FIFA U-20-Weltmeisterschaft Polen 2019

FIFA U-20-Weltmeisterschaft Polen 2019

23 Mai - 15 Juni

FIFA U-20 WM 2019

Die Kunst des japanischen Pressings in fünf Lektionen

Mitsuki Saito of Japan is seen alongside Head Coach Masanaga Kageyama during a press conference 
© Getty Images
  • Japan deklassiert Mexiko in Gruppe B
  • El Tri hat große Probleme mit dem japanischen Pressing
  • Trainer und Kapitän erläutern ihren Plan

Am zweiten Spieltag der Gruppe B sorgte Japan am Sonntag für einen Paukenschlag: Die Blue Samurai erteilten Gegner Mexiko beim 3:0-Erfolg eine wahre Lehrstunde. Dabei zeigten sich die Asiaten nicht nur äußerst effizient und kaltschnäuzig vor dem gegnerischen Tor, sondern überzeugten vor allem durch ihr eindrucksvolles Pressing. Diesem hatten die Mexikaner nur wenig entgegensetzen, da die Japaner die Passwege gut zustellten und zudem keinem Zweikampf aus dem Weg gingen.

Im Anschluss an die Partie fragte FIFA.com Japans Trainer Masanaga Kageyama sowie Kapitän Mitsuki Saito nach ihrem Erfolgsrezept.

1. Die Kunst der Repetition

"Zweikämpfe sind nicht unbedingt in der japanischen DNA verankert, was für unsere Auswahlmannschaften mitunter problematisch ist. Wir haben eine völlig andere Kultur als die Europäer und Südamerikaner. Das ist auch ein Grund, warum wir auf internationaler Ebene oftmals das Nachsehen haben. Ich bin nun seit zwei Jahren Cheftrainer dieser Mannschaft und lege viel Wert auf Zweikampfführung und eine körperbetonte Spielweise. Meine Spieler haben das heute sehr gut umgesetzt." (Masanaga Kageyama)

"Der Trainer hat immer und immer wieder betont, dass wir den Gegner unter Druck setzen und den Ball erobern sollen. Das ist aktuell unsere Stärke. Wir sind in der Lage, im Kollektiv das generische Spiel zu ersticken." (Mitsuki Saito)

Mitsuki Saito of Japan during the 2019 FIFA U-20 World Cup
© Getty Images

2. Die Kunst der Spielführung

"Meine Aufgabe besteht darin, im Mittelfeld das Tempo zu bestimmen und meinen Mitspielern Anweisungen zu geben, um unser Pressing zu synchronisieren. Wir wollen auf diese Weise im Block agieren. Das Timing ist dabei extrem wichtig. Ich mag diese Aufgabe, auch wenn unsere Spielweise dadurch sehr kräftezehrend und anstrengend ist." (Mitsuki Saito)

3. Die Kunst der Unterweisung

"Weder musste ich meinen Spielern das Pressing neu beibringen noch waren spezifische Übungen dazu nötig. Ich habe meiner Mannschaft einfach zugerufen: 'Pressing, Pressing!' (lacht). Sie haben sich auf dem Feld selbst angeeignet, wie man ein gutes Pressing spielt. Das ist ein großer Vorteil hier bei diesem Turnier. Davon profitieren alle, die Offensive genauso wie die Defensive." (Masanaga Kageyama)

Head coach Masanaga Kageyama of Japan 
© Getty Images

4. Die Kunst des Austauschs

"Wir sprechen viel über unsere Spielweise und versuchen, bei den einzelnen Auswahlteams eine gemeinsame Linie zu fahren und voneinander zu lernen. Unsere Stärke ist es, im Kollektiv zu verteidigen und im Kollektiv anzugreifen. Unser Schwachpunkt ist eben das Pressing. Deshalb lege ich so viel Wert darauf." (Masanaga Kageyama)

A Japan fan poses with her kids
© Getty Images

5. Die Kunst der Metamorphose

"Gegen Ecuador haben unsere Spieler große physische Unterschiede festgestellt. Doch die Dinge entwickeln sich weiter: In den letzten zehn Jahren sind Japaner im Durchschnitt größer und schwerer geworden. Auch unsere Spieler haben physisch erheblich zugelegt. Das sollte sich in diese Richtung weiterentwickeln. Viele Japaner spielen mittlerweile in Europa und sind die körperbetontere Spielweise gewohnt. Da wollen wir hin – und deswegen werden wir auf diesen Aspekt auch zukünftig unseren Fokus richten." (Masanaga Kageyama)

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