FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2014

FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2014

5 August - 24 August

FIFA U-20-FRAUEN-WM 2014

Sunday brilliert an einem Sonntag

Uchechi Sunday of Nigeria celebrates her team's fourth goal match between Nigeria and New Zealand
© Getty Images

In der 83. Minute entschied der nigerianische Trainer Peter Dedevbo, noch eine neue Spielerin zu bringen. Die Qualifikation seiner Schützlinge war durchaus nicht gefährdet, denn sie führten schon seit der Anfangsphase der Partie mit 2:0. Doch Nigeria war schon länger nicht mehr gefährlich vor das Tor der Neuseeländerinnen gekommen, und der Trainer suchte eine Akteurin, die für Unruhe sorgen könnte. Uchechi Sunday erwies sich hierfür als die denkbar beste Wahl.

Vielleicht, weil es ein Sonntag war, vielleicht war es einfach Schicksal - doch gleich ihr erster Schuss ging ins Netz. "Es war meine erste Ballberührung und gleich ein Tor! So ist der Fussball, nicht? Manchmal spielst du gut und es klappt nicht. Heute hingegen ging ich aufs Feld und traf auf Anhieb."

Das Lächeln wollte gar nicht mehr aus ihrem Gesicht weichen, voller Aufregung und Mitteilungsdrang kam die Stürmerin zum Interview mit FIFA.com. Nach einem magischen Abend gegen Neuseeland war sie frischgebackene Halbfinalistin der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2014. Eine magische Nacht, weil Sunday nur sechs Minuten nach ihrem ersten Treffer schon ihren zweiten und den vierten Nigerias bejubeln konnte.

"Spezialistin für Tore? Wahrscheinlich. Ich versuche, im Strafraum zu warten, um den Spielzug mit einem Tor abzuschließen. Dafür bin ich da!", rief sie frohlockend aus. Auf diese Weise gelang ihr der erste Treffer, ein klassischer Abstauber im Stile einer Mittelstürmerin. Beim zweiten Tor bewies Sunday indes auch Schnelligkeit und technisches Können, um ihre Verteidigerin abzuschütteln und im Eins-gegen-Eins gegen die Torhüterin perfekt zu vollstrecken.

Mehr als nur ein belebendes ElementDas Bemerkenswerte daran ist aber, dass Sunday nicht zum ersten Mal von der Bank kommend ein Spiel belebt. Diese Erfahrung musste in der Qualifikation auch die U-20-Auswahl von Sierra Leone machen. "Wir spielten in der WM-Qualifikation gegen sie. So wie heute kam ich in der zweiten Halbzeit rein. Ich traf mit meiner ersten Aktion, und am Ende des Spiels hatte ich fünf Tore gemacht", berichtet sie mit einem schelmischen Lächeln. Tatsächlich beendete Sunday die Qualifikation für Kanada 2014 mit zehn Treffern als beste Torschützin ihres Teams. Es schmälert ihre Leistung nicht, dass Nigeria mit der unglaublichen Bilanz von 31:0 Toren durch die Vorausscheidung stürmte.

Gleichwohl spielte die Angreiferin in Kanada bisher nur eine untergeordnete Rolle. Sie kam immer von der Bank und konnte ihre Nervosität nur mit Mühe bändigen. "Natürlich ist man nervös, wenn man auf der Bank sitzt! Es ist viel schlimmer, denn du willst reingehen und deinen Teamkameradinnen helfen. Und wenn sie einen Fehler machen, denkst du: 'Ah, ich hätte dies oder das gemacht...' Doch manchmal ist es so und du musst von draußen zuschauen und anfeuern", sagt sie.

Ob es sich Dedevbo nach ihrem effizienten Auftritt wohl noch einmal überlegen wird, ihre "Aufrührerin" von Beginn an zu bringen? "Ich träume von diesem Halbfinale. Ich weiß nicht, ob ich in der Startelf stehen werde, das entscheidet der Trainer. Doch wer auch immer gegen die Nordkoreanerinnen spielt - wir werden alles geben müssen, denn wir wollen ins Finale." Und das findet schließlich an einem Sonntag statt.

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