinen Mannschaftskameraden sehr dankbar dafür, dass sie mir diese Chance gegeben haben. Ich bin sehr stolz darauf, Kapitän dieser Auswahl zu sein", erklärt Franco gegenüber FIFA.com.Die Begeisterung über den hohen Auftaktsieg gegen Frankreich hallt noch nach.

Er ist es zwar gewöhnt, in diesem Stadion zu spielen, aber bei einem so speziellen Anlass die Kapitänsbinde zu tragen, war doch noch einmal etwas ganz Besonderes für den erklärten Bewunderer von Mario Yepes. "Ich hatte als Fussballer bisher noch nie die Gelegenheit, so etwas zu erleben. Das war wirklich eine ganz spektakuläre Kulisse", meinte er. Der Grund? "Ich komme aus Bogotá und weiß, dass die Nationalelf hier immer eine gute Kulisse vorgefunden hat, aber was die Leute heute Abend hier veranstaltet haben, war schon stark. Wenn ich nur daran denke, wie es war, in diesem Ambiente die Nationalhymne zu singen, bekomme ich schon eine Gänsehaut. Da fühlt man sich mehr als Kolumbianer als je zuvor", fügte er hinzu.

VollblutkapitänIm Alter von 20 Jahren kann Franco schon einen zufriedenen Blick zurückwerfen: Auf dem Weg von dem Jungen, der davon träumte, sein Geld als Fussballspieler zu verdienen, bis zum Innenverteidiger, der eine ganze Nation in Begeisterung versetzt, sind viele Dinge passiert. Unter anderem verbrachte er elf Jahre bei Millonarios, durchlief verschiedene Stadien in den Juniorenteams des Landes und dann kam die Vorbereitung auf die FIFA U-20-Weltmeisterschaft. Und am Ende war er einer der Hauptdarsteller beim Kantersieg im Auftaktspiel der Gruppe A gegen Frankreich. Mission erfüllt? Nicht für den Kapitän, der sich jetzt auf seine Rolle im nächsten Spiel vorbereitet.

"Es ist wichtig, dass die Mannschaft mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen bleibt. Natürlich können wir sehr zufrieden sein, aber wir müssen auch die Ruhe bewahren. Bis jetzt haben wir nur das erste Spiel gewonnen, aber am Dienstag steht ein weiteres 'Finale' auf dem Programm", erklärte er.

Dieses weitere Finale ist die Partie gegen Mali, das sich im Auftaktspiel gegen die Republik Korea geschlagen geben musste. Aber Franco, der eine beachtliche Reife an den Tag legt, bleibt gelassen: "Das ist eine schnelle Mannschaft mit spritzigen Spielern. Die Nummer neun ist sehr groß [Kalifa Coulibaly], daher müssen wir aufpassen, dass er keinen Raum für Kopfbälle bekommt."

Sollte das gelingen, dann hätte Kolumbien in diesem Spiel schon viel gewonnen. Und Franco, der eines Tages gern bei Manchester United, dem FC Chelsea oder dem FC Barcelona spielen würde, wäre seinem unmittelbaren Traum einen Schritt nähergekommen: Er wäre nämlich gern der erste Kolumbianer in der Geschichte, der bei einer FIFA U-20-Weltmeisterschaft den Pokal in die Höhe recken kann.

"Heute ist uns bewusst geworden, dass nicht nur elf, sondern 46 Millionen Kolumbianer alles für diese Nationalmannschaft geben. Die Leute müssen jetzt auf dem Teppich bleiben und uns weiter unterstützen. Dieses Team wird auf dem Spielfeld jedes Mal alles geben", meinte er abschließend.

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