FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kolumbien 2011

FIFA U-20-Weltmeisterschaft Kolumbien 2011

29 Juli - 20 August

FIFA U-20 Weltmeisterschaft 2011

Davila: "Gekommen, um zu gewinnen"

Ulises Davila celebrates with his team-mate Marvin Pinon
© Getty Images

"Das ist das Ende unseres Traumes. Wir waren überzeugt, dass wir es schaffen können". Die beiden kurzen Sätze von Juan Carlos Chavez spiegeln exakt die derzeitige Stimmung sowie die Ambitionen der Mexikaner bei der FIFA U‑20‑Weltmeisterschaft in Kolumbien wider. In Pereira gelang es den Mittelamerikanern nicht, sich gegen die Übermacht der Brasilianer durchzusetzen und sich so zum zweiten Mal nach 1977, als die erste Turnierauflage stattfand, für das WM-Finale in dieser Alterskategorie zu qualifizieren.

Dennoch muss sich die Mannschaft aus der CONCACAF-Zone aufgrund ihrer insgesamt guten Vorstellung bei diesem Turnier nicht verstecken. Im Gegenteil, denn in der ersten Hälfte der Partie gegen Brasilien erwies sich Mexiko zumindest als ebenbürtig und war drauf und dran, den amtierenden Vize-Weltmeister ins Wanken zu bringen. Ulises Davila, einer der besten Akteure des mexikanischen Teams, brachte es auf den Punkt. "Wir haben gegen die Brasilianer etliche gute Torchancen gehabt, konnten sie aber nicht verwerten. Und im Fussball gilt nun mal die simple Regel, dass die Mannschaft, die gewinnen will, auch Tore schießen muss. Genau das haben die Brasilianer getan und so ihren Einzug ins Finale perfekt gemacht."

Die Enttäuschung bei meinen Spielern ist groß. Ich habe die Tränen in ihren Augen gesehen. Aber ich habe ihnen gesagt, dass es noch nicht zu Ende ist.

"Wir haben alles gegeben"
Die Ursachen für die mexikanische Niederlage liegen vor allem in der überragenden Leistung der Brasilianer begründet. Das sieht übrigens auch Davila nicht anders. "Ich wollte eigentlich viel mehr Bälle haben. Doch die Brasilianer waren in der Abwehr derart stark, dass ich kaum in Ballbesitz kam. Also blieb mir nur noch, mich für die Mannschaft aufzuopfern."

"Wir haben alles gegeben und die Räume gut genutzt, aber die Brasilianer haben den Ball sehr gut in den eigenen Reihen gehalten. Sie haben uns unser Spiel aufgezwungen und waren ein sehr starker Gegner", so der Kommentar von Trainer Chavez.

Bliebe noch anzumerken, dass die Mexikaner bei diesem Turnier vor allem dank ihrer geschickten Taktik, den Spielaufbau des Gegners entscheidend zu stören, zu überzeugen wussten. Ihre mit Abstand beste Leistung bot *El Tri *im Viertelfinale gegen Gastgeber Kolumbien, das Mexiko am Ende als klaren Sieger sah. All das ist für die mexikanischen U‑20‑Junioren jedoch nur ein schwacher Trost, denn schließlich wollten sie nichts anderes als den WM-Titel.

Keine unbedeutende Pflichtübung
"Im Moment sind wir alle am Boden zerstört", so Davila zur aktuellen Gefühlslage in seiner Mannschaft. "Unser Ziel war es, ins Finale zu kommen, und das haben wir nicht geschafft. Deshalb war die Stimmung nach dem Spiel in der Kabine nicht gerade die beste. Wir hatten uns schon mit dem Gedanken angefreundet, am Samstag im Finale zu stehen und um den Titel zu spielen. Jetzt müssen wir wieder neue Kraft tanken und uns auf das Spiel um Platz drei konzentrieren."

Für den Trainer ist die Partie um den Podiumsplatz keineswegs nur eine unbedeutende Pflichtübung. Denn mit Bronze nach Hause zu reisen wäre, mal abgesehen von der Medaille, die er und seine Spieler um den Hals hängen könnten, bei Weitem nicht die schlechteste Art und Weise, sich von diesem Turnier zu verabschieden. "Die Enttäuschung bei meinen Spielern ist groß. Ich habe die Tränen in ihren Augen gesehen. Aber ich habe ihnen gesagt, dass es noch nicht zu Ende ist. Schließlich spielen wir noch gegen Frankreich um Platz drei. Das ist ein großes Ziel", so Chavez weiter.

Der Traum von Brasilien 2014
"Es wird nicht leicht sein, noch einmal voll konzentriert zu spielen. Doch wir sind hierher gekommen, um etwas zu gewinnen, und das werden wir in dieser Partie auch versuchen, wahr zu machen. Immerhin geht es um den dritten Platz. Und es ist schon ein Unterschied, ob man als drittbeste Mannschaft der Welt oder mit leeren Händen heimkehrt", meinte Davila.

Ebenso wie Mexikos U‑20‑Auswahl, die demnächst bei den Panamerikanischen Spielen um die Qualifikation für das Olympische Fussballturnier im kommenden Jahr spielen wird, steht dem Torjäger von Chivas Guadalajara sicher noch eine glänzende Zukunft bevor. Ehrgeizig wie er ist, träumt er derzeit davon, "häufiger für meinen Klub zu spielen und später einmal zu einem großen Klub in Europa zu wechseln. Dann könnte ich mir auch einen Platz in der mexikanischen A‑Nationalmannschaft erobern und vielleicht sogar bei der WM 2014 dabei sein." Was wiederum beweist, dass Davila nicht nachtragend ist, da dieses Turnier ja in Brasilien ausgetragen wird…

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