FIFA Junioren-Weltmeisterschaft Chile 1987

FIFA Junioren-Weltmeisterschaft Chile 1987

10 Oktober - 25 Oktober

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Chile 1987: Jugoslawien zaubert

FIFA World Youth Championship Chile 1987
© Others

Der Weltmeister:Die FIFA-Junioren-Weltmeisterschaft Chile 1987 stand ganz im Zeichen einer großartigen jugoslawischen Elf. Mirko Josics hervorragende Mannschaft gewann den Weltmeistertitel völlig zu Recht, nachdem sie das gesamte Turnier &uumlber die Zuschauer mit einer Demonstration attraktiver und zugleich effektiver fussballerischer Klasse begeistert hatte. Schon in den Gruppenspielen schoss das Team 12 Tore in drei Spielen, und als es wirklich ernst wurde - als man im Viertelfinale gegen den Titelverteidiger Brasilien mit einem Tor zur&uumlcklag - spielte es seine ganze Stärke aus und gewann mit 2:1. Im Finale bewies die Elf auch noch Nervenstärke und setzte sich per Elfmeterschießen gegen Deutschland durch. Viele Spieler dieser großartigen Mannschaft wurden zu international gefeierten Stars, z.B. Robert Prosinecki, Zvonimir Boban, Davor Suker und Predrag Mijatovic. Doch auch die Verteidigungsreihe suchte ihresgleichen: Igor Stimac, Robert Jarni und Branko Brnovic spielten ebenso tadellos wie entschlossen.

*Die Überraschungen: *Chile 1987 war im Grunde eine rein europäische Angelegenheit: Sechs Mannschaften des Alten Kontinents standen im Viertelfinale, und drei (Ostdeutschland, Westdeutschland und Jugoslawien) drangen bis ins Halbfinale vor. Damit war nach drei Turniersiegen bei den letzten vier Junioren-Weltmeisterschaften (Argentinien 1979, Brasilien 1983 und 1985) die s&uumldamerikanische Hegemonie wieder durchbrochen.

Dennoch sorgte die gastgebende Mannschaft aus Chile f&uumlr die größten Schlagzeilen, indem sie das Halbfinale erreichte - genau wie es 1962 der A-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land gelungen war. Die Elf begann in derselben Gruppe wie die unbezwingbaren Jugoslawen, qualifizierte sich als Gruppenzweiter f&uumlr das Viertelfinale gegen Italien und besiegte die junge Squadra Azzurra mit ihren eigenen Waffen - durch ein Tor kurz vor Spielende. Doch damit war der Traum vom Titel ausgeträumt: Trotz lautstarker Unterst&uumltzung von 36.000 Zuschauern in Concepcion unterlagen Luis Ibarras Jungstars einer höchst kompakt stehenden deutschen Mannschaft im Halbfinale mit 4:0.

Spieler des Turniers:Ein strahlender Stern am glitzernden jugoslawischen Fussballhimmel - Robert Prosinecki war der Star einer großartigen Generation jugoslawischer Spieler und wurde zu Recht zum Spieler des Turniers gewählt. Trotz seiner vielen anderen fussballerischen Talente war es vor allem seine einzigartige &uumlbersicht, die ihm den meisten Applaus einbrachte - man konnte fast von einem "zweiten Gesicht" sprechen, wenn man sah, wie er den Sturmspitzen Mijatovic und Suker die Bälle auflegte. Die tödlichen Pässe des Kroaten machten seine Mannschaft zur bei weitem gefährlichsten des gesamten Turniers. Nach drei Landesmeisterschaften und einem Europapokal der Landesmeister mit Roter Stern Belgrad packte Prosinecki seine Koffer und ging nach Spanien (Real Madrid, Barcelona, Oviedo, Sevilla), wo seine Karriere jedoch aufgrund von Verletzungen immer wieder ins Stocken kam. Nichtsdestotrotz qualifizierte sich Kroatien f&uumlr den FIFA-Weltpokal Korea/Japan 2002 ™dank eines entscheidenden Passes von... Robert Prosinecki.

Namen, die man sich merken sollte:Barreto Faria Bismarck (BRA), Cesar Sampaio (BRA), Emil Kostadinov (BUL), Oscar Cordoba (COL), Andreas Möller (GER), Marcel Witeczek (GER), Matthias Sammer (GDR), Jeff Agoos (USA), Kasey Keller (USA), Tony Meola (USA), Zvonimir Boban (YUG), Branko Brnovic (YUG), Robert Jarni (YUG), Predrag Mijatovic (YUG), Robert Prosinecki (YUG), Igor Stimac (YUG), Davor Suker (YUG), ...

Chile 1987 in Zahlen:

Abschlusstabelle:

  1. Jugoslawien

  2. Westdeutschland

  3. Ostdeutschland (DDR)

  4. Chile

Erzielte Tore:
86 (Durchschn. 2,69 pro Spiel)

Beste Offensivmannschaft:
Jugoslawien (17 Tore)

Beste Torschützen:

  1. Marcel Witeczek (GER), 7 Tore

  2. Davor Suker (YUG), 6 Tore

  3. Camilo Pino (CHI), 5 Tore

Spielorte:
Antofagasta, Concepcion, Santiago, Valparaiso

Zuschauer:
712,000 (Finale: 65.000)

Durchschnittliche Zuschauerzahl:
22,250

*Interessante Zahl am Rande: *
Die jugoslawische Mannschaft stellte bei dieser FIFA-Junioren-Weltmeisterschaft einen neuen Torrekord auf, der bis heute unerreicht ist: Sie beendete das Turnier mit 22 Toren (bei neun Gegentreffern) und erzielte im Schnitt 2,44 Tore pro Spiel.

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K.-o.-Runde

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FIFA U-20-WELTMEISTERSCHAFT