FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2014

FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2014

5 August - 24 August

FIFA U-20-FRAUEN-WM 2014

Magull und das gute Gefühl

Das Jahr 2014 hat für Lina Magull nicht besonders gut angefangen. Anfang April zog sich die 20-Jährige im Training einen Teilanriss des Syndesmosebandes zu und stand dem Bundesligisten VfL Wolfsburg mehrere Wochen nicht zur Verfügung. Doch die deutsche Juniorennationalspielerin kämpfte sich zurück und führte ihre Mannschaft bei der FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2014 in Kanada bis ins Halbfinale.

"Das Regenerationsprogramm (nach den Spielen) ist dasselbe. Wir laufen aus, werden ausmassiert und gehen ins Eisbecken. Ich bekomme aber Extrabehandlungen für den Fuß, bzw. für meinen ganzen Körper. Man sieht ja, dass ich nicht voll durchspiele. Ich bin froh, dass ich überhaupt dabei sein kann", erklärt Magull im Interview mit FIFA.com. "Ich habe vor Beginn des Turniers mit Frau Meinert darüber gesprochen. Uns war beiden bewusst, dass es nicht in allen Spielen für 90 Minuten reichen wird. Wenn es nicht mehr geht, dann kommt von mir selbst oder von außen ein Zeichen, und ich bin ausgewechselt worden."

Dass Magull trotz ihrer Verletzung zur Spielführerin erkoren wurde, spricht für die herausragenden Qualitäten der Nummer sechs im deutschen Team. "Eine Kapitänin zu sein, ist immer etwas Besonderes. Ich bin das erste Mal Spielführerin bei so einem großen Turnier", so Magull.

Mit gutem Gefühl gegen Frankreich
"Natürlich sind die Anforderungen hoch, aber die Mannschaft und auch die Trainerin wissen, dass ich mein Bestes gebe und versuche, der Mannschaft so gut es geht zu helfen – sowohl auf dem Platz, als auch neben dem Platz."

Und das mit Erfolg! Bei allen Partien Deutschlands stand sie als Kapitänin in der Startelf und setzte immer wieder entscheidende Akzente. Zuletzt im Viertelfinale gegen den Gastgeber. Vor 22.421 Zuschauern zeigten Magull und Co., warum sie zu den Favoriten auf den Titelgewinn zählen.

"Es war kein leichtes Spiel. Kanada ist wirklich eine sehr gute Mannschaft, und die Zuschauer standen natürlich auf deren Seite. Nach dem gewonnenen Spiel haben sich aber auch viele Zuschauer fürs uns gefreut. Das war schön. Wir haben bei den Fans einen positiven Eindruck hinterlassen. Eventuell können wir ein paar davon mit ins nächste Spiel nehmen, auf unsere Seite ziehen und dadurch zusätzlich gepusht werden. Wir habe eine souveräne Leistung gezeigt und gehen mit einem guten Gefühl in das Spiel gegen Frankreich."

Zeit für die Revanche 
In der Runde der letzten Vier wartet ein alter Bekannter auf die Elf von Maren Meinert. Bei der UEFA U-19-Frauen-EM standen sich beide Teams ebenfalls im Halbfinale gegenüber – damals konnten die Französinnen jubeln.

"Frankreich ist eine sehr gute Mannschaft, mit vielen technisch guten Spielerinnen. Wir haben ja schon öfter gegen Frankreich gespielt. Das Spiel im letzten Jahr bei der EM ist mir natürlich auch nicht aus dem Kopf gegangen. Wir haben leider 1:2 verloren. Das stärkt einen noch mal umso mehr, weil man es wiedergutmachen will", beschreibt Magul ihre Gefühlslage vor der Begegnung und sieht einen kleinen, aber vielleicht am Ende ausschlaggebenden Vorteil auf Seiten ihrer Mannschaft.

"Für die Regeneration einen Tag mehr zu haben ist schon wichtig für den eigenen Körper. Frankreich hat mit der Verlängerung und dem Elfmeterschießen gegen Korea Republik auch noch ein paar Spielminuten mehr auf dem Buckel. Ich sehe schon einen kleinen Vorteil und hoffe, dass wir diesen nutzen können."

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