FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2014

5 August - 24 August

FIFA U-20-FRAUEN-WM 2014

Oshoala und die mitreißende Fröhlichkeit

© Getty Images

HappyGirlAlways ist das Hashtag, das Asisat Oshoala in ihrem Facebook-Profil am häufigsten verwendet. Bei einem kurzen Gespräch mit ihr wird auch gleich deutlich, warum das so ist. Oshoala selbst erklärt es uns. "Das ist so ein wenig meine Lebensphilosophie. Ich betrachte mich als glückliches Mädchen, und versuche unabhängig von der Situation, in der ich mich gerade befinde, fröhlich zu sein. Ich sehe gern ein Lächeln auf den Gesichtern der Menschen und bringe meine Teamkameradinnen gern zum Lachen, zum Lächeln... so bin ich!"

Die junge Nigerianerin hat dieser Tage mehr Grund denn je, ihr ansteckendes Lächeln zu zeigen, denn in Kanada läuft es für ihr Team mehr als gut. Nigeria steht nämlich im Halbfinale der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2014 und Oshoala hat einen nicht unerheblichen Anteil an diesem Erfolg. Die Spielerin kann bereits drei Treffer in vier Partien für sich verbuchen, wobei die beiden letzten Tore ganz entscheidend waren.

Sie erzielte sie nämlich in den ersten Minuten des Viertelfinales gegen Neuseeland, nahm dem Gegner damit den Wind aus den Segeln und brachte ihr Team auf den Weg ins Halbfinale. "Es gehört zum Charakter unserer Mannschaft, dass wir mit Volldampf in die Partien starten. So setzen wir unsere Gegner unter Druck, und wenn uns ein früher Treffer gelingt, demoralisieren wir sie", erklärt Oshoala.

Glückliches Allround-TalentIn Anbetracht der Tatsache, dass ihre Teamkameradin Courtney Dike einige Tage zuvor das schnellste Tor der Turniergeschichte erzielt hatte und Oshoala gegen die *Kiwis *den zweitschnellsten Treffer markierte, scheint diese Strategie wohl aufzugehen. "Ich stehe nicht mit Courtney im Wettbewerb. Das hat sich einfach so ergeben", meint sie lachend. Während Oshoala sich mit FIFA.com unterhält, machen ihre Teamkameradinnen sich hinter ihr auf den Weg zum Mannschaftsbus. Fröhliche Rufe und Singen sind zu hören, als hätten sie sich von der "Glücksphilosophie" unserer Interview-Partnerin anstecken lassen.

Die Starspielerin des nigerianischen Klubs Rivers Angels hält die Auszeichnung zur besten Spielerin der Partie in der Hand, die mehr als verdient ist. Sie hat nämlich nicht nur zwei Tore erzielt, sondern auch ihr Allround-Talent offenbart. "Heute habe ich als Stürmerin gespielt, aber am Ende, als sich eine der Abwehrspielerinnen verletzte, habe ich mich in der Innenverteidigung nützlich gemacht. Tatsächlich kann ich auf fast jeder Position spielen - außer im Tor", meint sie. Wenn sie für die nigerianische A-Nationalmannschaft aktiv ist, kommt sie in der Regel im zentralen Mittelfeld zum Einsatz.

Ist es diese Vielseitigkeit, die ihr den Spitznamen Seedorf eingebracht hat? "So werde ich manchmal wegen meiner Spielweise und meiner Stärke genannt. Mir gefällt das, weil [Clarence] Seedorf ein fantastischer Spieler war." Ihr zweiter Spitzname Superzee zaubert sogar ein noch breiteres Grinsen auf ihr Gesicht, falls das überhaupt möglich ist. "Na ja, also, so wie Supergirl, Superzee eben", meint sie laut lachend.

Mehr als ein HalbfinaleIn diesem Augenblick stößt ihre Teamkameradin Courtney Dike dazu. "Hat sie meinen Rekord gebrochen?", fragt sie gespannt. Als sie erfährt, dass ihr Rekord weiterhin Bestand hat, wenn sie auch nur wenige Sekunden schneller war als Oshoala, lässt sie einen Jubelschrei los und zieht nach ein paar Scherzen mit der Kollegin wieder von dannen.

Superzee verbreitet definitiv Glücksgefühle in ihrem Umfeld. Als sie auf das Halbfinale gegen die DVR Korea zu sprechen kommt, wird sie allerdings für einen Augenblick ernst. "Vor zwei Jahren in Japan sind wir auch ins Halbfinale eingezogen, haben dort allerdings 0:2 gegen die USA verloren. Dieses Mal möchte ich nicht wieder im Halbfinale verlieren. Wir werden alles geben, um hier zu siegen", meint sie mit fester Stimme.

Oshoala berichtet immer gern ihrer Familie und ihren Freunden von den Erfahrungen, die sie bei ihren Reisen rund um die Welt macht. "Wenn ich nach einem Turnier mit der Nationalmannschaft nach Hause zurückkehre, habe ich meinen Leuten immer viel zu erzählen", so Oshoala. Dieses Mal möchte dieses fröhliche Mädchen ihren Lieben gern erzählen, dass sie nun endlich Weltmeisterin geworden ist. 

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