FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Papua-Neuguinea 2016

FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Papua-Neuguinea 2016

FIFA U-20-FRAUEN-WM 2016

Aufmunterung aus der Heimat für enttäuschte Kanadierinnen

Sinclair / Herdman Montage
© Getty Images

Das Abenteuer Papua-Neuguinea ist für die kanadische U-20-Frauen-Nationalmannschaft beendet. Nach drei Niederlagen gegen Spanien (0:5), Nigeria (1:3) und Japan (0:5) müssen die Canucks nach der Gruppenphase die Heimreise antreten. Die Enttäuschung im National Football Stadium von Port Moresby war bei den Spielerinnen nach dem Abpfiff am Sonntagabend entsprechend groß, doch Aufmunterung kommt aus der fernen Heimat: "Diese Mannschaft ist die jüngste, die Kanada je zu einem solchen Turnier geschickt hat. Es geht darum, dass die Spielerinnen Erfahrungen auf höchster Ebene sammeln. Es ist nicht so, dass Erfolge auf Jugend-Ebene gleichbedeutend mit Erfolgen auf A-Ebene sind. Das hat die Vergangenheit gezeigt", leistet John Herdman, Trainer der kanadischen Frauen-Nationalmannschaft, im exklusiven FIFA.com-Interview erste Aufbauarbeit.

"Meine Nachricht an die Spielerinnen ist, dass sie nicht aufhören sollen, zu lernen und sich zu verbessern. Mit Siegen und vor allem Niederlagen umzugehen, ist entscheidend für die weitere Karriere."

2006 avancierte Herdman – nominiert als FIFA Welttrainer – Frauen 2016 - zum jüngsten Coach (31 Jahre, 29 Tage) überhaupt, der an einer FIFA U-20-Frauen-WM teilnahm. "Damals war ich noch für Neuseeland zuständig, und für das Land war das die WM-Premiere. Das Erlebnis einer WM war einfach großartig. Alles war toll organisiert. Für jeden Trainer ist es das Größte, sich mit anderen Teams auf höchstem Level zu messen. Eine Nationalmannschaft zu trainieren, ist vollkommen anders im Vergleich zum Klubfussball. Die Anzahl der Turniere, an denen man teilnimmt, ist eminent wichtig für den Erfolg und die Weiterentwicklung als Trainer und Spielerin auf dem Weg in die Spitze."
* Beginn einer einzigartigen Karriere*
Ganz nach oben geschafft hat es bereits Christine Sinclair, der alles überstrahlende Superstar der kanadischen Frauen-Nationalmannschaft. 250 Einsätze machen die Stürmerin, die zwei Mal Bronze beim Olympischen Fussballturnier gewinnen konnte, zur Rekordnationalspielerin ihres Landes.

Ihre ersten Schritte auf internationalem Parkett wagte die Angreiferin, die auch in der Vorauswahl für die FIFA-Welfussballerin 2016, steht, bei der FIFA U-20-Frauen-WM 2002. Vor heimischem Publikum sicherte sie sich mit der Rekordausbeute von zehn Toren den adidas Goldenen Schuh und wurde zudem als beste Spielerin des Turniers mit dem Goldenen Ball ausgezeichnet. "Ich kann mich noch gut an die WM und die Unterstützung der Fans erinnern. Es war einzigartig, in den großen Stadien zu spielen. Es war der Start meiner Karriere und vielleicht auch der Beginn für den Erfolg des Frauenfussballs in Kanada."

An die neue Generation gerichtet, erklärt Sinclair gegenüber FIFA.com: "In jungen Jahren an einer WM teilzunehmen, hilft einem, mit Druck und den Erwartungen anderer umzugehen. Für das Team in Papua-Neuguinea hat der Weg erst begonnen. In Kanada sehen wir das große Ganze. Solche Erlebnisse, egal ob positiv oder negativ, helfen einem in der Entwicklung - und damit der gesamten Mannschaft. Sie müssen jetzt schnell den Kopf hochnehmen und nach vorne schauen."

Allen voran sicherlich Deanne Rose, die in Papua-Neuguinea zu den profiliertesten Spielerinnen gehörte, denn für sie war es bereits das dritte große Turnier in diesem Jahr. In Rio gewann sie gemeinsam mit Sinclair die olympische Bronzemedaille. Rose bestritt fünf Partien und erzielte im "kleinen Finale" ein Tor gegen die brasilianischen Gastgeberinnen. Im vergangenen Monat war sie dann auch in Jordanien bei der U-17-Frauen-WM dabei und traf beim 1:1 im Gruppenspiel gegen Deutschland.

Rose oder auch Kapitänin Bianca St Georges sind nur zwei von vielen Spielerinnen, die bereits auf der Schwelle zur A-Nationalmannschaft stehen, und vielleicht wird eine von ihnen in einigen Jahren, ähnlich wie Sinclair jetzt, auf das weltweite Gipfeltreffen 2016 am anderen Ende der Welt mit Stolz zurückblicken und sagen können: "Das war der Beginn meiner Karriere."

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