FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kolumbien 2011

FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kolumbien 2011

29 Juli - 20 August

FIFA U-20 Weltmeisterschaft 2011

Falcao: "Kolumbien wird eine super WM ausrichten"

Colombian Radamel Falcao celebrates with Wason Renteria after scoring against Peru
© AFP

Radamel Falcao Garcia war bei der letzten Teilnahme Kolumbiens an einer FIFA U-20-Weltmeisterschaft einer der beiden Stars der kolumbianischen Auswahl. Der derzeit beim FC Porto unter Vertrag stehende Angreifer erzielte in der Gruppenphase zwei Treffer und leistete einen erheblichen Beitrag zum Achtelfinaleinzug des Teams. Dort musste man sich mit 1:2 gegen den späteren Weltmeister Argentinien geschlagen geben, wobei der Siegtreffer für die Argentinier erst in der dritten Minute der Nachspielzeit fiel.

Jetzt wartet die Sturmspitze schon mit Spannung auf die U-20-WM in Kolumbien und ist überzeugt davon, dass die Fans begeistert von dem sein werden, was das südamerikanische Land zu bieten hat – von der landschaftlichen Schönheit bis hin zur Gastronomie, von den vollen Stadien und der großen Fussballbegeisterung der Menschen.

Welches Gefühl herrscht in Kolumbien im Hinblick auf die Organisation eines so wichtigen und großen Ereignisses wie der FIFA U-20-Weltmeisterschaft vor?Ich glaube, dass das ganze Land sehr zufrieden damit ist, bald im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit zu stehen und dass man alles daran setzen wird, eine tolle Weltmeisterschaft zu organisieren. Die ganze Welt wird die menschlichen Qualitäten der Kolumbianer kennenlernen. Außerdem bin ich überzeugt, dass die Stadien voll sein und die Fans für eine super Stimmung sorgen werden.

Ist die Begeisterung der Leute vielleicht noch größer, weil Kolumbien bereits seit einiger Zeit nicht mehr bei den großen Wettbewerben des Weltfussballs dabei war?Natürlich, auf jeden Fall! Wir können hier beweisen, dass wir ein sehr fussballbegeistertes Land sind, und seit langer Zeit wurde in Kolumbien keine Veranstaltung dieser Größenordnung mehr ausgerichtet. Mir scheint, dass die Organisatoren und die Regierung alles getan haben, um die Menschen zu motivieren, hervorragende Stadien zu bauen und die Weltmeisterschaft zu einer einzigartigen Veranstaltung zu machen.

Was hat Kolumbien den Fans der anderen Nationalmannschaften zu bieten, die zur WM anreisen werden?Vor allem die große Vielfalt von Städten und wunderschönen Landschaften, eine unglaublich reichhaltige Gastronomie und die Herzlichkeit der Leute. Ich hoffe, dass die Touristen viel Spaß daran haben werden, mein Land kennenzulernen.

Und was kann diese Weltmeisterschaft Ihrer Meinung nach für Kolumbien tun?Vor allem kann sie unser Selbstwertgefühl stärken. Viele Jahre lang sind aus Kolumbien nur negative Nachrichten nach außen gedrungen. Die vielen guten Dinge, die wir zu bieten haben, finden keinen Widerhall in der internationalen Gemeinschaft. Ich glaube, dass dies die perfekte Gelegenheit ist, daran etwas zu ändern und der Welt zu zeigen, was für ein einmaliges Land Kolumbien ist und was für fantastische Menschen dort leben.

Welche Erinnerungen haben Sie an die WM 2005 in den Niederlanden?Das war für mich eine sehr bereichernde Erfahrung, sowohl in fussballerischer als auch in persönlicher Hinsicht. Ich habe immer davon geträumt, bei einem solchen Wettbewerb dabei zu sein, und werde mich immer daran erinnern. Außerdem hatte ich noch das Glück, ein paar Tore zu schießen, das war wirklich schön. Es war nur schade, dass wir im Achtelfinale gegen Argentinien durch ein Tor kurz vor Schluss verloren haben. Na ja, so ist das eben im Fussball…

Was kann Kolumbien bei der U-20-Weltmeisterschaft 2011 erreichen?Kolumbien hat bereits seit einigen Jahren gute Mannschaften im Juniorenbereich, die inzwischen ein sehr hohes Niveau erreicht haben. Daher können wir von einem großen Auftritt träumen. Mit der guten Mannschaft die wir haben, können wir durchaus um den Titel kämpfen, wenn unsere Leistungen noch etwas beständiger werden. Natürlich brauchen wir dazu auch etwas Glück.

