FIFA U-20-Weltmeisterschaft Polen 2019

Olympische Fussballturnier 2016 - Männer

Zwei illustre Rückkehrer und zwei "Wiederholungstäter"

© AFP

Die U-20-Südamerikameisterschaft bot reichlich Stoff zur Analyse. In erster Linie aber entschied sich, welche vier Mannschaften bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Neuseeland 2015 dabei sein werden. Argentinien und Brasilien sicherten sich auf recht unterschiedliche Weise die Rückkehr zum weltweiten Gipfeltreffen. Kolumbien und Uruguay hingegen konnten die Erfolge der letzten Jahre bestätigen.

Im Mittelpunkt steht natürlich der neue kontinentale Meister Argentinien. Die Albiceleste ist aufgrund der gezeigten spielerischen Stärke, des Charakters ihrer aufstrebenden Stars und ihres Aufbäumens gegen die jüngere Geschichte ein verdienter Sieger. Seit zwölf Jahren konnte die stolze Fussballnation diesen Titel nicht mehr gewinnen. Besonders der letzte Auftritt hatte Kritik hervorgerufen, als die Albiceleste im eigenen Land nicht einmal die Gruppenphase überstanden und die Qualifikation für die U-20-WM 2013 in der Türkei verpasst hatte. Dies kam fast einer Schande gleich.

So ging die von Humberto Grondona angeführte Auswahl mit einigen Selbstzweifeln in das Turnier. Das Team steigerte sich aber rasch, wobei es sich vor allem auf vier Akteure stützen konnte: Der vielversprechende Torhüter von River Plate, Augusto Batalla, der von Real Madrid umworben wird; Emanuel Mamanna, ein technisch starker Mittelfeldspieler mit Offensivqualitäten, der ebenfalls der Kaderschmiede von River entsprang; Giovanni Simeone, ein weiterer Millonario, Sohn des Trainers von Atletico Madrid und mit neun Treffern Torschützenkönig des Wettbewerbs; und zu guter Letzt Ángel Correa, der Kapitän und große Star des Teams, der als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde.

Die glückliche Heimkehr des Besten
Sein Triumph war umso schöner, als er bis vor etwa sieben Monaten noch gar nicht wusste, ob er wieder Fussball spielen können würde. Er gehörte zu den Ausnahmetalenten von San Lorenzo de Almagro und befand sich auf dem Weg zum Gewinn der Copa Libertadores de América, als er von Atletico Madrid verpflichtet wurde. Alles schien perfekt zu laufen. Doch bei der medizinischen Untersuchung wurde ein Tumor in einer der Herzkammern entdeckt. Daraufhin wurde der Spieler in New York erfolgreich operiert. Dies war seitdem sein erster offizieller Wettbewerb.

"Es ist ein einzigartiges Gefühl, wieder zu spielen und mich wohl zu fühlen", sagte er der argentinischen Tageszeitung La Nación im Anschluss an die Preisverleihung. "Ich fühlte mich von Spiel zu Spiel besser. In spielerischer Hinsicht fehlt mir noch einiges, um wieder derselbe wie in San Lorenzo zu sein, und es fehlt mir noch mehr Spielpraxis."

Aber nicht nur der als bester Spieler ausgezeichnete Akteur war herausragend. Von Rodrigo Amaral kann mit gutem Recht das Gleiche gesagt werden. Der 17-jährige Uruguayer aus der Talentschmiede von Nacional Montevideo wurde als bester junger Spieler des Turniers geehrt. Der Linksfuß gehörte zu den auffälligsten Akteuren des Vizeweltmeisters und Gastgebers, der auf dem besten Wege schien, "seine" Südamerikameisterschaft zu gewinnen. Diese Auszeichnung war die schönste Ehrung für den Nachwuchs eines Landes, das bereits zum fünften Mal in Folge bei einer U-20-WM vertreten ist - dies kann 2015 außer Uruguay nur Nigeria von sich behaupten. Doch am Ende ließen trotz der hervorragend organisierten Defensive und des explosiven Angriffs die Kräfte nach. Nach einem Unentschieden gegen Kolumbien und der Niederlage gegen Argentinien verpasste die Celeste zudem die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Stattdessen sicherte sich Argentinien die direkte Teilnahme in Brasilien.

"Die Mannschaft erreichte im Verlauf des Turniers die beste Form ihrer gesamten Vorbereitung, das ist für Fussballer sehr wichtig. Doch mit zunehmender Spielzeit und aufgrund der sich angesammelten Müdigkeit hatten wir Mühe, es zu halten", lautete die Analyse von Fabián Coito.

Kolumbien mit "Hattrick"
Kolumbien wiederum fährt als Vize-Südamerikameister zu seiner dritten U-20-WM in Folge. Ein Erfolg, der sich den typischen Merkmalen seines Fussballs verdankt - Ballbesitz und Geduld, bis sich eine Lücke ergibt, manchmal sogar zu viel Geduld. Das Team zeigte außerdem die Stabilität in der Defensive, die schon die A-Nationalelf bei der FIFA WM Brasilien 2014™ an den Tag gelegt hatte. Vor allem in der Finalrunde der Südamerikameisterschaft bestätigte auch die U-20-Auswahl diese Tendenz.

"Die Mannschaft hat sich kompakt gezeigt. Die geleistete Arbeit hat sich ausgezahlt, im Hexagonal hatten wir mehr Stabilität", kommentierte Dávinson Sánchez, eine der Stützen der Defensive. Kolumbien sicherte sich damit die Teilnahme am Playoff-Spiel der Qualifikation für Rio 2016.

Für Brasilien war die gelungene WM-Qualifikation nach dem blamablen Scheitern bei der letzten Südamerikameisterschaft, bei der das Team in der Gruppenphase ausschied, einerseits eine gute Nachricht. Doch der Erfolg hatte aufgrund der Art und Weise, wie er zustande kam, einen bitteren Beigeschmack.

Die Brasilianer wurden mit fünf Siegen, einem Unentschieden und drei Niederlagen Vierter. Unter den vier WM-Fahrern war es das Team mit den meisten Niederlagen sowie den meisten Gegentoren (neun).

"Die Mannschaft ist ein Abbild der Krise unseres Passspiels. Es ist unsere Spielweise der letzten Zeit, mit zu vielen langen und hohen Bällen und isolierten, individuellen Nadelstichen", analysierte Tostão, einer der größten brasilianischen Fussballer aller Zeiten.

Dennoch besteht die Hoffnung auf einen guten Auftritt in Neuseeland. Diese gründet sich auf der Leistung von talentierten Kräften wie Kenedy. Dem versierten Stürmer von Fluminense gelang gegen Venezuela mit einem fabelhaften Schuss aus 20 Metern das schönste Tor des Turniers.

Ergebnisse:Qualifiziert für Neuseeland 2015: Argentinien, Kolumbien, Uruguay, Brasilien.

*Qualifiziert für Rio de Janeiro 2016*: Argentinien, Kolumbien (Interkontinentales Playoff).

*Qualifiziert für die Panamerikanischen Spiele Toronto 2015*: Uruguay, Brasilien, Paraguay und Peru

Auszeichnungen:
Bester Spieler: Ángel Correa (ARG)
Bester Trohüter: Gastón Guruceaga (URU)
Bester Torjäger: Giovanni Simeone (ARG), 9 Tore
Größte Neuentdeckung: Rodrigo Amaral (URU)
Fair Play Auszeichnung: Uruguay und Paraguay


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