FIFA Junioren-Weltmeisterschaft Mexiko 1983

FIFA Junioren-Weltmeisterschaft Mexiko 1983

2 Juni - 19 Juni

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Mexiko 1983: Brasilien wird seiner Favoritenrolle gerecht

FIFA World Youth Championship Mexico 1983
© FIFA.com

Der Weltmeister:

Die Mannschaft Brasiliens, Favorit bei den Buchmachern und mit sechs Siegen und einem Unentschieden überlegener Sieger der CONMEBOL-Qualifikation, ging aus dem Turnier in Mexiko 1983 als verdienter Junioren-Weltmeister hervor. Auf ein 1:1 gegen die Niederlande folgten ein deutlicher 3:0-Sieg gegen Nigeria und ein mühseliger 2:1-Erfolg über die UdSSR - und damit hatten sich die Auriverde planmäßig für die nächste Runde qualifiziert. Im Viertelfinale bot die Elf ihre beste Turnierleistung und ließ der Tschechoslowakei beim 4:1-Sieg keine Chance. Anschließend musste auch der überraschungs-Halbfinalist Republik Korea die Waffen strecken. Im Finale trafen Geovanni Silvas Spieler vor 110.000 Zuschauern im Aztekenstadion von Mexico City auf ihre ewigen Rivalen aus Argentinien. Die Seleção dominierte das Match, und obwohl sie nur vom Elfmeterpunkt ein Tor erzielen konnte, erwies sich dieser Treffer als spielentscheidend. Brasilien war Junioren-Weltmeister und es gab kaum jemanden, der mit diesem Endergebnis nicht einverstanden sein konnte: Die Brasilianer stellten die bei weitem beste Mannschaft, mit Jungstars wie Bebeto, Dunga, Jorginho und Geovanni - und die beste Mannschaft hatte das Turnier gewonnen.

Die Überraschungen:

Obwohl die besten Mannschaften Europas einen guten Eindruck hinterließen, waren es die südamerikanischen Fussball-Großmächte Argentinien und Brasilien, die das Geschehen in Mexiko dominierten - bei einem Turnier, das vor allem als ein Sieg lateinamerikanischer Talente und Trainertaktik in Erinnerung bleiben wird.

Die Mannschaft der Republik Korea war zwar als Sieger der Asien-Qualifikation angereist, wurde in Mexiko aber als großer Außenseiter gehandelt. Doch nach einem schlechten Start - das erste Match gegen Schottland ging mit 0:2 verloren - verbesserten die Koreaner sich von Spiel zu Spiel. In ihrem zweiten Gruppenspiel brachten sie die 70.000 heimischen Fans der Tricolores zum Schweigen und gewannen mit 2:1. Danach setzten sie sich gegen Australien durch (2:1) und schlugen im Viertelfinale auch die Elf aus Uruguay - in einem Spiel, das in den Augen vieler Beobachter das beste Match des gesamten Turniers war. Im Halbfinale erwies sich der spätere Weltmeister Brasilien als zu stark, doch Koreas letztendlicher vierter Platz war das beste Ergebnis, das eine asiatische Mannschaft bis dahin je in einem FIFA-Wettbewerb erreicht hatte.

Spieler des Turniers:

Brasiliens Geovanni Silva beendete die FIFA-Junioren-Weltmeisterschaft Mexiko 1983 als bester Stürmer (mit sechs Treffern) und bester Spieler des Turniers. Silva war die Verkörperung der überschwänglichen Natur und Spielweise der Auriverde, und seine technische Reife machte ihn zusammen mit seiner nahezu unheimlichen Fähigkeit, ein Spiel lesen zu können, zum geborenen Anführer seines Teams. Dabei war er in seinen fussballerischen Fähigkeiten kein typischer Brasilianer - Silvas wahre Talente äußerten sich nicht in Schnelligkeit oder guter Technik, sondern in seinen Pässen, seinem überblick und seiner Fähigkeit, dem Spiel im Mittelfeld seinen Stempel aufzudrücken. Seine Vereinskarriere begann bereits im Alter von 16 Jahren bei Vasco da Gama - doch obwohl er sein Glück auch im europäischen Fussball versuchte, konnte er sich dort nicht durchsetzen und kehrte bald wieder nach Rio ins Estadio São Januário zurück.

Namen, die man sich merken sollte:
Luis Islas (ARG), Frank Farina (AUS), Toni Polster (AUT), Bernard Wohlfarth(AUT), Bebeto (BRA), Dunga (BRA), Geovanni (BRA), Jorginho (BRA), Youssouf Fofana (CIV),
Ivan Hasek (RCS), Lubos Kubik (RCS), Stanley Menzo (NED), John Silooy (NED), Marco van Basten (NED), Gerald Vanenburg (NED), Paul McStay (SCO), Brian McClair (SCO), Carlos Aguilera (URU), Ruben Sosa (URU), Gennadi Litovchenko (URS), Oleg Protasov (URS), Tab Ramos (USA),...

Mexiko 1983 in Zahlen:

Abschlusstabelle:

  1. Brasilien

  2. Argentinien

  3. Polen

  4. Korea Republik

Erzielte Tore:
91 (Durchschn. 2,84/Spiel)

Beste Offensivmannschaft:
Argentinien, Brasilien und Polen (13 Tore)

Beste Torschützen:

  1. Geovanni Silva (BRA), 6 Tore

  2. Joachim Klementz (POL), 5 Tore

  3. Jorge Gabrich (ARG), 4 Tore

Spielorte:
Guadalajara, Irapuato, Leòn, Mexico City, Monterrey, Puebla, Toluca

Zuschauer:
1,155,160 (Finale: 110.000)

Durchschnittliche Zuschauerzahl:
36,099

Interessante Zahl am Rande:

Durchschnittlich 36.099 Zuschauer bei 32 Spielen sind bis heute Rekord bei einer FIFA-Junioren-Weltmeisterschaft.

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K.-o.-Runde

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FIFA U-20-WELTMEISTERSCHAFT