Welchen Rat würden Sie den jungen Kolumbianern geben, die an der Weltmeisterschaft teilnehmen?Sie sollten überzeugt davon sein, dass sie genug Qualität haben und eine super Mannschaft sind. Sie sollten die Namen und die Fussballgeschichte ihrer Gegner vergessen und auf dem Spielfeld jederzeit und in jedem Spiel alles geben. Dann werden die Siege schon kommen und das Team kann es sehr weit bringen.

Planen Sie, sich die WM live im Stadion anzuschauen?Ich bin mir noch nicht sicher. Ich rechne damit, für die Copa América nominiert zu werden. Wenn das tatsächlich so ist, wird es mir nicht möglich sein. Aber auf jeden Fall werde ich die Nationalauswahl auf die eine oder andere Weise so gut unterstützen wie ich kann.

Bolillo Gómez ist wieder für die A-Nationalmannschaft verantwortlich. Was hat er der Mannschaft zu bieten?
Er ist eine große Unterstützung, da er über sehr viel internationale Erfahrung verfügt und bereits mit Kolumbien und Ecuador an Weltmeisterschaften teilgenommen hat. Er weiß genau, wie man in der Qualifikation spielen muss, um das WM-Ticket zu lösen. Er wird uns zu Siegen verhelfen. Ich bin sicher, dass er eine hervorragende Mannschaft zusammenstellen und ihr sehr viel Selbstvertrauen geben wird.

Die erste Herausforderung ist die Copa América 2011. Macht die Tatsache, dass das Turnier in Argentinien stattfindet, wo Sie viele Jahre gelebt haben, die Sache für Sie noch bedeutender?
Das ist einfach fantastisch. Ich fühle mich in Argentinien zu Hause. Ich habe viele Jahre dort gelebt, habe dort viele Freunde und verbinde tolle Erinnerungen mit dem Land. Es wird etwas ganz Besonderes sein, in Argentinien im kolumbianischen Nationaltrikot spielen zu können.

Was können wir dort von Kolumbien erwarten?Wir haben genauso gute Chancen wie alle anderen Länder. Wir möchten Kolumbien wieder seinen Platz im Fussball geben und in jedem Wettbewerb, an dem wir teilnehmen, um die bestmögliche Platzierung kämpfen. Wir möchten mit dem neuen Trainer eine neue Ära einläuten.

Haben Sie die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika verfolgt? Für welche Mannschaft waren Sie, da Kolumbien ja nicht dabei war?Ich habe die Weltmeisterschaft sehr aufmerksam verfolgt. Das Turnier hat mir sehr gut gefallen, und da Kolumbien nicht dabei war, war ich für Argentinien. Schließlich habe ich lange dort gelebt. Außerdem habe ich Portugal unterstützt, da ich mich dort sehr wohl fühle. Was die Spanier gezeigt haben, hat mir sehr gefallen. Sie haben immer hervorragend gespielt und den Weltmeistertitel verdient.

Noch eine letzte Frage: Sie stehen jetzt im zweiten Jahr in Diensten des FC Porto. In der Saison 2009/10 waren Sie zweitbester Torjäger der portugiesischen Liga. Welche Erwartungen haben Sie an die neue Spielzeit?
Ich fühle mich sehr wohl. Das erste Jahr ist sehr gut gelaufen, und jetzt habe ich große Erwartungen an die neue Spielzeit. Der FC Porto will alle Turniere gewinnen, an denen er teilnimmt. Das ist die Einstellung aller Leute, die für diesen Klub arbeiten. Wir haben einen hervorragenden Kader und wenn wir weiterarbeiten wie bisher, dann werden wir unser Ziel erreichen.

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