FIFA U-20-Weltmeisterschaft Türkei 2013

FIFA U-20-Weltmeisterschaft Türkei 2013

21 Juni - 13 Juli

FIFA U-20 Weltmeisterschaft 2013

Alptraum im "Azteca" - Glück in der "Arena"?

Gianni Rodriguez of Uruguay gestures
© Getty Images

"Wenn man Fussballer ist, träumt man davon, in solch einer Atmosphäre zu spielen, in einem zum Bersten gefüllten Stadion. Auf dem Spielfeld war das wirklich unglaublich. Ich hatte schon in vollen Stadien gespielt, doch das war anders, unvergesslich." Dies waren die Worte von Mathias Cubero nach dem Finale der FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2011. Der Torhüter Uruguays war gerade mit dem Goldenen Handschuh von adidas als bester Schlussmann des Turniers ausgezeichnet worden. Zuvor hatte er sich mit seinem Team indes im Azteken-Stadion vor 100.000 Zuschauern der Gastgebermannschaft geschlagen geben müssen.

Zwei Jahre später sind neben Cubero noch Jim Varela, Guillermo de Amores, Leonardo Pais, Gianni Rodriguez und Gaston Silva in der uruguayischen Mannschaft vertreten, welche in der Türkei die FIFA U-20-Weltmeisterschaft 2013 bestreitet. Doch nur die drei Letztgenannten standen schon damals in der Startformation und werden dies zweifellos am 13. Juli in einem weiteren Finale erneut tun. Von einem großen Turnier zum nächsten sind die Erinnerungen noch frisch. Wie könnte es auch anders sein.

"Das ist etwas, an das ich mein ganzes Leben lang denken werde, und das ich später meinen Kindern erzählen kann: Ich habe in diesem Stadion ein WM-Finale gespielt", sagte der Kapitän und Verteidiger Gaston Silva im Gespräch mit FIFA.com, als er an Mexiko zurückdachte. "Natürlich bleibt wegen der Niederlage ein bitterer Nachgeschmack. Doch wir sind stolz, denn wir wissen, wie schwer es ist, ein Finale zu erreichen, und haben alles gegeben."

Eine Mannschaft gegen ein ganzes LandAm Ende reichte dies nicht, denn die Charruas mussten nicht nur gegen eine unwiderstehlich talentierte mexikanische Mannschaft, sondern zugleich gegen ihre entfesselten Fans bestehen. "Als ich den Platz in diesem vollen Azteken-Stadion betrat, hatte ich noch nie so viele Menschen gesehen und noch nie vor so vielen Menschen gespielt. Das war wirklich beeindruckend", bestätigte auch Rodriguez, der nach seinem vergebenen Versuch im Elfmeterschießen des Halbfinales gegen Irak wieder guter Dinge ist, nachdem seine Mitstreiter den Schaden ausbügeln konnten. "Als wir ins Stadion einliefen, waren da mehr als 100.000 Menschen. An jenem Tag haben elf uruguayische Spieler gegen ein ganzes Land gespielt."

Diese Kräfteverhältnisse sorgten am Ende für das bessere Ende für El Tri und hinterließen noch zwei Jahre später Spuren bei den Unterlegenen. "Es ist eine traurige Erinnerung, denn wir konnten nicht gewinnen, obwohl wir ein wirklich gutes Turnier gespielt und unter anderem Brasilien im Halbfinale mit 3:0 geschlagen hatten", sagte Leonardo Pais. Und auch Rodriguez sprach von einem Wechselbad der Gefühle: "Es war uns bewusst, einen außergewöhnlichen Moment vor einem enormen Publikum zu erleben, und wir haben das genossen. Ich bin sehr glücklich darüber, diesen Moment erlebt zu haben, doch die Niederlage war sehr schmerzhaft für mich."

Die gelernte Lektion ist also noch präsent, kurz bevor es in ein neues Finale geht, in dem die Umstände sicherlich weniger gegen sie sprechen werden. "Es wird anders sein, denn wir spielen nicht gegen die Gastgeber. Der Druck wird nicht so hoch sein", hofft Rodriguez, der sich inzwischen damit auskennt, unter Druck zu spielen, seit er für Benfica Lissabon aktiv ist. "Dieses Mal wird das, was auf den Tribünen geschieht, nicht mehr zählen, wenn das Spiel begonnen hat."

Aller guten Dinge sind dreiVielleicht ist es diese Reife, die in zwei Jahren auf Profi-Ebene erworben wurde, welche die Südamerikaner davon träumen lässt, dass es im zweiten Finale in Folge ein besseres Ende geben wird. "Jenes Spiel im Azteken-Stadion wird immer eine großartige Erinnerung bleiben, und ich freue mich, in der Kategorie U-20 erneut ein Finale zu erleben. Doch ich hoffe, dass das Ergebnis anders ausfällt", gab Silva wenige Stunden vor dem Duell mit Frankreich zu.

"Die Atmosphäre wird komplett anders sein, doch es erwartet uns eine Partie, die genauso wichtig und genau so intensiv sein wird", erklärte Pais, der nicht vorhat, ein zweites Mal einen Alptraum zu erleben. "Wenn wir nicht gewinnen, werden wir genau so traurig sein. Ich gewinne lieber in einer weniger aufgeheizten Atmosphäre als einen großartigen Moment im Azteken-Stadion erlebt, aber am Ende verloren zu haben."

"Es ist unser zweites Finale in Folge bei einer WM. Das heißt, dass in der Jugendarbeit in Uruguay Kontinuität herrscht und dass wir eine besonders talentierte Generation haben", folgerte Rodriguez. Und falls in der Ali Sami Yen Arena in Istanbul doch das Schlimmste eintreten sollte, hat er auch schon eine Idee, wie die Revanche aussehen könnte: "Aller guten Dinge sind drei. Nach der U-17 und U-20 hoffe ich, dass uns mit der A-Nationalmannschaft in Zukunft erneut ein Finale erwartet."

Mehr zu diesem Thema erfahren

Empfohlene Artikel

Die 10 schönsten Tore der FIFA U-17-WM 2011

FIFA U-17-Weltmeisterschaft 2013

Die 10 schönsten Tore der FIFA U-17-WM 2011

05 Mrz 2013